Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.11.2011

18:42 Uhr

Rundfunk

ARD verzichtet nicht auf Werbung in Online-Videothek

VonHans-Peter Siebenhaar

Die umstrittene Online-Videothek von ARD und ZDF wird nicht auf Werbung verzichten. Nach Meinungen der WDR-Justiziarin Michel würden die neuen Einnahmen auch dazu beitragen, die Rundfunkgebühr gering zu halten.

ARD-Kamerateam beim Fußball. dpa

ARD-Kamerateam beim Fußball.

Düsseldorf„Werbung ist dabei nicht ausgeschlossen“, sagte Eva-Maria Michel, Vize-Intendantin des WDR und Vorsitzende der Juristischen Kommission der ARD, dem Handelsblatt (Freitagsausgabe). Der Gesetzgeber habe festgehalten, dass den Töchtern der Rundfunkanstalten bei der kommerziellen Verwertung ihrer Spielfilme, Serien und Dokumentationen alle Einnahmequellen offen stünden. Der WDR plant federführend für die ARD zusammen mit dem ZDF die Video-on-Demand-Plattform mit dem Arbeitstitel „Germanys Gold“, die im nächsten Jahr an den Start gehen soll.

„Wir als Rundfunkanstalten möchten vor allem, dass auch nach Ablauf der gesetzlichen Verweildauern für die Mediatheken von ARD und ZDF unsere Zuschauer noch auf unsere Inhalte zugreifen können“, sagte Michel. Die Anstalten versprechen sich von der Vermarktung attraktiver Serien und Filme vor allem lukrative Einnahmen. Nach Meinungen der WDR-Justiziarin Michel würden die neuen Einnahmen auch dazu beitragen, die Rundfunkgebühr gering zu halten.

ARD und ZDF wollen ihre Fernsehproduktionen künftig in einer Online-Videothek zur Verfügung stellen. Dort könnten Nutzer sie jederzeit herunterladen. Bislang bieten die beiden Sender nur eine werbefreie Mediathek an, in der sie Filme und Nachrichten eine Woche lang nach Ausstrahlung zum Abruf anbieten dürfen. Das wird sich mit der Video-on-Demand-Plattform unter dem Titel „Germany’s Gold“ ändern: Über private Töchter dürfen die Öffentlich-Rechtlichen ihr Archiv auch zeitlich unbeschränkt vermarkten.

Beim Kartellamt läuft seit Wochen eine Fusionskontrolle. Ein Veto der Wettbewerbshüter erwartet die ARD-Chefetage aber nicht. „Ich bin optimistisch, dass das Kartellamt das Vorhaben freigibt‘, sagt Vize-WDR-Intendantin Michel. Im Gegensatz zum im März untersagten Videoportal mit dem Arbeitstitel „Amazonas“ von Pro Sieben Sat1 und RTL hätte „Germany’s Gold“ auf den relevanten Märkten keinen beherrschenden Einfluss. Die Fusionskontrolle endet fristgemäß am 28. November. Sie kann aber um zwei Monate verlängert werden kann. Unabhängig davon kann die Bonner Behörde noch eine zusätzliche kartellrechtliche Prüfung veranlassen. Ob es dazu kommt, ist allerdings offen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×