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22.02.2016

06:26 Uhr

Samsung auf dem Mobile World Congress

Mit Mark Zuckerberg in die virtuelle Realität

VonChristof Kerkmann

Samsung zeigt auf dem Mobile World Congress ein neues Galaxy-Smartphone, das wasserdicht ist und länger durchhält. Doch noch lieber träumt der Konzern von der virtuellen Realität – und ein Überraschungsgast träumt mit.

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BarcelonaWorum es an diesem Abend gehen soll – daran lässt Samsung keinen Zweifel: Auf jedem Stuhl in den engen Reihen liegt ein breites Brillengestell mit weißem Rahmen, dessen Sichtbereich eine schwarze Blende abdeckt. Die Besucher, die in den Saal strömen, sollen es schon mal an- und ausprobieren, bevor es losgeht. Ein wichtiger Hinweis: „Please, please don’t kick the Gear VR.“

Es ist eine ungewöhnliche Pressekonferenz, zu der Samsung am Vorabend des Mobile World Congress (MWC) einlädt. Ein Teil findet in der virtuellen Realität statt, in die die Besucher mit der Gear VR eintauchen – und als sie das Gerät wieder absetzen und Richtung Bühne blicken, steht dort auf einmal Facebook-Chef Mark Zuckerberg. „Die virtuelle Realität ist die soziale Plattform der Zukunft“, spricht der Überraschungsgast mehrfach ins Blitzlichtgewitter der Fotografen. Seine Euphorie hat ihren Grund: Sein Konzern hat die Firma Oculus VR gekauft, deren Technik auch Samsung einsetzt.

Die Botschaft des Abends: Samsung meint es ernst mit der virtuellen Realität. Natürlich stellt der Konzern wie erwartet sein Galaxy S7 sowie das verwandte Galaxy S7 Edge vor. Die neuen Spitzenmodelle dürften ihm in der nahen Zukunft schließlich Milliardenumsätze einbringen. Doch in einer nicht allzu fernen Zukunft soll auch VR zu einem großen Geschäft werden. Samsung will der Technik gemeinsam mit Facebook zum Durchbruch verhelfen – und gleichzeitig die Nutzer an sich binden.

Galaxy S7 und S7 Edge in aller Kürze

Mehrere Spitzenmodelle

Samsung bringt sein neues Spitzenmodell wie im Vorjahr in zwei Varianten auf den Markt: Das S7 mit einem 5,1-Zoll-Bildschirm sowie das S7 Edge, das mit abgerundeten Bildschirmecken einige Zusatzfunktionen bietet und über einen 5,5-Zoll-Bildschirm verfügt.

Bewährtes Design

Äußerlich ähneln die neuen Geräte ihren Vorgängermodellen, Glas und Metall bestimmen die Optik. Die Kameralinse ragt weniger aus dem Gehäuse, zudem ist die Rückseite nach vorne geboten. Die Geräte werden in vier Farben angeboten: Dunkelblau, Weiß, Gold und Schwarz, später auch Silber.

Weniger Pixel, größerer Sensor

Es mag erstaunen, dass die Kamera mit 12 Megapixeln eine geringere Auflösung hat als bei den Vorgängern. Dafür ist der Chip größer, so dass die Bilder gerade bei schlechtem Licht deutlich besser ausfallen sollen. Auch die Blende ist größer.

Bildschirm immer an

Weil viele Menschen das Smartphone als Uhr nutzen, hat Samsung – wie auch LG – ein Always-On-Display entwickelt. Dieses zeigt die Zeit und den Kalender an, ohne viel Strom dafür zu benötigen. Die Option lässt sich aber abschalten.

Schutz gegen Wasser und Staub

Samsung hat die neuen Geräte nach dem Standard IP68 versiegelt, sie sind damit gegen Wasser und Staub geschützt. Wenn sie in die Badewanne fallen, kann nicht viel passieren: Sie sollen bis zu 30 Minuten unter Wasser aushalten können.

Mehr Tempo, mehr Akku

Wie in jedem Jahr hat Samsung bessere Komponenten verbaut. Der Proezssor S7 sei um 30 Prozent schneller als der des S6, der Grafikchip bringe sogar ein Plus von 60 Prozent, erklärte das Unternehmen. Zudem rüstet es die Akkus auf.

Erweiterbarer Speicher

Die Geräte soll es mit 32 und 64 Gigabyte Speicher geben. Wie bei früheren Modellen können Nutzer mit einer Micro-SD-Karte zusätzliche Kapazität nachrüsten – ein häufig geäußerter Kritikpunkt am Galaxy S6.

Baldige Einführung

Die Geräte sollen ab dem 11. März auf den Markt kommen. Als Preis veranschlagt Samsung rund 700 Euro für das S7 und rund 800 Euro für das S7 Edge. Wer vorbestellt, bekommt die Virtual-Reality-Brille Gear VR im Wert von 99 Euro kostenlos dazu.

Die virtuellen Welten entstehen durch einen optischen Trick: Der Zuschauer bekommt mit einem Bildschirm direkt von seinen Augen eine andere Welt vorgegaukelt. Wenn er den Kopf dreht oder hebt, ändert sich auch die Perspektive – wie im richtigen Leben. Die Teilnehmer der Pressekonferenz sehen in einer kurzen Demo mit der Gear VR, wie drei Jungs mit dem Fußball tricksen und dabei auch den Ball über ihren Kopf spielen.

Der Facebook-Chef stahl den Samsung-Managern die Show. dpa

Zuckerberg auf der Bühne

Der Facebook-Chef stahl den Samsung-Managern die Show.

„Man fühlt sich, als wäre man da“, sagt Zuckerberg, als er in der Mitte der Bühne steht. Derzeit werde VR vor allem für Spiele eingesetzt, aber das ändere sich, ist der Facebook-Chef überzeugt. So könnten junge Eltern den Freunden und Verwandten ihren Nachwuchs ganz lebensecht zeigen. Oder Büroarbeiter sich manche Dienstreise sparen, indem sie virtuell konferieren.

Dem echten Leben kommt die virtuelle Realität am nächsten, wenn ein leistungsfähiger PC sie entwirft – die Geräte Oculus Rift und HTC Vive setzen auf solche Highend-Hardware. Samsung will dagegen in Zusammenarbeit mit Facebook das Smartphone zum Tor in die virtuelle Welt machen – auch das wird immer leistungsfähiger. In das Gestell der Gear VR, die seit 2014 auf dem Markt ist, lassen sich einige Modelle als Bildschirm stecken, auch das neue S7 und S7 Edge

Kommentare (21)

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Herr Marc Otto

22.02.2016, 08:42 Uhr

Herr Zuckerberg hat es wirklich geschafft, ein sehr intelligenter Mensch, der schon sehr früh schon den entsprechenden technischen Fortschritt / Entwicklung erkannt hat. Chapeau!
Mich würde nur mal interessieren, ob er auch schon Kontakt zu den Bilderbergern bekommen hat und wie er zu dieser Gruppe steht.

Herr Percy Stuart

22.02.2016, 08:53 Uhr

@ Marc Otto
Es ist eher so, dass durch die aktuelle Technik (PC und Spielkonsolen) und die technischen Kommunikationsgeräte (Mobiltelefon inkl. dem ganzen App-Mist) die meisten Menschen nicjt glücklicher oder zufriedener wurden. Nein, genau das Gegenteil ist der Fall! Der digitale Hype macht uns zusehens einsam, unzufrieden, austauschbar und minderwertig. Gerade die sozialen Netzwerke leisten da ganze Arbeit (das schöne und geile Leben der anderen usw, die vielen digitalen „Freunde“, die man nur vom sehen her kennt!). Was soll daran erstrebenswert sein???

Hubert Fink

22.02.2016, 08:53 Uhr

(...)

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