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29.06.2012

11:51 Uhr

RIM und Microsoft

Welche Chancen eine Allianz der Verlierer hat

VonStephan Dörner

Das Modell Nokia als Ausweg: Der Blackberry-Hersteller RIM rutscht tief in die roten Zahlen und liebäugelt mit dem Microsoft-Rettungsschirm. Die Gesetze der IT-Wirtschaft sprechen dafür.

Schlüpft der Blackberry-Hersteller RIM bald unter den Microsoft-Rettungsschirm? Reuters

Schlüpft der Blackberry-Hersteller RIM bald unter den Microsoft-Rettungsschirm?

DüsseldorfSpätestens seit Donnerstag ist klar: Ein „weiter so“ kann es beim Blackberry-Hersteller RIM nicht geben. Die Vorstellung neuer Geräte mit dem Betriebssystem Blackberry 10 rückt in weite Ferne: Erst Anfang 2013 sollen die neuen Smartphones auf den Markt kommen, mehr als ein Jahr später als zuvor angekündigt.

Der Hersteller rutschte zudem tiefer in die roten Zahlen als von Analysten befürchtet. 515 Millionen Dollar Verlust meldete RIM für das abgelaufene Quartal – fünfmal mehr als von Analysten erwartet. Gleichzeitig verkündete der Konzern 5000 Entlassungen. Analysten finden dafür klare Worte. „Wow, das ist ein Desaster“, sagte beispielsweise Edward Snyder von Charter Equity Research. Die RIM-Aktie brach nachbörslich um 18 Prozent ein. 

Glauben an das System Blackberry schwindet

Inzwischen scheint auch RIM selbst den Glauben in das System Blackberry zu verlieren. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von Überlegungen, das eigene Betriebssystem für die mobile Plattform aufzugeben und stattdessen das Microsoft-System Windows Phone 8  zu nutzen – Microsofts kommendes System für Smartphones. Das wäre das Modell Nokia, die ihr eigenes mobiles Betriebssystem Symbian ebenfalls zugunsten von Windows aufgegeben haben.

Der Schritt wäre für RIM nur folgerichtig. Denn die Gesetze der IT-Wirtschaft begünstigen Oli- und Monopole auf jedem Betriebssystem-Markt. Beispiel PCs: Dort besitzt seit Jahrzehnten Microsofts Windows ein Quasi-Monopol mit einer Marktabdeckung von schätzungsweise mehr als 95 Prozent – einziger relevanter Mitbewerber ist Apple.

Bei den Smartphones und Tablets scheint sich derzeit eine dreigeteilte Welt abzuzeichnen: Googles Android, Apples iOS und Microsoft Windows teilen sich den Smartphone-Markt derzeit untereinander auf – wobei das Microsoft-System dabei derzeit noch weit abschlagen ist. Das Prinzip: Wo die Anwender sind, sind die Entwickler - und wo die Entwickler sind, sind die Programme. Die Plattform mit den meisten Programmen ist wiederum auch für die Anwender besonders attraktiv.

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Zwischen den Anbietern der Betriebssysteme herrscht daher der Kampf um die Anwendungsentwickler. So lange Web-Applikationen, die plattformunabhängig laufen, noch eine untergeordnete Rolle spielen, steht und fällt der Erfolg einer mobilen Plattform auch mit Anzahl und Qualität der verfügbaren Apps. Apple und Google haben hier klar die Nase vorn. Apple ist mit dem iPhone und dem späteren App Store der Begründer des Prinzips App auf Smartphones. Der Konzern besitzt hier einen Vorsprung, der sich bis heute auswirkt. Googles Android war die Alternative für alle, die sich ein iPhone nicht leisten konnten oder wollten – und ist für Anwendungsentwickler aufgrund der Verbreitung attraktiv.

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