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05.04.2015

11:23 Uhr

Rote Zahlen im TV-Segment

Sony-Chef hält tiefe Einschnitte für denkbar

Der Sony-Chef Kazou Hirai schließt nicht aus, dass er Geschäftsbereiche seiner Firma schließen könnte. Der Elektronik-Markt sei hart umkämpft und der Konzern müsse sich anpassen.

Sony-Chef Kazuo Hirai: „Der Verkauf, das Schließen eines Geschäftsbereichs sind Optionen in jedem Geschäft.“ ap

Kazuo Hirai

Sony-Chef Kazuo Hirai: „Der Verkauf, das Schließen eines Geschäftsbereichs sind Optionen in jedem Geschäft.“

BerlinSony-Chef Kazuo Hirai geht von weiteren Umbaumaßnahmen innerhalb des japanischen Elektronik-Konzerns aus. „Vor dem Hintergrund, wie umkämpft dieser Markt ist und wie schnell er sich ändert, müssen wir uns anpassen.“ Dies gelte sowohl für den Mobilbereich mit Smartphones als auch das TV-Geschäft, sagte Hirai der „Welt am Sonntag“. Dabei seien auch tiefe Einschnitte denkbar. „Der Verkauf, das Schließen eines Geschäftsbereichs oder die Zusammenarbeit mit anderen Herstellern sind Optionen in jedem Geschäft.“

Das TV-Segment schreibt seit langem rote Zahlen, könnte aber im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 die Gewinnschwelle erreicht haben. Zahlen werden erst im April erwartet. Es sei möglich, dass Sony hier aus den Verlusten herausgekommen sei, so Hirai.

Sony in der Dauerkrise

„One Sony“

Sony tut sich seit Jahren schwer. Als Kazuo Hirai Anfang 2012 den Chefposten übernahm, gab er die Devise „One Sony, One Management“ aus. Er will den japanischen Konzern in den drei Kernbereichen Smartphones, Digitalkameras und Computerspiele wieder zu einem schlagkräftigen Wettbewerber machen.

Ohne Partner im Smartphone-Geschäft

Große Hoffnung setzt Sony in das Smartphone-Geschäft. Deswegen übernahm der Konzern 2012 vom schwedischen Partner Ericcson dessen Anteile am schwächelnden Handy-Hersteller Sony Ericsson. Mit einem Angebot aus einer Hand will Sony gegen Wettbewerber wie Apple, Samsung und LG Boden gutmachen. Allerdings wird der Wettbewerb immer härter, chinesische Hersteller drängen mit günstigen Preisen in den Markt.

Eintritt ins Wohnzimmer

Mit seiner Playstation ist Sony unter Computerspielern eine feste Größe. Das neue Gerät, die seit Ende 2013 verkaufte Playstation 4, soll den Verkauf von Hardware und Software wieder ankurbeln. Das Geschäft läuft rund, Sony verkauft deutlich mehr Geräte als der Konkurrent Microsoft mit seiner Xbox One.

Probleme im Kamerageschäft

Das Kamerageschäft ist eine der drei großen Sony-Sparten, und auch hier tut sich der Konzern schwer. Der Absatz von Kameras und Camcordern sinkt, gerade kompakte Geräte leiden unter der Konkurrenz durch Smartphones. Allerdings profitiert Sony von der Nachfrage nach seinen Bildsensoren.

Raus aus dem PC-Markt

Der PC-Markt schrumpft – und Sony will nicht mehr mitschrumpfen: Der Konzern hat 2014 den Geschäftsbereich mit der Marke Vaio an einen Investmentfonds verkauft.

Keine Lösung fürs TV-Geschäft

Der Wettbewerb auf dem TV-Markt ist brutal – darunter leidet auch Sony, der Konzern schreibt mit Fernsehern seit Jahren Verluste. Nun gliedert er die Sparte in eine separate Gesellschaft aus. Was das Unternehmen damit plant, ist derzeit unklar.

Filmstudio leidet unter Cyberangriff

In den traditionellen Geschäftszweigen Film und Musik läuft es bei Sony meistens gut. Allerdings erschütterte Ende 2014 ein Hackerangriff das Hollywood-Studio Sony Pictures. Die Angreifer veröffentlichten zahlreiche vertrauliche Daten im Netz, darunter auch unveröffentlichte Filme und Skripte.

Das Geschäft bleibe dennoch herausfordernd. „Das ist kein Spaziergang. Wenn wir nun profitabel sind, ist das keine Garantie, dass im nächsten Jahr auch so ist.“

Von

rtr

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