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22.08.2012

08:38 Uhr

Russische Punk-Band

Pussy Riot soll zur Marke werden

VonMiriam Schröder

Die jungen Frauen brauchen Geld für die Prozesskosten. Mit dem Verkauf einer neuen CD und Fanartikeln will sich die Punk-Band finanzieren. Der Name soll dazu auch als Marke eingetragen werden.

Unterstützer der Punk Band „Pussy Riot“: Der Name der Band soll als Marke eingetragen werden. AFP

Unterstützer der Punk Band „Pussy Riot“: Der Name der Band soll als Marke eingetragen werden.

DüsseldorfSie sind derzeit die bekannteste Punk-Band der Welt: Pussy Riot, die Protestgruppe aus Russland. Drei ihrer Mitglieder sind zu zwei Jahren Haft verurteilt worden, weil sie am 21. Februar in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau die Mutter Gottes angefleht hatten, Staatspräsident Putin zu vertreiben.

Seitdem gehen die Bilder der jungen Frauen um die Welt. Stars wie Madonna oder Anthony Kiedis, Sänger der Red Hot Chili Peppers, Mike Patton von Faith No More, der britische Popsänger Sting und seine kanadische Kollegin Peaches zeigten sich solidarisch. Tausende von Demonstranten weltweit trugen T-Shirts mit dem Schriftzug "Free Pussy Riot!".

Was die Gruppe aber noch nicht hat, ist ein Hit, ein Lied, das im Radio rauf und runter gespielt wird. Ihre Songs kann man nur über das Videoportal Youtube hören. Es gibt keine CD, keine Möglichkeit zum Download. Und damit auch kein Geld für Pussy Riot.

Das soll sich nun ändern. Ihr neues Lied "Putin lights up the fires" solle auf einer CD veröffentlicht werden, sagte Robert Lieber, einer der Berater von Pussy Riot, dem Handelsblatt. Bei welchem Label die CD erscheinen werde, sei noch nicht entschieden, so der US-Anwalt, der die Website freepussyriot.org mitbetreut. Es werde aber kein russisches Unternehmen sein, dafür sei das Thema politisch zu heikel.

Die Gruppe brauche das Geld, um die Prozesskosten bezahlen zu können. Außerdem hätten zwei der drei inhaftierten Frauen Kinder, deren Betreuung sichergestellt werden müsse.

Auch mit Merchandising-Produkten könnte die rund 20-köpfige Gruppe Geld einnehmen. Man wolle den Namen "Pussy Riot" als Markenzeichen schützen lassen, sagte Mark Fejgin, einer der beiden russischen Rechtsvertreter der Gruppe, am Dienstag im Gespräch mit der russischen Nachrichtenagentur Interfax.

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