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14.02.2012

14:23 Uhr

Sanierung ist Pflicht

NSN sagt auch Konkurrenz Schrumpfkurs vorher

NSN-Chef Rajeev Suri sagt seinen Netzwerk-Konkurrenten harte Einschnitte voraus. Auch die Wettbewerber von Nokia Siemens Networks müssten sich früher oder später sanieren. NSN selbst streicht ein Viertel der Jobs..

In Deutschland fallen rund 3000 Arbeitsplätze bei NSN weg. dpa

In Deutschland fallen rund 3000 Arbeitsplätze bei NSN weg.

MünchenDer Chef des gebeutelten Netzwerkausrüsters Nokia Siemens Networks sagt seinen Konkurrenten eine ähnlich harte Sanierung wie aktuell in seinem Haus vorher. „Die gesamte Industrie durchläuft gerade einen tiefgreifenden Veränderungsprozess, der sich nicht allein auf NSN beschränkt. Wir werden mit Einschnitten in diesem Ausmaß nicht die einzigen bleiben“, sagte Rajeev Suri in einem am Dienstag vorab veröffentlichten „Capital“-Interview. Er streicht derzeit bei NSN ein Viertel der Arbeitsplätze, davon allein knapp 3000 in Deutschland.

Suri redet dem von Analysten bereits seit langem erwarteten Konsolidierungsprozess innerhalb der Anbietern von Telefon- und Datennetzen das Wort. „Sicher ist, dass es zu viele Wettbewerber gibt. Der Markt für Mobilfunknetze verträgt keine fünf großen Anbieter“, sagte er. Unter den fünf größten Anbietern gelten Alcatel-Lucent und NSN als die schwächsten. Marktführer Ericsson profitiert von seinem großen Kundenstamm, während die chinesischen Konkurrenten Huawei und ZTE den Markt mit Kampfpreisen aufrollen.

Mit einer verkleinerten Produktpalette will Suri NSN nun nach fünf verlustreichen Jahren im dritten Anlauf sanieren. Die Frage, wann sein Haus die Gewinnschwelle überschreiten werde, ließ Suri offen. „Dazu können wir nichts sagen.“ Er wolle NSN allerdings soweit trimmen, dass ein Börsengang möglich wäre. „Wir als Management wollen so weit kommen, dass wir diese Option eröffnen können.“

Um Suri und die Führungsspitze von NSN hat inzwischen hinter den Kulissen das Fingerhakeln zwischen den beiden Eigentümern begonnen. Siemens-Aufsichtsrätin Sibylle Wankel hatte kürzlich erklärt, der Konzern suche „händeringend nach einer Alternative“. Finanzchef Joe Kaeser hatte eine „Verstärkung“ des Managements ins Gespräch gebracht, nachdem sich Nokia zuvor demonstrativ hinter Suri gestellt hatte.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Gryphos

16.02.2012, 21:57 Uhr

Mit einer verkleinerten Produktpalette will Suri NSN nun also nach fünf verlustreichen Jahren im dritten Anlauf sanieren. Die beiden vorangegangenen Sanierungen hat Suri auch schon begleitet, auf den Weg gebracht und offensichtlich nicht mit seinen Vorstandskollegen umsetzen können. Sonst wäre Nummer 3 wohl kaum erforderlich. Was passiert denn wenn die anderen 4 Lieferanten wie von Suri prophezeit, den gleichen Weg bestreiten? Dann wird NSN auch wieder nur Nummer 4 oder 5 sein und Quartal für Quartal zittern ob man eine schwarze Null oder tiefrote Zahlen abliefert.

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