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31.01.2013

08:34 Uhr

Rückgang im Weihnachtsquartal

Infineon-Gewinn bricht massiv ein

Das tut weh: Beim Chipkonzern Infineon ist der Überschuss um im Weihnachtsquartal um 86 Prozent geschrumpft. Auch der Umsatz ist stark zurückgegangen. Trotzdem gibt sich Infineon-Chef Ploss zuversichtlich.

Der Halbleiterhersteller Infineon muss einen Gewinneinbruch verkraften. dpa

Der Halbleiterhersteller Infineon muss einen Gewinneinbruch verkraften.

MünchenDer Chipkonzern Infineon bekommt die schwache Nachfrage seiner Kunden in der Industrie zu spüren. Der Gewinn brach im Weihnachtsquartal verglichen mit den drei Monaten zuvor um 86 Prozent auf 19 Millionen Euro ein, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz sank um 13 Prozent auf 851 Millionen Euro.

Der seit Oktober amtierende Vorstandschef Reinhard Ploss zeigte sich dennoch optimistisch. "Umsatz- und Ergebnis entsprechen unseren Erwartungen, die Sparmaßnahmen zeigen Wirkung. Solange die Weltwirtschaft keinen Dämpfer bekommt, sollte es wie erwartet weiter aufwärtsgehen." Auf operativer Ebene schnitt Infineon etwas besser ab als von Analysten erwartet: Der Betriebsgewinn der Segmente ging lediglich um knapp zwei Drittel auf 44 Millionen Euro zurück.

Im abgelaufenen Quartal schlug sich vor allem die Investitionsscheu der Industriekunden auf die Infineon-Bilanz nieder. Der Umsatz der Sparte sank um ein Viertel, während die Geschäfte mit der Auto- und Energiebranche lediglich um je ein Zehntel abnahmen. Für das laufende Quartal erwartet Ploss bereits die Trendwende. Während die Umsätze in den meisten Bereichen stagnierten, zögen die Einnahmen aus der Autoindustrie deutlich an. Das Segmentergebnis werde sich leicht verbessern.

PC-Markt Deutschland

Nicht gut in Form

Der PC-Markt in Deutschland ist umkämpft. Der Absatz ist im dritten Quartal 2012 um 19 Prozent auf 2,68 Millionen Computer gesunken, wie das auf IT-Themen spezialisierte Marktforschungsunternehmen Gartner ermittelt hat. Belebung könnte allerdings die Markteinführung des neuen Microsoft-Betriebssystems Windows 8 gebracht haben – diese schlägt sich in den Zahlen noch nicht nieder.

Nummer 1: Lenovo

Die Nummer 1 in Deutschland ist Lenovo. Das chinesische Unternehmen verkaufte zwischen Juli und September 421.000 Geräte, ähnlich viele wie im Vorjahreszeitraum. Da der Markt schrumpfte, konnte Lenovo seinen Anteil damit auf 15,8 Prozent steigern.

Nummer 2: Acer

Acer musste massive Einbußen von mehr als 11 Prozent hinnehmen, verzeichnet aber trotzdem mit 14,7 Prozent etwas mehr Marktanteil als noch vor einem Jahr. 392.000 Geräte verkaufte das taiwanische Unternehmen in Deutschland.

Nummer 3: Hewlett-Packard

Noch bitterer lief es für Hewlett-Packard, einst die Nummer 1 im PC-Markt: Der US-Hersteller verkaufte im dritten Quartal nur noch 336.000 PCs, fast ein Drittel weniger als im Vorjahr. Der Marktanteil schrumpfte auf 12,6 Prozent.

Nummer 4: Dell

Dell verkaufte 206.000 PCs, rund 35.000 weniger als im dritten Quartal des Vorjahres – da andere Hersteller größere Einbußen hatten, stieg der Marktanteil damit aber leicht auf 7,7 Prozent.

Nummer 5: Asus

Ein besonders schlechtes Jahr hatte Asus: Der Absatz brach um 37,8 Prozent auf 196.000 Geräte ein. Marktanteil: 7,3 Prozent.

Für das laufende Geschäftsjahr (zum Ende September) hielt Ploss an seiner Prognose fest. Demnach werden die Einnahmen um fünf bis neun Prozent schrumpfen, die operative Marge werde bei fünf bis neun Prozent liegen. Um auf die Flaute zu reagieren, hatte der Manager bereits im Herbst die Investitionen seines Hauses zusammengestrichen und einen Sparkurs eingeschlagen, um mit schwarzen Zahlen durch den Abschwung zu kommen.

Von seinem langfristigen Ziel einer Betriebsrendite von um die 15 Prozent ist Infineon derzeit zwar weit entfernt, Ploss hält allerdings bislang das Versprechen, sein Haus unter allen Umständen profitabel zu führen.

In der zyklischen Halbleiterindustrie haben derzeit viele Anbieter unter einem Abschwung zu leiden. Konkurrenten wie Texas Instruments klagten zuletzt über Kundenzurückhaltung und Bestellungen erst auf den letzten Drücker. Der Auftragsfertiger TSMC verzeichnete Umsatzeinbußen. Ausrüster wie ASML und Süss Microtec monierten eine schwankende Auftragslage und erwarten ein schwaches erstes Halbjahr 2013.

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