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27.06.2017

16:34 Uhr

Samsung

Südkoreaner planen Comeback des Note 7

Nach dem Fiasko um das Samsung Note 7 scheinen die Südkoreaner das eigentliche Vorzeigesmartphone noch nicht gänzlich abgeschrieben zu haben. Denn noch in diesem Jahr soll eine überarbeitete Version auf den Markt kommen.

Das neue Modell soll unter 550 Euro kosten. dpa

Samsung Galaxy Note 7

Das neue Modell soll unter 550 Euro kosten.

SeoulSamsung will laut Medienberichten sein Pannen-Smartphone Galaxy Note 7 in einer erneuerten Version und unter anderem Namen im Juli wieder auf den Markt bringen. Als Verkaufsstart sei der 7. Juli vorgesehen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Dienstag unter Berufung auf Industriekreise. Der Verkaufspreis werde unter 700 000 Won (unter 550 Euro) liegen. Das Gerät solle als Galaxy Note FE und mit kleinerem Akku in den Handel kommen. Eine Bestätigung des Smartphone-Marktführers gab es dafür zunächst nicht.

Mit seinem Vorzeigegerät Note 7 hatte Samsung ein im Smartphone-Markt beispielloses Fiasko erlebt. Nach Akku-Bränden gab es im vergangenen Herbst eine weltweite Rückruf-Aktion. Dann mussten auch noch vermeintlich Geräte mit Ersatz-Akkus wieder eingezogen werden, weil auch sie Feuer fingen. Samsung und unabhängige Experten waren im Januar zu dem Schluss gekommen, dass allein die Akkus für die Überhitzungsgefahr bei den Note 7 gesorgt hatten.

Wie Samsungs Debakel mit dem Galaxy Note 7 immer größer wurde

2. August 2016

Samsung stellt das „Phablet“ mit der Bildschirm-Diagonale von 5,7 Zoll vor. Das Vorzeigemodell soll im oberen Preissegment punkten, in dem Apple mit seinem iPhone stark ist. Der Finanzdienst Bloomberg berichtet später, Samsung habe sich beeilt, es deutlich vor dem September-Marktstart des iPhone 7 auf den Markt zu bringen.

19. August

Das Galaxy Note 7 kommt in mehreren Ländern in den Handel. Nach und nach gibt es Berichte von Nutzern über brennende oder zumindest überhitzte Telefone. Ein Überblick über das Ausmaß des Problems fehlt zunächst.

2. September

An dem Tag, an dem das Note 7 unter anderem auch in Deutschland breit in den Handel kommen sollte, gibt Samsung eine weltweite Umtauschaktion bekannt. Zunächst ist von 35 bestätigten Zwischenfällen die Rede.

8. September

Die US-Flugaufsicht FAA und dann auch ihr europäisches Pendant EASA verbieten, Geräte des Modells in Flugzeugen zu nutzen oder aufzuladen. Sie dürfen auch ausgeschaltet nicht ins aufgegebene Gepäck.

16. September

In den USA gibt es auch einen offiziellen Rückruf über die Verbraucherschutz-Behörde CPSC. Dabei werden deutlich mehr Fälle bekannt. Allein in dem Land seien demnach 26 Verbrennungen und 55 Fälle von Sachbeschädigung gemeldet worden.

19. September

Samsung leitet den Austausch der Geräte ein. Zugleich wird der Verkauf von Beteiligungen an anderen Tech-Unternehmen im Wert von rund einer Billion Won (etwa 800 Mio. Euro) bekannt. Die Kosten des Rückrufs für Samsung werden auf mindestens eine Milliarde Dollar (rund 900 Mio. Euro) geschätzt.

22. September

Die südkoreanische Behörde für Technologie und Standards (KATS) fordert von Samsung vor der Wiederaufnahme des Verkaufs zusätzliche Sicherheitsprüfungen. Unter anderem solle jede Batterie für das Gerät einem Röntgentest unterzogen werden.

27. September

Samsung kündigt an, dass das Note 7 in Europa am 28. Oktober wieder regulär in den Handel kommen soll.

5. Oktober

Ein gerade ausgeschaltetes Note 7-Gerät in einem Flugzeug, das vor dem Abflug noch am Gate steht, gerät in Brand. Nach Darstellung des Besitzers ist es bereits ein Austauschgerät.

9. Oktober

Es werden vier weitere Fälle bekannt, in denen US-Verbraucher von Bränden mit Ersatzgeräten berichten. Zwei davon füllten demnach in der Nacht ein Schlafzimmer mit Rauch. Ein Telefon soll sich in den Händen eines 13-jährigen Mädchens in einer Schule entzündet haben. Die Mobilfunk-Anbieter AT&T, Verizon und T-Mobile US geben an ihre Kunden gar keine Note 7 mehr heraus.

11. Oktober

Innerhalb weniger Stunden stoppt Samsung erst den Verkauf der Geräte und gibt dann bekannt, dass die Produktion komplett eingestellt wird. Verbraucher werden aufgefordert, auch die Ersatzgeräte nicht mehr zu benutzen und zurückzugeben - oder gegen andere Modelle einzutauschen.

23. Januar 2017

Nach monatelangen Untersuchungen stellt Samsung seinen Bericht vor. Demnach gab es zwei verschiedene Fehler in den ersten Batterien und den Akkus der Austauschgeräte. Das Design des Smartphones selbst sei nicht das Problem gewesen.

Samsung hatte Ende März erwogen, das Note 7 in einigen Regionen in verbesserter Version oder als Leih-Gerät wieder anzubieten. Umweltschützer hatten den ursprünglichen Plan kritisiert, die Millionen Smartphones komplett zu verschrotten.

Von

dpa

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