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20.08.2015

14:46 Uhr

Samsung bleibt vorne

Smartphone-Absatz in China schrumpft erstmals

China ist der größte Smartphone-Markt der Welt und sorgt für fast ein Drittel der globalen Verkäufe. Doch die Zeit schnellen Wachstums durch den Umstieg von einfachen Handys auf Computer-Telefone scheint vorbei.

Weil die meisten Chinesen inzwischen ein Smartphone hätten, müssten sich die Anbieter gegenseitig Marktanteil abnehmen, um zu wachsen, teilte Gartner mit. AFP

Gesättigter Markt

Weil die meisten Chinesen inzwischen ein Smartphone hätten, müssten sich die Anbieter gegenseitig Marktanteil abnehmen, um zu wachsen, teilte Gartner mit.

StamfordDie Smartphone-Verkäufe in China sind im vergangenen Quartal laut Marktforschern erstmals im Jahresvergleich zurückgegangen. Mit rund 100 Millionen Computer-Handys seien vier Prozent weniger Geräte verkauft worden als im zweiten Quartal 2014, berichtete die Analysefirma Gartner am Donnerstag. „China ist jetzt ein gesättigter Markt mit scharfem Wettbewerb zwischen einzelnen Anbietern, die einander Marktanteile wegnehmen müssen, um zu wachsen“, sagte Gartner-Experte Anshul Gupta der Deutschen Presse-Agentur.

China ist der größte Smartphone-Markt der Welt. Der Rückgang in dem Land bremste daher auch die weltweiten Verkäufe. Insgesamt wurden laut Gartner 330 Millionen Geräte abgesetzt, der Zuwachs von 13,5 Prozent ist der schwächste seit 2013.

Xiaomi: Chinas Smartphone-Star baut in Indien

Xiaomi

Chinas Smartphone-Star baut in Indien

Indien könnte schon 2017 der größte Smartphone-Markt der Welt sein. Besonders gefragt auf dem Boom-Markt sind nicht Apple oder Samsung, sondern günstige Geräte von indischen oder chinesischen Herstellern wie Xiaomi.

Samsung ist nach wie vor der größte Anbieter und verkaufte nach Gartner-Berechnungen gut 72 Millionen Smartphones. Der Marktanteil der Südkoreaner sei jedoch binnen eines Jahres von über 26 auf knapp 22 Prozent gesunken. Bei teuren Modellen machen Samsung Apples iPhones zu schaffen, im günstigen Segment werden chinesische Anbieter immer stärker.

Bei den Smartphone-Betriebssystemen liegt Googles Android nach einem leichten Rückgang bei gut 82 Prozent. Apple rückte von 12,2 auf 14,6 Prozent vor.

Smartphone-Markt im Wandel

Samsung weniger dominant

Samsung ist der mit Abstand größte Hersteller von Smartphones, doch die Dominanz bröckelt. Im dritten Quartal 2014 verkaufte der südkoreanische Konzern 78,1 Millionen Smartphones und damit deutlich weniger als ein Jahr zuvor, als er 85 Millionen Geräte absetzte. Der Marktanteil sank von 32,5 auf 23,8 Prozent, wie der Marktforscher IDC ermittelt hat. Wegen niedrigerer Verkaufspreise sinkt auch der Profit.

Apple setzt auf Premium

Apple hält seinen Marktanteil mit 12 Prozent weitgehend stabil. Der Absatz stieg deutlich auf 39,3 Millionen Geräte, wozu die neuen Modelle iPhone 6 und iPhone 6 Plus einen deutlichen Beitrag leisteten. Weil der Konzern Premiumpreise verlangt, arbeitet er mit Margen, um die ihn die Konkurrenten beneidenk.

Xiaomi holt rasant auf

Im Westen ist Xiaomi kaum bekannt, doch in China ist der Smartphone-Hersteller äußerst populär. Dank dreistelliger Wachstumsraten ist das Unternehmen nun mit einem Marktanteil von 5,3 Prozent drittgrößer Hersteller. Im dritten Quartal verkaufte er 17,3 Millionen Handys, wozu vor allem das Highend-Gerät Mi4 beitrug. Die spannende Frage: Kann Xiaomi auch im Westen Fuß fassen?

Lenovo wächst mit Motorola

Lenovo hat sich als PC-Hersteller einen Namen gemacht, drängt aber auch in den wachsenden Smartphone-Markt. Im dritten Quartal 2014 verkaufte der Konzern 16,9 Millionen Geräte, vor allem in Asien, dem Nahen Osten und Afrika. Der Marktanteil betrug 5,2 Prozent. Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern weiter wachsen.

LG legt deutlich zu

Der koreanische Hersteller LG verkauft viele günstige Geräte, ist mit dem G3 aber auch im Premiumsegment vertreten. Im dritten Quartal verkaufte er laut IDC 16,8 Millionen Geräte und sicherte sich damit 5,1 Prozent des Smartphone-Marktes. Das Resultat: LG konnte zuletzt auch den Gewinn deutlich steigern.

Große Namen, kleiner Marktanteil

Jenseits der Top 5 finden sich viele bekannte Namen: Sony und Blackberry etwa, aber auch Microsoft als Käufer der Nokia-Gerätesparte. Auch der chinesische Hersteller Huawei zählt dazu. 48,6 Prozent des Marktes fallen in diese Sammelkategorie, die IDC nicht weiter aufschlüsselt.

Von

dpa

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