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24.01.2017

08:13 Uhr

SAP hebt Ziele an

„Wir sind aufgepumpt und bereit loszulegen“

Die Umstellung auf Cloud-Software hat SAP im vergangenen Jahr zu einem deutlichen Plus verholfen. Nun korrigiert der Konzern seine Wachstumsziele nach oben. Konzernchef Bill McDermott gibt sich selbstbewusst.

„Wir hatten ein herausragendes Jahr 2016 und beginnen 2017 mit einem enormen Momentum.“ dpa

SAP-Chef Bill McDermott

„Wir hatten ein herausragendes Jahr 2016 und beginnen 2017 mit einem enormen Momentum.“

WalldorfDer Softwarekonzern SAP traut sich dank weiterhin robuster Nachfrage nach Cloud-Produkten bis 2020 etwas mehr Umsatz und Gewinn zu. Der Umsatz soll wegen des kräftig wachsenden Geschäfts mit der Mietsoftware dann 28 bis 29 Milliarden Euro erreichen statt den bisher erwarteten 26 bis 28 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Walldorf mitteilte.

Bei der Prognose für den operativen Gewinn packte der Marktführer für Software zur Unternehmenssteuerung am unteren Ende der Prognosespanne 500 Millionen Euro auf 8,5 Milliarden Euro drauf, ließ die Obergrenze aber unverändert bei neun Milliarden Euro. Nach einem Umsatz- und Ergebnisanstieg 2016 hob SAP den Ausblick für 2017 leicht an, blieb dabei aber hinter den Erwartungen von Analysten zurück.

Das Gewinnziel werde nicht stärker erhöht, da der Dax-Konzern in den kommenden Jahren noch viel in das Cloud-Geschäft investieren wolle, sagte Finanzvorstand Luka Mucic. Allerdings sei SAP in der Branche auch das einzige Unternehmen, das sich ein so langfristiges Ziel zutraue.

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Die Hersteller von Firmensoftware wie SAP, Oracle oder IBM stecken seit Jahren im Wandel: Die Kunden steigen immer mehr auf Software um, die sie über die Internet-Cloud abonnieren statt sich Lizenzen mit hohen Einmalzahlungen zu kaufen und bei sich zu installieren. Das drückt bei SAP die Rendite, weil viel investiert werden muss und Cloud-Software frühestens nach drei Jahren so viel Gewinn abwirft wie Softwarelizenzen. SAP kippte deshalb vor zwei Jahren sein Renditeziel von 35 Prozent. Im vergangenen Jahr lag die operative, um Sondereffekte bereinigte Marge bei 30,0 Prozent nach 30,5 Prozent im Jahr davor.

Im vierten Quartal schnitt der Dax-Konzern in etwa so ab wie von Analysten erwartet. Der um Sonder- und Währungseffekte bereinigte operative Gewinn kletterte um zwei Prozent auf 2,37 Milliarden Euro, während von Reuters befragte Analysten im Schnitt mit 2,4 Milliarden Euro gerechnet hatten. Im Gesamtjahr verdiente SAP 6,63 Milliarden Euro (plus vier Prozent) bei einem Umsatz von 22,07 Milliarden Euro (plus sieben Prozent).

Große SAP-Übernahmen

2007 - Business Objects

2007 übernehmen die Deutschen den französischen Softwarehersteller Business Objects für 4,8 Milliarden Euro. SAP kauft sich damit Analyse-Software, die Daten aus einzelnen Geschäftsbereichen von Unternehmen auswertet - und ist inzwischen Marktführer.

2010 - Sybase

Den Datenbankspezialisten Sybase übernimmt SAP im Jahr 2010 für 5,8 Milliarden Dollar und erwirbt damit Expertise für den Mobilfunkmarkt. Mit Hilfe der Sybase-Plattform lassen sich die SAP-Programme leichter auf Smartphones und Tablets spielen. Die Software von Sybase stellt außerdem den Grundstock für das wachsende Datenbankgeschäft von SAP.

2012 - Ariba

Mit der Handelsplattform Ariba, die SAP ebenfalls 2012 für 4,3 Milliarden Dollar übernahm, sicherte sich der Softwarekonzern weitere Fähigkeiten. Ariba ist nicht nur eine Art Ebay für Unternehmen. Die Firma verkauft auch Software - zum Beispiel Programme, mit deren Hilfe Firmen ihren Lieferanten digitale Rechnungen stellen können.

2012 - Successfactors

2012 geht SAP die Übernahme von Successfactors für 3,4 Milliarden Dollar an. Software, die nicht mehr auf Firmenservern lagert, sondern nach Bedarf „on Demand“ über das Internet abgerufen wird, ist bereits heute ein Milliardenmarkt

2014 - Concur

Im September 2014 kauft SAP das Unternehmen Concur, um sein wachsendes Cloud-Geschäft weiter auszubauen. Concur ist ein US-Anbieter von Firmensoftware für Reisemanagement und Reisekostenabwicklung. Der Preis von umgerechnet rund 6,5 Milliarden Euro bedeutet: Es ist die teuerste Übernahme in der Geschichte SAPs.

„Wir hatten ein herausragendes Jahr 2016 und beginnen 2017 mit einem enormen Momentum“, erklärte Vorstandschef Bill McDermott. „Wir sind aufgepumpt und bereit loszulegen“, ergänzte der Basketballfan. Während der Umsatz mit der Mietsoftware 2016 um 30 Prozent auf knapp drei Milliarden zulegte, kletterte der Erlös mit Lizenzen nur um ein Prozent auf 4,86 Milliarden Euro. 2018 werde der Cloud-Umsatz den mit Lizenzen überholen, bekräftigte Mucic. Der Nettogewinn kletterte 2016 um drei Prozent auf 4,65 Milliarden Euro. Die Dividende soll steigen, hatte Mucic bereits im Herbst erklärt.

Auch für das laufende Jahr passte SAP die Ziele etwas nach oben an. Der Umsatz soll mit 23,6 (bisherige Prognose 23,5) Milliarden Euro sechs Prozent zulegen, davon sollen bis zu vier Milliarden Euro aus dem Cloud-Geschäft kommen. Beim Ausblick auf den operativen Gewinn ließ SAP die Obergrenze von sieben Milliarden Euro unverändert. Analysten hatten im Schnitt eine leichte Erhöhung auf 7,2 Milliarden Euro erhofft.

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