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25.08.2011

05:57 Uhr

Rücktritt des Apple-Chefs

Steve Jobs kann nicht mehr

VonNils Rüdel

Visionär, Revolutionär oder einfach „His Steveness”: Der schwer kranke Apple-Chef Steve Jobs ist zurückgetreten. Er bleibt seinem Konzern zwar in einem wichtigen Amt erhalten, doch Anleger sind skeptisch.

Apple-Konzernchef Steve Jobs tritt ab dapd

Apple-Konzernchef Steve Jobs tritt ab

WashingtonWenn es um Apple geht, so sind es vor allem zwei Fragen, die Anleger, Mitarbeiter, die ganze Branche seit Jahren bewegen: Wie krank ist Steve Jobs? Und wie lange hält er es noch aus als Chef des erfolgreichsten Elektronikkonzerns der Welt? Zumindest letztere Frage ist nun beantwortet: Der legendäre Konzernlenker ist am Mittwochabend mit sofortiger Wirkung zurückgetreten.

In einem bewegenden Brief „an den Apple-Vorstand und die Apple-Community“ schreibt der 56-Jährige: „Ich habe immer gesagt, sollte jemals der Tag kommen, an dem ich nicht mehr länger meinen Verpflichtungen als Chef von Apple nachkommen und die Erwartungen erfüllen kann, werde ich der Erste sein, der es Euch sagt. Leider ist dieser Tag gekommen.“ Trotzdem wolle er dem Konzern als Chef des Verwaltungsrats „weiter dienen“.

Als Nachfolger empfiehlt Jobs seinen Kronprinzen Tim Cook, der bisher das operative Geschäft leitet. Wie Apple noch am Mittwoch mitteilte, soll es genau so geschehen. „Der Verwaltungsrat hat vollstes Vertrauen, dass Tim der Richtige ist als neuer Vorstandschef“, ließ Ratsmitglied und Compaq-Chefaufseher Art Levinson mitteilen. Und Jobs werde dem Konzern auch künftig weiter dienen, „mit seinem einmaligen Wissen, seiner Kreativität und seinen Eingebungen“.

Rücktrittserklärung: „Apple hat seine hellsten Tage noch vor sich"

Rücktrittserklärung

"Apple hat seine hellsten Tage vor sich"

In einem offenen Brief erläutert Steve Jobs seine Rücktritts-Entscheidung.

Die Mitteilung soll nicht zuletzt beruhigend auf die Anleger wirken: Im nachbörslichen US-Handel brach der Kurs der Apple-Aktie um sieben Prozent ein. In Tokio rutschte der Kurs am frühen Morgen um mehr als fünf Prozent ab und riss Futures auf die Indizes S&P 500 und Nasdaq mit sich. Experten rieten umgehend dazu, Ruhe zu bewahren: „Keine Panik“, so Analyst Colin Gillis, „es ist genau die richtige Entscheidung“. Sie spreche für Kontinuität. Der Einbruch an den Börsen ist typisch für die Apple-Aktie: Es reichten stets schon Gerüchte über den Gesundheitszustand des Konzernchefs, um den Kurs um ein paar Prozent nach oben oder nach unten zu jagen.

„Der Erfolg von Apple wurde stets eng mit Steve Jobs verknüpft“, sagte Vermögensverwalter Matt McCormick der Nachrichtenagentur Bloomberg. So lange er dabei sei, gehe die Aktie durch die Decke. Nun sei das vorerst Vergangenheit. „Die Aktie wird erst mal vor sich hindümpeln, bis Cook die Investoren von seinem Wert überzeugen kann“, so der Experte. „Es ist nicht das Ende für Apple, aber das Ende eines Kapitels“.

Mit Jobs‘ Abtritt von der Konzernspitze beginnt bei Apple tatsächlich eine neue Zeitrechnung. Es wird vor allem ihm zugeschrieben, dass der Konzern in den vergangenen Jahren eine beispielhafte Erfolgsstory hingelegt hat. Der einstige Mitbegründer von Apple war mitte der 80er Jahre im Streit gegangen und 1997 als Konzernchef zurückgekehrt. Was er vorfand, war ein nahezu bankrotter Laden ohne Ideen. Das sollte sich ändern: Mit iPod, iPhone iPad hat Jobs Produkte geschaffen, die unser Leben veränderten.

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