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08.09.2012

14:13 Uhr

RTL-Interactive-Chef

„Bundesliga? Geschenkt gerne!“

Die Verlängerung von linearen TV-Inhalten auf andere Plattformen wie Internet oder Smartphones gewinnt zunehmend an Bedeutung, sagt RTL-Interactive-Chef Marc Schröder. Exklusiv-Inhalte hält er dagegen für problematisch.

RTL-interactive-Chef Marc Schröder. picture-alliance

RTL-interactive-Chef Marc Schröder.

KölnHerr Schröder, das Oberlandesgericht Düsseldorf hat vor wenigen Wochen Ihre Beschwerde gegen die Untersagung der mit ProSiebenSat.1 geplanten Videoplattform abgewiesen. Werden Sie die Entscheidung nun vor dem Bundesgerichtshof überprüfen lassen?

Schröder: Obwohl wir unser geplantes Projekt einer senderoffenen Internet-Plattform zum zeitversetzten Abruf von TV-Inhalten ohne jegliche eigene Vermarktungsaktivität nach wie vor für wettbewerbsrechtlich unbedenklich halten und die getroffene Entscheidung insbesondere angesichts der Position internationaler Player im Netz nicht nachvollziehen können, werden wir nicht weiter gegen die Entscheidung vorgehen. Vielmehr werden wir die in der Zwischenzeit unabhängig von dem geplanten Projekt deutlich ausgebauten Video-on-Demand Angebote unserer Gruppe unter der Marke "now" weiter forcieren, wie zuletzt mit dem Start von RTL II now und RTL Nitro now. Im November werden wir diese Familie mit dem Start von n-tv now komplettieren. Vielleicht noch in 2012 werden wir die Now-Angebote auf den TV-Bildschirm bringen als weitere Plattform nach Computer, Smartphones und Tablets. Kunden von Kabel Deutschland werden voraussichtlich bis zum neuen Jahr in den Genuss unserer non-linearen Angebote der Now-Familie kommen. Gespräche mit weiteren Plattformbetreibern laufen, von denen das eine oder andere durchaus fortgeschritten ist.

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Ihr Gesellschafter RTL Group hat vor wenigen Wochen die Halbjahreszahlen bekannt gegeben. Was hat der Digitalbereich, den Sie verantworten, zu dem Ergebnis der Mediengruppe RTL Deutschland beigesteuert?

Schröder: Bewegtbild ist der Wachstumsmotor auch im Internet. Mit den professionell produzierten Bewegtbildinhalten der Mediengruppe RTL Deutschland haben wir im ersten Halbjahr 634 Millionen Videoabrufe im Internet erzielt. Ein Plus von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bei der mobilen Nutzung liegen die Wachstumsraten mit 92 Prozent noch deutlich höher. Wir partizipieren damit an zwei Megatrends. Erstens, die Ausdehnung der linearen Nutzung auf alle relevanten Geräte wie beispielsweise auch über Smartphones oder Tablets. Zweitens, die Bereitstellung der Inhalte zur zeitversetzten, nicht-linearen Nutzung. Wir verfolgen dabei konsequent das Prinzip "RTL überall und jederzeit". Das gelingt seit vielen Jahren mit den Sendersites, seit 2006 mit unserem Videoclip-Portal Clipfish und seit 2007 mit RTL now unsere Video-on-Demand Plattform zum zeitversetzten Abruf kompletter Sendungen. Seit 2010 erreichen wir gerade das junge Publikum auch mit der RTL App mit 24-h-Live-TV. Im Februar haben wir darüber hinaus die Second Screen App RTL Inside gestartet, die die Zuschauer parallel zur TV-Ausstrahlung mit TV-synchronen Informationen und Videos versorgt und den Ausstauch mit anderen über soziale Netzwerke ermöglicht. Zum Start der RTL-Show Supertalent werden wir die Second Screen App auch für Tablets und online anbieten. Früher haben wir "nur" Fernsehen gemacht, heute bieten wir Bewegtbildinhalte auf allen Plattformen an - mit weiter zunehmenden Nutzungszahlen bei auch wirtschaftlich sehr gesunder Entwicklung.

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