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18.08.2015

08:26 Uhr

Runtastic-Gründer Florian Gschwandtner

„Der Laufschuh der Zukunft denkt mit“

VonBritta Weddeling

Adidas hat die Fitness-App Runtastic übernommen – und so Mitgründer Florian Gschwandtner Millionen beschert. Er wird Chef bleiben und spricht im Interview über Pläne mit Wearables und die deutsche „Zack-Zack-Mentalität”.

Florian Gschwandtner hat seine Anteile an der Fitness-App verkauft, bleibt aber Chef. (Foto: Heisenberg Media, Lizenz CC BY 2.0 - https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/)

Runtastic-Chef

Florian Gschwandtner hat seine Anteile an der Fitness-App verkauft, bleibt aber Chef.

(Foto: Heisenberg Media, Lizenz CC BY 2.0 - https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/)

San FranciscoDurch das Glasdach fällt kalifornisches Nachmittagslicht. Florian Gschwandtner blinzelt und streckt sich auf dem Holzhocker in der ersten Etage des Cafés Sightglass im Bezirk South of Market, San Francisco. Um ihn herum braust Geschirrklirren auf, der Milchaufschäumer spuckt unkontrolliert, die Luft ist ein bisschen schwer. Doch der österreichische Gründer ist hellwach im Kopf.

Gerade erst stieg der Sportkonzern Adidas für 220 Millionen Euro bei dem Anbieter für Fitness-Apps ein. Er übernimmt die Mehrheitsanteile des Axel Springer Verlags und die der vier Unternehmensgründer. Im Vergleich zum geschäftigen Valley-Volk, das in dem Café vor eleganten Laptops hockt, wirkt Gschwandtner ein wenig spröde. Aber vielleicht liegt das daran, dass der Österreicher seit Start seiner Firma in Linz auch ein wenig mehr zu kämpfen hatte, als die Stanford-Absolventen aus Palo Alto, denen die Programmierer-Jobs nachgeworfen werden. Jedenfalls hat sich der 32-Jährige nach der großen Aufregung nun erstmal in die USA „abgesetzt".

Werden Sie mit den Millionen in der Tasche ab jetzt nur noch joggen?
Nein, natürlich leite ich gemeinsam mit den anderen Gründern auch innerhalb der Adidas-Gruppe weiterhin die Geschäftsaktivitäten von Runtastic.

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Florian Gschwandtner erfand mit Runtastic eine App, die Adidas 220 Millionen Euro wert ist. Nun hat der Gründer Geld und ein paar weitere Ideen: Mit dem Sportartikelriese will er abseits des Smartphones punkten.

Also kein Urlaub an der kalifornischen Küste?
Nein, heute bin ich in San Francisco, aber morgen geht es schon wieder weiter nach New York. Das wird ein Horrortag in Manhattan. Die Termine mit Journalisten und anderen Tech-Firmen sind eng getaktet. Aber Gott sei Dank nehmen es einem die Amerikaner nicht übel, wenn man etwas zu spät kommt. Die Deutschen, die haben immer diese Zack-Zack-Mentalität.

Zuhause feiert man Sie wahlweise als neue Hoffnung für die österreichische, deutsche und/ oder europäische Startup-Szene ...
… was mich sehr freut! Aber als wir 2009 in Österreich begannen, war das überhaupt nicht einfach. Wir versuchten, Investorengelder einzusammeln, kriegten aber immer zu hören: „Die Menschen wollten künftig messen, wie schnell sie rennen oder wohin? Was ist das denn für eine absurde Idee!“

Peinlich aus heutiger Sicht, schließlich reißen sich die großen Technologiefirmen derzeit um diesen Markt. Nike kooperiert mit Apple und verkauft inzwischen sogar Schuhe, Hose und Oberteil passend zur Lauf-App. Wie wollen Sie mit Runtastic da konkurrieren?
In den Markt wollen wir gemeinsam mit Adidas. Wir entwickeln Wearables weiter. Wir wollen Traditionelles mit Technologie und Fashion kombinieren.

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