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18.03.2013

10:43 Uhr

RSS-Reader wird eingestellt

Google-Nutzer flüchten in Scharen

Google stellt seinen populären RSS-Feed im Rahmen eines „Frühjahrsputzes“ ein. Die Nutzer sind enttäuscht – und suchen nach Alternativen. Anbieter Feedly kann den Ansturm kaum bewältigen.

Bunte Google-Welt: Der Suchmaschinen-Konzern stellt einen seiner Dienste ein. dapd

Bunte Google-Welt: Der Suchmaschinen-Konzern stellt einen seiner Dienste ein.

BerlinMehr als eine halbe Million enttäuschte Nutzer von Googles RSS-Reader sind am Wochenende beim Reader Feedly aufgenommen worden. Um den Ansturm zu bewältigen, sei die Serverkapazität aufgestockt worden, teilten die Betreiber auf einem Blogeintrag mit. Inzwischen stehe das zehnfache an Bandbreite zur Verfügung.

RSS ist ein offener Internet-Standard, mit dem man die neuesten Beiträge von Websites und Blogs schnell gesammelt in einer Übersicht lesen kann. Der Google Reader war der populärste RSS-Überblicksdienst. Google will den Service zum 1. Juli im Rahmen seines „Frühjahrsputzes“ einstellen.

Das Feedly-Team betonte nun, in den kommenden 30 Tagen sollen wöchentlich neue Funktionen hinzukommen und Verbesserungsvorschläge der neuen Nutzer umgesetzt werden. Ebenfalls innerhalb von 48 Stunden nachdem Google die Einstellung seines beliebten Readers bekanntgab, sei die App für Feedly zur Nummer eins in Apples App-Store geworden.

In einem Blogeintrag rechtfertigte der Google die Einstellung mit dem Hinweis, dass die Nutzung des Readers gesunken sei. Außerdem wolle sich das Unternehmen auf andere Projekte fokussieren. Nach dieser Ankündigung hagelte es Proteste. Rechtzeitig zum 1. Juli will Feedly nun sicherstellen, dass Nutzer von allen gängigen Plattformen wie iOS, Android, Chrome, Firefox und Safari ihre Nachrichtenpakete migrieren können, hieß es.

Googles wichtigste Geschäfte

Vielzahl an Produkten

Google Suche, Gmail, Google Maps, der Online-Speicher Google Drive, das Smartphone-Betriebssystem Android mit dem App-Store Google Play und, und, und: Die Liste der Google-Dienste wird immer länger. Und in seinen geheimen Labs arbeitet der Konzern an einem selbstfahrenden Auto oder Ballons, über die entlegene Gegenden mit Internet-Zugängen versorgen sollen.

Hochprofitable Suche

Wenn es aber um das Geldverdienen geht, ist Google vom Geschäft mit Online-Werbung abhängig. Fast 90 Prozent des Umsatzes stammen aus diesem Segment, ein Großteil aus der Internet-Suche. In der Bilanz wird sonst nur noch ein Segment mit dem wenig aussagekräftigen Titel „Other“ (Anderes) aufgelistet.

Android

Googles Betriebssystem Android dominiert den Smartphone-Markt. Es hilft dem Konzern, seine Dienste fürs mobile Internet zu verbreiten, sorgt mit dem Play Store mit Apps, Filmen und Musik aber auch für wachsende Einnahmen. Experten vermuten, dass diese den Großteil des „sonstigen“ Umsatzes ausmachen.

Google Appsl

Um sich aus der Abhängigkeit aus den Werbeeinnahmen zu befreien, hat Google in den vergangenen Jahren immer wieder Initiativen gestartet, etwa kostenpflichte Anwendungen für Firmen. Das Office-Paket Apps for Business und die E-Mail-Plattform sind Kernbestandteile der Geschäftskundenstrategie. Google Apps generiert Umsatz aus monatlichen Gebühren.

Google+

Soziale Netzwerke sind viele Internet-Nutzer zum ersten Anlaufpunkt im Internet geworden. Facebook ist hier mit Abstand die Nummer 1, Google will dem Marktführer mit Google+ Paroli bieten. Dass der Konzern den riesigen Abstand aufholt, ist allerdings unwahrscheinlich.

Cloud Computing

Ob Gmail, Google Docs oder Google Drive: Google-Dienste laufen nicht auf dem lokalen Rechner, sondern im Rechenzentrum. Der Konzern hat eine große Expertise in Sachen Cloud Computing, die er auch vermarkten will: Firmen können Rechenleistung oder Speicher bei dem Konzern mieten.

Chrome OS

Google will mit Chrome OS ein neuartiges Betriebssystem für Computer etablieren – es setzt voll aufs Internet und ruft Daten und Dienste aus der „Wolke“ ab. Mit dem System will das Unternehmen seine Produkte verbreiten. Bislang ist die Verbreitung von Chrome OS allerdings noch überschaubar.

Von

dpa

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