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27.08.2015

08:30 Uhr

RTL-Chefin Schäferkordt

Die Angela Merkel des Privatfernsehens

VonHans-Peter Siebenhaar

RTL-Chefin Anke Schäferkordt hat erneut ihr geschicktes Händchen bewiesen. Die deutschen Sender und das Digitalgeschäft lassen die Gewinne der Mediengruppe sprudeln. Und Schäferkordt strotzt vor Optimismus.

Die Co-Chefin der RTL Group sorgt bei dem Sender für sprudelnde Gewinne. dpa

Anke Schäferkordt

Die Co-Chefin der RTL Group sorgt bei dem Sender für sprudelnde Gewinne.

Auch wenn Fernsehkritiker über die mangelnden Innovationen der RTL-Sender in Deutschland gerne die Nase rümpfen: Wirtschaftlich sind RTL, Vox, Super RTL & Co. erste Klasse. Die deutsche Tochter der RTL Group hat im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis eingefahren. Das sind Zahlen, wie sie das Führungstandem Anke Schäferkordt und Guillaume de Posch lieben.

Die deutschen RTL-Sender fuhren ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) von 343 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 313 Millionen) ein – ein Plus von fast zehn Prozent. Das ist auch für Schäferkordt, die Angela Merkel des deutschen Privatfernsehens, ein persönlicher Erfolg. Denn die einstige Vox-Chefin hatte die Sender schlank aufgestellt und zudem ein geschicktes Händchen bewiesen. Die 52-Jährige setzt auf bewährte Marken und populäre Importware aus Hollywood.

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Schäferkordt und de Posch, früher Chef von Pro Sieben Sat 1, zeigen abermals, dass sich Bertelsmann auf die in Luxemburg ansässige RTL Group verlassen kann. Die Beiden liefern beim Großaktionär in der ostwestfälischen Provinzstadt Gütersloh ein Sack voll Geld ab. Das Ebita des Gesamtkonzerns stieg um 3,3 Prozent auf stolze 534 Millionen Euro. Die Erlöse legten um 3,8 Prozent auf knapp 2,8 Milliarden Euro in den ersten sechs Monaten zu. Erst am Dienstag hatte der Verwaltungsrat eine außerordentliche Dividende von ein Euro pro Aktie genehmigt. Die Ausschüttung erfolgt im September.

Zur Freude von Bertelsmann hob RTL am Donnerstag auch noch die Aussichten für das Gesamtjahr an. Der Umsatz soll angesichts des positiven Werbemarktes in Deutschland, Frankreich und Spanien steigen. Das Ebita soll mindestens stabil bleiben. Das ist eine gute Grundlage für Bertelsmann. Das Familienunternehmen der Milliardärsfamilie Mohn wird am kommenden Montag seine Bilanz vorlegen.

Schon jetzt ist klar, dass die Zahlen des Gütersloher Mutterkonzerns durchaus Glanz haben werden. Denn RTL ist der mit Abstand größte Gewinnbringer des traditionsreichen Medienkonzerns. Die Rendite aus dem Fernsehgeschäft wird in Ostwestfalen dringend gebraucht. Denn schließlich will Bertelsmann den zusammen mit dem britischen Medienkonzern Pearson betriebenen Buchkonzern Penguin Random House komplett übernehmen. Im Oktober läuft die Haltefrist für Pearson ab.

Im Gegensatz zum Konkurrenten Pro Sieben Sat 1 hatte die RTL Group früher eher zögerlich in das digitale Geschäft investiert. Doch die Aufholjagd des Luxemburger Konzerns hat begonnen. Durch Zukäufe und angesichts des wachsenden Online-Videomarktes haben sich die Umsätze im Digitalgeschäft mit 219 Millionen Euro in den ersten sechs nahezu verdoppelt. Die Inhaltetochter Fremantle (Ufa, Grundy) , die bereits über 210 Videokanäle auf der Google-Tochter Youtube betreibt, konnte die Zahl der Abrufe im vergangenen halben Jahr um mehr als ein Drittel steigern.

Die digitalen Töchter wie Broadband TV, Stylehaul und Spotxchange wuchsen nach Unternehmensangaben sehr stark. Künftig wollen Schäferkordt und der Belgier de Posch – er verantwortet das internationale Geschäft – den Konzern weiter in Richtung digitales Videogeschäft umbauen. Zukäufe und weitere Allianzen sind geplant.

Kommentare (1)

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Herr Hugo Brestel

27.08.2015, 09:16 Uhr

na, na, bitte keine unguten Vergleiche, schliesslich kann die Chefin von RTL doch sehr gute Ergebnisse vorweisen, was man bei kritischer Betrachtung für die Kanlzerin so wohl kaum behaupten kann.
Im Kanzleramt ist mehr Schein als Sein und deshalb würde Kanzlerin Merkel in der Wirtschaft sehr als Kaiserin ohne Kleider enttarnt werden!

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