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14.01.2010

07:57 Uhr

Sat-1-Chef geht

Glücklos, atemlos, Macht los

VonHans-Peter Siebenhaar

14 Monate war Guido Bolten Geschäftsführer des TV-Senders Sat 1. Er holte Stars wie Johannes B. Kerner oder Oliver Pocher zum Sender. Dennoch reichte es für ihn nicht. Heute hat ihn der Mutterkontern Pro Sieben Sat 1 entlassen.

Guido Bolten verlässt Sat 1. dpa

Guido Bolten verlässt Sat 1.

DÜSSELDORF. Stell Dir vor, Johannes B. Kerner kommt aus dem Weihnachtsurlaub zurück und keinen Fernsehzuschauer interessiert's. Tatsächlich verlor der einstige Publikumsliebling bei seinem neuen Arbeitgeber Sat.1 seinen Nimbus als Quotenkönig. Kerner und seine Gäste erwiesen sich beim Sender des größten deutschen Fernsehkonzerns gar als Quotenkiller. Auch Oliver Pocher mit seiner infantilen Late Night Show lockte niemanden hinter dem Ofen hervor. Dazu noch der Senderumzug im vergangenen Sommer von Berlin nach Unterföhring: „Canal fatal“ mit Namen Sat.1.

Guido Bolten, der Mann an der Spitze von Sat.1, zog die Konsequenzen aus dem Desaster. Nach nur 14 Monaten verlässt der 48-Jährige die Kommandobrücke in Unterföhring. Die Geschäftsführung des krisengeschüttelten Senders wird künftig Fernsehvorstand Andreas Bartl im Nebenjob erledigen. „Verlässlichkeit sowie das Vertrauen unserer Zuschauer und unserer Werbekunden haben höchste Priorität. Deshalb werde ich den Sender bis auf weiteres persönlich leiten“, sagt Bartl zu Begründung.

Dabei ist Sat.1 alles andere als eine Feierabendbeschäftigung. Sat.1 ist der wichtigste und umsatzstärkste Sender der Gruppe. Nur mit der Rendite und Quote hinkt der Kanal seit Jahren hinter her. Im vergangenen Jahr erzielte Sat.1 nur noch einen Marktanteil von 10,8 Prozent in der für die Werbewirtschaft wichtigen Zielgruppe der 14 bis 49-Jährigen. Hingegen baute Konkurrent RTL seine Führung weiter aus. Der Sender des Medienkonzerns Bertelsmann erzielte den Spitzenwert von 17 Prozent. Solche Zahlen zehren an die Nerven.

Beim Bambi in Potsdam hatte Bolten seinen letzten großen öffentlichen Auftritt. Er wirkte abgehetzt und ausgelaugt. Die vielen Falten in seinem Gesicht sprachen Bände. Tatsächlich war der Druck in den vergangenen Wochen auf den bescheidenen und zurückhaltenden Fernsehmanager gewaltig. Seitdem im vergangenen Jahr der neue Vorstandschef Thomas Ebeling das Zepter bei Pro Sieben Sat.1 übernommen hat, bleibt kein Stein auf den anderen. Tabus kennt der frühere Novartis-Manager nicht. So soll beispielsweise der Nachrichtenkanal N 24 verkauft werden.

Kommentare (1)

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Tom

15.01.2010, 08:37 Uhr

sat 1 ? ist das der sender der null information, nachrichten, spannende reportagen, bietet ? dafür aber die wenigen guten filme ständig von werbung unterbrochen werden ?
ist das nicht der überflüssigste aller klamauksender ?
unterhaltung auf dem level der frühen neunziger jahre.
macht den laden dicht !!! sat 1 ist kein verlust !!!

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