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03.07.2014

14:31 Uhr

SAP-Konkurrent

Telekom und Salesforce verbünden sich

Die deutsche Telekom ist eine umfassende Partnerschaft mit dem SAP-Konkurrenten Salesforce eingegangen. Der Cloud-Anbieter hofft mit der Nutzung der Infrastruktur von T-Systems auf Milliarden-Umsätze in Deutschland.

Die Telekom geht eine Partnerschaft mit dem Softwarehersteller Salesforce.com ein. Mit der Nutzung der Infrastruktur von T-Systems für den Betrieb, will Salescom in Deutschland ein Milliardengeschäft aufbauen. obs

Die Telekom geht eine Partnerschaft mit dem Softwarehersteller Salesforce.com ein. Mit der Nutzung der Infrastruktur von T-Systems für den Betrieb, will Salescom in Deutschland ein Milliardengeschäft aufbauen.

StuttgartDer SAP-Rivale Salesforce.com breitet sich im Heimatmarkt des größten europäischen Software-Konzerns immer weiter aus. Das US-Unternehmen, das auf Firmen-Software zur Kundenpflege spezialisiert ist, vereinbarte mit der Deutschen Telekom eine umfassende Partnerschaft, wie die Unternehmen am Mittwoch erklärten. Salesforce ist ein Cloud-Anbieter, vermietet seine Programme also über das Internet, statt den Kunden Lizenzen zur Installation vor Ort zu verkaufen. Die Telekom-Tochter T-Systems werde bevorzugter Vertriebspartner in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Als führender deutscher Anbieter der für Cloud-Dienste notwendigen Infrastruktur stelle T-Systems dem US-Unternehmen Rechenzentrumsfläche zur Verfügung.

Das Vermieten von Software über das Internet ist einer der wichtigsten Trends in der IT-Branche. Cloud-Dienste verbilligen bei Unternehmen die Informationstechnologie. Die Software-Häuser kämpfen darum, dass ihre Kunden die frei werdenden Gelder für neue Programme ausgeben. Salesforce und SAP sind scharfe Konkurrenten im Cloud-Geschäft. Die Walldorfer - Weltmarktführer für Software zur Firmensteuerung für nahezu alle Branchen und Geschäftsvorgänge in Unternehmen - wollen Salesforce, das größte Cloud-Unternehmen weltweit, überholen. Erklärtes Ziel der Kalifornier ist wiederum, SAP die Vormachtstellung in allen Sparten streitig zu machen. Bisher bietet Salesforce mit dem Kunden- und Personalmanagement nur einen Teil des Portfolios an, das SAP im Programm hat.

Salesforce-Chef Marc Benioff bereist gerade mehrere europäische Länder, um für ein neues Produkt die Werbetrommel zu rühren. „Wir träumen davon, ein ein Milliarden Dollar schweres Software-Unternehmen in Deutschland zu werden“, zitierte das „Wall Street Journal“ den Manager. Das wären rund 750 Millionen Euro. Er kündigte Akquisitionen in Deutschland an. Vergangene Woche erst hatte Benioff eine neue Firmenzentrale in Paris eröffnet und den Aufbau eines Rechenzentrums in Frankreich bekannt gegeben. Zwei weitere Zentren sind in Deutschland und Großbritannien geplant.

Die Schwächen von SAP

Schwache Position auf US-Markt

Der US-Markt ist für SAP äußerst wichtig – allerdings hat das Unternehmen hier mit Oracle einen sehr agilen und aggressiven Konkurrenten. Mit dem US-Konzern beharkt sich SAP auch juristisch, in einem Streit um den Diebstahl von Geschäftsdaten fordert dieser saftigen Schadenersatz. Die Übernahme der beiden amerikanischen Cloud-Dienstleister Ariba und SuccessFactors für insgesamt 7,8 Milliarden Dollar soll das US-Geschäft von SAP stärken.

Abhängigkeit von Großkunden

Trotz aller Bemühungen um Mittelständler ist SAP stark von den Großkunden abhängig. Damit leidet das Unternehmen stärker unter Konjunkturschwankungen – im Abschwung schieben die Konzerne große Investitionen lieber auf. SAP will mit alternativen Geschäftsmodellen gegensteuern, etwa Miet-Software (Software as a Service), für die die Kunden monatliche Gebühren statt Lizenzen zahlen.

Wechselkursrisiken

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben Wechselkurseffekte den Gewinn niedriger ausfallen lassen. Die Euro-Stärke gegenüber asiatischen Währungen kostete den Weltmarktführer für Software zur Unternehmenssteuerung beispielsweise 400 Millionen Euro Gewinn.

Salesforce machte 2013 bei einem Umsatz von 4,4 Milliarden Dollar einen Verlust von rund 260 Millionen Euro. Den umgerechnet 3,3 Milliarden Euro Cloud-Umsatz bei Salesforce stand eine knappe Milliarde Euro bei SAP gegenüber. Bei einem Gesamtumsatz von 16,8 Milliarden Euro, davon 2,5 Milliarden Euro in Deutschland, steigerte SAP das Betriebsergebnis um elf Prozent auf knapp 4,5 Milliarden Euro.

Von

rtr

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