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30.01.2017

11:49 Uhr

SAP-Chef McDermott zu Trump

„Amerika wird seine ursprüngliche Identität wiederfinden“

VonChristof Kerkmann

SAP-Chef Bill McDermott kritisiert die Einwanderungspolitik von US-Präsident Donald Trump – ohne diesen zu erwähnen. Den eigenen Mitarbeitern verspricht er: „Wir sind immer für Euch da.“

„Wir alle sind stolz darauf, dass Ihr unsere Nachbarn, Kollegen und Freunde seid“, schrieb er an die Adresse der eigenen Mitarbeiter. Reuters, Sascha Rheker

SAP-Chef McDermott

„Wir alle sind stolz darauf, dass Ihr unsere Nachbarn, Kollegen und Freunde seid“, schrieb er an die Adresse der eigenen Mitarbeiter.

DüsseldorfSAP-Chef Bill McDermott hat sich in einer internen E-Mail von den neuen Einwanderungsregeln der USA distanziert. „Als Amerikaner bin ich stolz auf die Vielfalt, die unsere Gesellschaft in besonderem Maße auszeichnet und zu der Einwanderer aus der ganzen Welt beigetragen haben“, schrieb er in einer Nachricht, die dem Handelsblatt vorliegt. „Amerika wird seine ursprüngliche Identität wiederfinden – jener Traum, der allen die gleichen Chancen bietet.“

McDermott reagierte damit auf eine Anordnung des neuen US-Präsidenten Donald Trump, Besuchern aus sieben muslimischen Staaten die Einreise für mindestens 90 Tage zu verbieten. Das gilt selbst dann, wenn sie ein Visum oder eine Arbeitserlaubnis haben. Wie viele SAP-Mitarbeiter von der neuen Regelung betroffen sind, teilte das Unternehmen am Montag zunächst nicht mit, die Personalabteilung soll sich um alle Fälle kümmern. Zuvor hatten sich bereits etliche Technologiekonzerne wie Google, Twitter und Apple gegen die Maßnahme gestellt.

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Er hat bei Google im Silicon Valley gearbeitet und absolviert ein Studium in Stanford: Der Deutsch-Iraner Omid Scheybani schildert, wie ihn das von US-Präsident Donald Trump verhängte radikale Einreiseverbot trifft.

McDermott kritisierte Trump nicht direkt. Er betonte aber, dass SAP die Menschenrechte schütze und achte und jede Diskriminierung ablehne. Zudem sicherte er zu, dass SAP die Mitarbeiter unterstützen werde: „Ich sage allen Familien in Angst, die nach Ihrem Platz in der Welt fragen: Wir sind immer für Euch da und stehen zu Euch. Ihr seid genau da, wo Ihr hingehört. Wir alle sind stolz darauf, dass Ihr unsere Nachbarn, Kollegen und Freunde seid.“

An die Adresse der betroffenen SAP-Mitarbeiter schrieb McDermott: „Ihr macht Euch Sorgen? Dann bleibt stark. Ihr seid frustriert? Dann gebt nicht auf. Bitte wendet Euch bei Fragen an Stefan und unser HR-Team. Sie unterstützen Euch jederzeit.“ Personalchef Stefan Ries und die Personalabteilung sollen sich um betroffene Mitarbeiter kümmern.

Bisher hatte sich McDermott mit Kritik an Trump zurückgehalten. „In der Wahlkabine stimmt jeder ab, und wenn die Entscheidung gefallen ist, sollte man den gewählten Kandidaten unterstützen“, sagte er dem Handelsblatt im November. Und kurz nach dem Amtsantritt des Bauunternehmers ließ er wissen, dass er „hoffnungsfroh“ sein und SAP die Regierung unterstützen wolle.

Kommentare (24)

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30.01.2017, 12:09 Uhr

Wenn es diesen SAP oder anderen Weltkonzernen der USA nicht passt, dann können die auch gerne aus den USA auswandern. Aber dazu sind Sie dann auch zu bequem, weil es sich in der USA unter Trump einfach freier und beschützer leben lässt als in China, Asien, Südamerika oder sonst wo auf diesen Planeten.
Trump und sein Team geben die Richtung vor...entweder ihr US Weltkonzerne fügt euch und geht diesen Weg mit oder ihr werdet euch von den USA loslösen müssen und dann mit Mexiko, Iran, Irak, Libanon oder anderen Islamstaaten und Staaten der Zweiten Welt euch zusammentun bzw. eure Firma dort hin verlagern. Danke!

Herr Toni Ebert

30.01.2017, 12:09 Uhr

Lügenpresse sagt man nicht, weil (auch das HB) direkt Lügen, sie sagen eben nur die halbe Wahrheit.

Tatsache ist:

Wer legal in den USA arbeitet, der bekommt auch ein Arbeitsvisum und kann jederzeit in die USA einreisen. Von den angesprochen Maßnahmen sind also nur die Muslim aus den Terror-Staaten betroffen, die KEINE Arbeit haben.

Herr Toni Ebert

30.01.2017, 12:12 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

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