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01.09.2011

21:15 Uhr

SAP

Milliardenstrafe für Softwareklau gekippt

Eine Richterin erklärte Oracles Schadenersatzforderungen über 1,3 Milliarden Dollar an SAP für überzogen. Oracle kann sich nun mit einer kleineren Strafe zufriedengeben - oder den langen Gerichtsweg von neuem antreten.

Der Software-Hersteller SAP in Walldorf spart sich dank der richterlichen Entscheidung mehrere Millionen. dpa

Der Software-Hersteller SAP in Walldorf spart sich dank der richterlichen Entscheidung mehrere Millionen.

OaklandDer Software-Konzern SAP ist ein 1,3 Milliarden Dollar schweres Problem los: Eine Richterin im kalifornischen Oakland hat die Höhe des Schadenersatzes kassiert, den die Walldorfer wegen Datenklaus an ihren US-Erzrivalen Oracle zahlen sollten. Der Betrag sei „extrem übertrieben“, stellte Richterin Phyllis Hamilton am Donnerstag fest.

Entweder Oracle akzeptiert nach Angaben von US-Medien nun eine Zahlung von 272 Millionen Dollar (191 Mio. Euro) oder SAP erhält ein komplett neues Verfahren. Damit hat SAP sein Ziel erreicht, den vor einem Jahr ergangenen, ursprünglichen Urteilsspruch auszuhebeln. SAP hatte die Milliardensumme von Anfang an als überzogen bezeichnet.

Der Anlass des Rechtsstreits liegt schon Jahre zurück: SAP war mit der Übernahme der Software-Wartungsfirma TomorrowNow 2005 in den Schlamassel geraten. Mitarbeiter von TomorrowNow hatten im großem Stil unrechtmäßig Updates bei Oracle heruntergeladen. Oracle klagte 2007 mit dem Vorwurf des Datendiebstahls und bekam Ende November vor einem Geschworenengericht Recht. SAP hatte die Verfehlungen im Kern eingeräumt und sich dafür entschuldigt.

SAP ist der Weltmarktführer für Unternehmenssoftware. Damit steuern Firmen ihre Geschäftsprozesse, etwa die Buchhaltung oder die Kundenverwaltung. Oracle-Chef Larry Ellison gab in den vergangenen Jahren dutzende Milliarden Dollar für Zukäufe aus, um aufzuholen. Oracle ist die Nummer eins bei Datenbanken.

Von

dpa

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