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28.11.2016

12:27 Uhr

Router-Ausfall

Telekom prüft Hinweise auf Hacker-Angriff

Ein Hacker-Angriff auf die Kunden-Router? Auch am Montagmittag melden im ganzen Land Telekom-Kunden Probleme. Internetanschlüsse in großer Zahl funktionieren nicht. Das Unternehmen sucht nach der Ursache.

Nach Netzstörung

Wurde die Telekom Opfer eines Hacker-Angriffs?

Nach Netzstörung: Wurde die Telekom Opfer eines Hacker-Angriffs?

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Düsseldorf/Bonn/BerlinNach den massiven Störungen bei Anschlüssen der Deutschen Telekom geht das Unternehmen nach eigenen Angaben auch ersten Spuren eines Angriffs von außen nach. Möglicherweise handele es sich bei den Router-Ausfällen um einen Eingriff von außen – und nicht um einen normalen, aber ebenfalls ärgerlichen Systemausfall, sagte ein Sprecher am Montag der dpa. „Wir haben erste Hinweise darauf, dass wir möglicherweise Opfer eines Hacker-Angriffs geworden sind.“ Das würden Analysen der IT-Sicherheit und der Forensiker bei der Telekom nahelegen. Das sei jedoch weiterhin nicht bestätigt und zudem nur eine Möglichkeit von vielen, sagte ein Sprecher auf Handelsblatt-Anfrage. Alle Ursachen würden geprüft.

In weiten Teilen Deutschlands bestanden auch am Montagmorgen heftige Störungen des Netzes der Deutschen Telekom. Zahlreiche Beschwerden in sozialen Netzwerken und Foren zeigen, dass das Problem in weiten Teilen des Landes auftritt. Am Montagmorgen teilte das Unternehmen mit, dass bundesweit rund 900.000 sogenannte Router betroffen waren. Die Geräte dienen der Einwahl ins Netz der Telekom und ermöglichen damit Telefonie, Internet und auch den Online-Fernsehempfang.

Die Ausfälle bei der Deutschen Telekom beschäftigen auch die Politik: Nach offiziellen Angaben haben diese jedoch keine Auswirkungen auf die Arbeit der Bundesregierung. Der Fall zeige aber die Bedeutung der Cybersicherheit, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Man müsse diese Aufgabe sehr ernst nehmen. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums ergänzte, die Prüfung des Falles sei noch nicht abgeschlossen.

Am frühen Morgen sei eine neue Software in das Netz eingespeist worden, die den Fehler beheben soll, teilte das Unternehmen mit. Erneut riet die Telekom betroffenen Kunden, den Router kurz vom Netz zu trennen und dann wieder einzuschalten. Die Störung betreffe zwar das gesamte Bundesgebiet, aber nur bestimmte Router-Typen. Welche Modelle davon im Detail betroffen sind, wird derzeit noch untersucht.

Am Montagmorgen war zu lesen, dass verschiedene Regionen besonders betroffen seien. Die Telekom nahm dazu auf der Facebook-Seite „Telekom hilft“ Stellung: „Es ist immer wieder zu lesen, dass besonders die Ballungsgebiete betroffen sind. Dem ist nicht so, es gibt keinen lokalen Schwerpunkt. Die Häufung des Fehlerbildes in den Ballungsgebieten ergibt sich aus der Bevölkerungsverteilung und ist somit ausschließlich ein statistisches Ergebnis.”

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Während die Deutsche Telekom beim schnellen Internet auf eine Übergangstechnik setzt, um Kunden schnell anzubinden, fordern Wettbewerber mehr Glasfaser – und klare politische Vorgaben.

Auf genau dieser Service-Seite bei Facebook entlädt sich die Wut vieler Kunden. Mit Angabe der Postleitzahl melden sie Störungen und beklagen auch, dass ein von der Telekom empfohlener Schritt zur Behebung des Problems wohl nur kurzfristig hilft: Die Trennung und das Wiederanschließen des Routers an das Internet. Doch gegen Mittag nehmen auch die Meldungen derer zu, bei denen wieder alles zu laufen scheint.

„Routerstecker ziehen hilft immer – für drei Minuten, dann ist das Telefonie-Lämpchen wieder aus und weder Internet, Fernsehen noch Telefon funktionieren“, berichtet ein Nutzer. Zahlreiche Kunden verlangen bereits nach Gutschriften. Teilweise sei die Störung bereits seit Samstagnachmittag aufgetreten. „,Aufgrund des Fehlerbildes ist nicht auszuschließen, dass auf Router gezielt Einfluss von außen genommen wurde, mit dem Ergebnis, dass sie sich nicht mehr im Netz anmelden können.‘ Das halte ich für einen Witz.....wie soll denn von außen auf allen diesen Routern Einfluss genommen werden? Überprüft doch mal Eure Konfig.”, meint eine Nutzerin als Reaktion auf den Telekom-Ratschlag, die Router kurz auszuschalten.

Fakten zur Telekom

Spitzenreiter in Europa

Die Deutsche Telekom ist mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro eines der größten europäische Telekommunikationsunternehmen. Der Konzern beschäftigt rund 220.000 Mitarbeiter. Größte Tochter mit mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz ist Telekom Deutschland. Außerdem ist die Deutsche Telekom in 12 weiteren Ländern vertreten.

Ein Erbe der Bundespost

Hervorgegangen ist der Konzern aus der Deutschen Bundespost. Um das Staatsunternehmen wettbewerbsfähig zu machen, wurde es von 1990 an in die Geschäftsbereiche Telekom, Postdienst und Postbank aufgeteilt und schrittweise privatisiert. Seit 1995 ist die Deutsche Telekom eine Aktiengesellschaft.

Ein Global Player ...

Der erste Vorstandsvorsitzende Ron Sommer versuchte, den ehemaligen Staatsbetrieb mit Zukäufen in aller Welt zum „Global Player“ zu machen. Heute ist die Deutsche Telekom in 50 Ländern vertreten und erlöst mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

... mit Hoffnung auf die USA

T-Mobile US tat sich gegen die Marktführer AT&T und Verizon lange schwer. Seit dem Zusammenschluss mit dem Wettbewerber MetroPCS und unter der Führung des CEOs John Legere, ist die Kundenzahl wieder deutlich gewachsen, der Umsatz ebenso. Allerdings stehen auch hohe Investitionen an.

AG mit Staatsbeteiligung

Bei mehreren Börsengängen nahm die Telekom Milliarden ein. Dennoch ist der Staat immer noch beteiligt: Die Staatsbank KfW und der Bund halten zusammen 31,7 Prozent der Anteile. Der Anteil der einst hofierten Privatanleger ist auf unter 15 Prozent gefallen, den Rest halten institutionelle Anleger.

Ein Nutzer scherzt: „Mitten im Formel 1 Finale geht das Internet und somit das Fernsehen nicht. Leider weiß ich bis jetzt nicht, wer Formel 1 Weltmeister ist. Hat Schalke verloren? Ist Trump noch Präsident?“ „Seit Samstag Nachmittag KEIN INTERNET UND KEIN TELEFON !!! HOTLINE NICHT ERREICHBAR !! Kann alles nicht sein ,ich hoffe die Telekom denkt bei der nächsten Rechnung an ihre Kunden die nicht die volle Vertragsleistung erhalten haben !!!! Und gewährt ihren Kunden Rabatt für den Monat November .... Sollte die Telekom den vollen Betrag abrechnen, werde ich zum Anwalt gehen.", schließt sich ein anderer Nutzer an.

Deutschlands Funklöcher

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Kommentare (33)

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Herr Max Nolte

28.11.2016, 09:06 Uhr

aber wehe wehe man zahlt mal einen Tag zu spät die Rechnung, dann bekommt man direkt das volle Programm der ABmahnungsabteilung und WEHE man fechtet Beträge an, weil man diese nicht zuordnen kann...dann geht die Abmahnmaschine erst richtig los bei der Telekom!
Ich hoffe dass alle Betroffenen auf Schadenersatz bestehen und sich auch nicht von der klassischen Hinhalte- und Verwirrungstaktik ("wir sind dafür nicht zuständig") abschrecken lassen!

Frau Brigitte Hüffel

28.11.2016, 09:24 Uhr

Mir scheint es gibt immer heufiger solche Ausfälle auch bei anderen Telefon Firmen.
Ist das eine Folge von übertriebener Sparsamkeit ?

Herr Eduardo Lopez

28.11.2016, 09:25 Uhr

@ Marc Hofmann
"So langsam macht sich die Deutsche Marode Stromversorgung durch die Grün-Sozialistische Energiewende bemerkbar."

Und was hat das mit den Problemen der Telefkom zu tun?. Nichts! Aber auch gar nichts!!

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