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18.11.2016

18:50 Uhr

Rocket Internet

Abbauen, Aufbauen, Umbauen

VonMiriam Schröder

Rocket Internet steht in Deutschland unter scharfer Beobachtung. Gerüchte über einen Strategiewechsel und Personalabbau dementiert die Internet-Plattform – dabei dürfte beides den Aktionären sehr gelegen kommen.

Düsseldorfer

Der Rocket-Internet-Chef spricht seit längerem davon, nicht mehr nur selbst aufzubauen, sondern sich an vielversprechenden Modellen beteiligen zu wollen. dpa

Oliver Samwer

Der Rocket-Internet-Chef spricht seit längerem davon, nicht mehr nur selbst aufzubauen, sondern sich an vielversprechenden Modellen beteiligen zu wollen.

Wenn bei Rocket Internet etwas schiefläuft, ist die Aufregung immer groß. Die von ihrem Gründer und Chef Oliver Samwer so genannte „größte Internet-Plattform außerhalb der USA und Chinas“ steht in Deutschland unter scharfer Beobachtung – nicht zuletzt, weil der Aktienkurs von Rocket Internet seit dem Börsengang 2014 nur eine Richtung kennt: nach unten.

Am Freitagmorgen fiel der Kurs zwischenzeitlich wieder einmal um mehrere Prozentpunkte. Das „Manager Magazin“ hatte von „massivem Personalabbau“ in der Zentrale von Rocket Internet berichtet und über einen Strategiewechsel spekuliert, der den Anlegern bislang verschwiegen worden sei. Der Konzern dementierte umgehend: Der Bericht über den Personalabbau entbehre „jeder Grundlage“, hieß es. Auch von einem Strategiewechsel könne keine Rede sein. Dabei wäre beides gar keine so schlechte Nachricht für die Aktionäre.

Tatsächlich sind nach Informationen des Handelsblatts in der Konzernzentrale in Berlin derzeit nur noch um die 300 Leute angestellt – zum Ende des letzten Jahres waren es noch mehr als 400. Ein massiver Personalabbau jedoch sieht anders aus: Zu den Ex-Mitarbeitern zählt unter anderem Christian von Hardenberg, der ehemalige Technik-Chef. Er arbeitet inzwischen für die Lieferdienstplattform Delivery Hero – eine Firma, deren größter Aktionär Rocket Internet ist. Auch über 20 PR-Mitarbeiter zählen offiziell nicht mehr zum Personal – jedoch nicht, weil sie rausgeschmissen wurden, sondern weil sie inzwischen für eine Tochterfirma arbeiten.

Rocket Internet, das ist ein Firmengeflecht aus mehr als 500 Unternehmen – manche gehören direkt, andere nur zum Teil zu der Berliner Start-up-Holding. Weltweit beschäftigt Rocket mehr als 30.000 Mitarbeiter.

Auch ein Strategiewechsel ist nicht von der Hand zu weisen. Hatte Rocket Internet zu Zeiten des Börsengangs noch damit geworben, selbst Start-ups gründen und großmachen zu wollen, wird inzwischen auch in bestehende Unternehmen investiert. Allerdings ist diese Erkenntnis weder neu noch Grund zur Beunruhigung.

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