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06.01.2014

19:19 Uhr

Samsung-Konkurrent

LG lässt mit Hausgeräten chatten

Der Elektronik-Konzern LG will aus dem Schatten seines Erzrivalen Samsung heraus. Bei der CES in Las Vegas zeigen die Südkoreaner neue Wege, mit Hausgeräten zu kommunizieren und bauen ihre Produktpalette aus.

Eine Präsentation von LG in Seoul. Das südkoreanische Technikunternehmen will seine Fernseher mit dem Betriebssystem WebOS ausstatten. AP/dpa

Eine Präsentation von LG in Seoul. Das südkoreanische Technikunternehmen will seine Fernseher mit dem Betriebssystem WebOS ausstatten.

Las VegasDer Elektronik-Konzern LG will Verbrauchern die Möglichkeit geben, mit ihren Hausgeräten zu chatten. Über die neue Plattform Home Chat werde man mit Kühlschrank oder Waschmaschine wie mit Menschen über einen Messaging-Dienst kommunizieren können, sagte Technik-Chef Skott Ahn am Montag auf der Elektronik-Messe CES in Las Vegas. Die Technik schreibe auch in ganzen Sätzen zurück. Zum Beispiel werde man seinen Kühlschrank nach dem Inhalt fragen können oder dem Roboter-Staubsauger schreiben, dass er noch eine Runde im Haus drehen solle. Die Plattform werde mit der Zeit auch in Deutschland eingeführt, sagte ein Sprecher.

Allerdings ist eine Unterhaltung mit dem Kühlschrank noch weitgehend Zukunftsmusik: Das Gerät ist darauf angewiesen, dass die Produkte in seinem Inneren mit RFID-Chips versehen sind. Diese werden zwar in der Logistik bereits breit genutzt – aber eher für große Transportverpackungen statt einzelner Artikel. Das liegt unter anderem daran, dass die Chips trotz bereits gesunkener Preise immer noch einige Cent pro Stück kosten und damit für viele Produkte immer noch zu teuer sind.

Kleines Fernseh-Glossar

Technologie verkauft Fernseher

Die TV-Hersteller arbeiten permanent an neuen Verfahren, um die Bildqualität weiter zu verbessern und die Funktionen zu erweitern – Technologie verkauft Geräte. Welche Schlagwörter sind derzeit angesagt?

Ultra HD (4K)

Ultra HD – oft auch als 4K bezeichnet – ist ein TV-Format mit sehr hoher Auflösung. Diese beträgt 3840 x 2160 Pixel, also 8,3 Megapixel. Das ist vier Mal so viel wie bei einem HD-Bild. Es mangelt noch an passenden Inhalten, allerdings werden herkömmliche Bilder hochgerechnet. Da die Geräte immer billiger werden, eignen sie sich langsam für den Massenmarkt.

OLED

OLED steht für Organic Light Emitting Diode, es handelt sich also um organische Leuchtdioden. Diese Technologie ermöglicht ein sehr kontrastreiches Bild und weite Blickwinkel, zudem verbraucht sie wenig Strom. Allerdings ist die Produktion der Paneele kompliziert und somit noch vergleichsweise teuer. Daher ist der Marktanteil der OLED-Geräte gering.

Gebogene Displays

Früher mussten Fernseher unbedingt flach sein – geht es nach einigen Herstellern, geht es heute nicht ohne gebogenes Display. Samsung, LG & Co. versprechen ein besseres Bild mit weniger optischen Verzerrungen. Der Vorteil liegt indes wohl eher im Design als im Seherlebnis. Dafür müssen Verbraucher einen hohen Preis in Kauf nehmen.

Smart TV

Fast alle neuen Fernseher sind inzwischen „smart“: Sie können nicht nur die herkömmlichen Kanäle, sondern auch Inhalte aus dem Internet darstellen, beispielsweise das Videoportal Youtube, Online-Videotheken oder extra für den großen Bildschirm programmierte. Dazu braucht es nur einen Breitbandanschluss. Allerdings nutzen viele Zuschauer diese Funktionen noch nicht. Zudem hapert es teils noch an der Bedienung – eine Kopplung mit Smartphone und Tablet soll Verbesserungen bringen.

Second Screen

Viele Fernsehzuschauer surfen nebenbei im Internet – entweder mit dem Smartphone oder dem Tablet-Computer. Dieses vergleichsweise junge Phänomen erlaubt TV-Herstellern, Filmemachern und Sendern, den zweiten, kleinen Bildschirm einzubinden. Etwa mit Informationen über die Sendung und Schauspieler oder Werbung. Zudem können die mobilen Geräte die klassische Fernbedienung ersetzen.

Die Home-Chat-Plattform ist Teil einer Produktoffensive von LG in neue Bereiche und Technologien. Die Südkoreaner zeigen in Las Vegas auch das gebogene Smartphone G Flex sowie ihr erstes Fitness-Armband Lifeband Touch und Ohrhörer, die den Puls messen können. Zudem kommen drahtlose Lautsprecher ins Programm. LG ist ein Erzrivale des Branchen-Schwergewichts Samsung, der in verschiedensten Produktkategorien vertreten ist.

Das G Flex ist das erste Smartphone, das auch leicht biegsam ist. Allerdings dürften erst spätere Versionen des Geräts wirklich verbogen werden können. Zugleich kann die Rückseite Kratzer mit einer Tiefe von knapp unter einem Millimeter wieder ausgleichen.

In seinen neuen Fernsehern mit Internet-Anschluss gibt LG dem im Smartphone-Markt gescheiterten Betriebssystem WebOS eine zweite Chance. „Das hat uns ermöglicht, die Bedienung von Fernsehern zu vereinfachen“, sagte Technik-Chef Ahn. Rund die Hälfte der neuen Fernseher-Modelle werde WebOS nutzen. Die meisten Fernseher haben heute einen eingebauten Internet-Zugang, die Bedienung wird aber immer noch oft als zu unbequem und langsam kritisiert.

WebOS war vom Taschencomputer-Pionier Palm für seine Smartphones entwickelt worden. Es wurde seinerzeit von Experten wegen seines eleganten Designs und der robusten System-Architektur hoch gelobt, konnte beim Absatz aber nicht mit Android und Apples iPhone-Plattform iOS mithalten. Im Frühjahr 2010 kaufte der PC-Riese Hewlett-Packard Palm, um bei mobilen Geräten Fuß zu fassen. Später stieg der Konzern jedoch aus dem Geschäft mit Smartphones und Tablets aus und damit verschwand auch WebOS zunächst aus dem Markt.

Von

dpa

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