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16.07.2013

18:53 Uhr

Rocket Internet

Samwer-Brüder sammeln eine Milliarde Dollar ein

Die Brüder Samwer gehören zu den Internetpionieren in Deutschland. Ihre Firma Rocket Internet steht hinter Websites wie Zalando. Mit einer Milliarde Dollar sollen nun die Geschäfte im Ausland ausgebaut werden.

Oliver Samwer will das Auslandswachstum von Rocket Internet vorantreiben. PR

Oliver Samwer will das Auslandswachstum von Rocket Internet vorantreiben.

BerlinDie Berliner Start-up-Schmiede Rocket Internet will mit frischem Kapital ihr Geschäft in Wachstumsmärkten wie Lateinamerika und Asien massiv ausbauen. Das Unternehmen der drei Samwer-Brüder Marc, Oliver und Alexander hat seit Jahresbeginn Investitionen von rund einer Milliarde Dollar (gut 764 Mio Euro) angezogen, wie Mitgründer Oliver Samwer der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag sagte. Samwer verteidigte auch das mitunter kritisierte Geschäftsmodell der Firma.

Verschiedene Investoren steckten 650 Millionen Dollar in einzelne Rocket-Gründungen. Hinzu kamen vergangene Woche rund 400 Millionen für die Muttergesellschaft von den beiden großen Geldgebern Kinnevik und Access.

Fünf Thesen: Wie die Welt zum Shopping-Center wird

These 1: Wer wartet, ist schon tot

Ladenbesitzer machen zunehmend mobil und mischen sich per Handy ein in Zeitbudgets und Tagesabläufe ihrer Kunden. Via rasch wachsenden Internet-Rabattdiensten wie „Groupon“ locken sie preissensible Käufer mit Schnäppchenangeboten wieder in die Läden. Besonders ausgeklügelte mobile Dienste stimmen die Lockangebote dabei zeitlich exakt mit schwach frequentierten Öffnungszeiten ab.

These 2: Der Laden wird anklickbar

Produkte und Sortimente im Laden werden mit Zusatzinfos wie z.B. Herkunftshinweisen aus der virtuellen Welt angereichert. Die greifbare Ladenwelt vermischt sich mit digitalen Dienste. Damit einher gehen neue „Augmented Reality“ Anwendungen: Dank der virtuellen Anprobe die von Modeketten wie „Topshop“ getestet wird, könnte das mühsame Umziehen in engen Umkleidekabinen bald überflüssig werden. Wer das Serviceerlebnis für seine Kunden im Laden nicht optimiert, hat ein Problem.

These 3: Was digitalisiert werden kann, wird wegdigitalisiert

Ausgerüstet mit einem 3D-Drucker können Konsumenten bald selber zum „Digital Fabricator“ werden und Gegenstände wie Becher, Socken und Teller selber produzieren und „ausdrucken“ – kein schöner Ausblick für Shopbesitzer. Es sei denn, sie richten eine 3D-Werkstatt ein und lassen ihre Kunden mit individuellen Entwürfen an der Fabrikation der gewünschten Ware teilhaben, statt fertige Produkte zu verkaufen.

These 4: Die Welt verwandelt sich in eine Verkaufsfläche

Die Welt selber wird zunehmend zu einem einzigen großen Shopping-Center. Etwa, wenn Konsumenten irgendeinen Artikel im Schaufenster anklicken, via Barcode einscannen und kaufen können. Mit der „ScanLife“ Technologie geht das via QR-Code schon heute – unabhängig von Öffnungszeiten. Doch es naht ein Gegentrend: Gewisse Dinge werden limitiert und mit Exklusivität belegt – und das wird Begehrlichkeiten wecken.

These 5: Jeder ist nur ein Händler auf Zeit

Wenn Händler bisher von der Bildfläche verschwanden, hatte dies meist mit Konkurs, einer Übernahme oder Geschäftsaufgabe zu tun. Künftig verschwinden sie, weil die Generation mit dem mobilen Internet in der Hosentasche sie in ihrer Funktion als Lagerraum und Ort des Abverkaufs schlichtweg nicht mehr braucht. Für den heutigen Händler heißt das: Kein Laden – ob on- oder offline – wird mehr für die Ewigkeit gebaut. Das verdeutlicht schon die wachsende Zahl der temporär installierten Pop-Up-Stores.

Quelle: Studie im Auftrag der Deutschen Post: Einkaufen 4.0  - der Einfluss von E-Commerce auf Lebensqualität und Einkaufsverhalten

„Das Geld soll vor allem für die internationale Expansion von Rocket Internet eingesetzt werden“, erklärte Samwer. „Wir konzentrieren uns vor allem auf Länder außerhalb der USA und Chinas, wo in den kommenden fünf Jahren das größte Wachstum der Internet-Verbreitung zu erwarten ist.“

Deshalb sei Rocket inzwischen nicht nur in Europa aktiv, sondern auch in Lateinamerika, Südost-Asien, Indien, Russland, Australien, Afrika und dem Mittleren Osten.

Kommentare (5)

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Schaedlingsbekaempfer

16.07.2013, 21:14 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

KuntaKinte

16.07.2013, 22:10 Uhr

bisschen hart formuliert, aber absolut richtig !

Charly

16.07.2013, 22:24 Uhr

@Schaedlingsbekaempfer

Die Samwer-Brüder gehören zu den Ratten der Weltwirtschaft.
Sie betreiben keine "soliden" Investitionen sondern Spekulationsgeschäfte. z.B. Zalando oder die Ferienwohungsblöcke in der Schweiz, schnell durchgepeitscht, viel Umsatz, übler Ruf, trotzdem ist der Pöbel so blöd und bestellt dort.

Wenn der Laden zusammenbricht, jammern wieder die Dummbolde bei denen das Geld "eingesammelt" wurde.

Solche Zockertypen werden dann wieder vom Staat hofiert, während seriöse Firmen schikaniert und vom Staat ruiniert werden.

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