Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.04.2014

06:50 Uhr

Satya Nadella

Guter Start für den neuen Microsoft-Chef

VonAxel Postinett

Microsoft-Chef Satya Nadella hat zum ersten Mal seit Amtsantritt Zahlen vorgelegt und gleich die Erwartungen übertroffen. Der Neue krempelt den Laden um und setzt seine Hoffnungen vor allem auf einen Bereich.

Microsoft-Chef Satya Nadella: „Die Quartalergebnisse demonstrieren die Stärke unseres Kerngeschäfts und die Chancen in der Mobile-first-, Cloud-first-Strategie.“ AP

Microsoft-Chef Satya Nadella: „Die Quartalergebnisse demonstrieren die Stärke unseres Kerngeschäfts und die Chancen in der Mobile-first-, Cloud-first-Strategie.“

San FranciscoSo wünscht man sich als neuer Chef eines Unternehmens die erste Bewährungsprobe. In der Nacht zum Freitag legte Ballmer-Nachfolger Satya Nadella zum ersten Mal Zahlen für den IT-Riesen Microsoft vor. Obwohl der Gewinn um sieben Prozent auf 5,66 Milliarden Dollar sank - die Ergebnisse übertrafen die Erwartungen.

Auch der heutige Tag dürfte dem gebürtigen Inder in Erinnerung bleiben. Denn heute beginnt für Microsoft ein neues Zeitalter, wenn die Übernahme des finnischen Handyherstellers Nokia abgeschlossen ist. Dann ruhen alle Hoffnungen Microsofts auf dem Smartphone-Betriebssystem Android von Google. Dabei nimmt Nadella keine Rücksicht auf interne Empfindlichkeiten. Er spielt alle Karten aus.

Die Strategie „mobile first – cloud first“, ausgegeben noch von Ex-CEO Steve Balmer und umgesetzt von Nadella, zahlt sich aus. Im ersten Quartal 2014, dem dritten Geschäftsjahresquartal für Microsoft, halfen kräftige Umsatzgewinne im jungen Cloud-Business die Gewinnprognosen zu übertreffen. Dazu kam der positive Effekt der Einstellung der Unterstützung für Windows XP. Unternehmen beginnen, in großem Stil ihre Rechner upzugraden, was der Windows-Sparte ein Plus von vier Prozent bescherte.

Das ist Satya Nadella

Geboren in Hyderabad

Satya Nadella wurde 1967 in der indischen Großstadt Hyderabad als Sohn eines hochrangigen Beamten geboren. Nach der Schulausbildung studierte er zunächst Elektroingenieurwesen in Indien, dann Computer Science und Management in den USA.

Anfänge bei Sun Microsystems

Bevor Nadella 1992 zu Microsoft wechselte, arbeitete er als Elektroingenieur beim Silicon-Valley-Urgestein Sun Microsystems. Das Unternehmen wurde später von Oracle übernommen.

Entwickler von Bing und Office

Nadella war bei Microsoft maßgeblich an der Entwicklung der Suchmaschine Bing sowie des Bürosoftwarepakets Office beteiligt. Zuletzt leitete er beim Softwarekonzern das wichtige Cloud- und Unternehmensgeschäft.

Kandidat seit Ende Januar

Seit Ende Januar 2014 wurde darüber berichtet, dass Nadella der Nachfolger von Steve Ballmer als CEO von Microsoft werden könnte. Wenige Tage später bestätigte der Softwarekonzern die Meldungen.

Mann der leisen Töne

Nadella ist verheiratet und hat drei Kinder. Mit seiner Familie lebt er in Bellevue im US-Bundesstaat Washington. Medien beschreiben ihn als einen Mann der leisen und überlegten Töne.

Der gesamte PC-Markt lag dagegen rund vier Prozent im Minus. Robust wie gewohnt zeigte sich das Firmenkundengeschäft.

Im Privatkundenbereich gab es zudem eine angenehm positive Überraschung. Xbox und Tablet-Geschäft zogen an, der Umsatz mit dem hauseigenen Tablet Surface erreichte 500 Millionen Dollar. Nichts weltbewegendes, aber zumindest die richtige Richtung für Surface. Die Xbox One dagegen kämpft: 1,2 Millionen Stück im Quartal und damit 5,1 Millionen insgesamt ist nicht, verglichen mit über sieben Millionen Playstation 4 von Sony.

Insgesamt lag der Umsatz bei 20,4 Milliarden Dollar da. Der Aktienkurs stieg nachbörslich deutlich an, weil man schlimmeres erwartet hatte.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

25.04.2014, 09:39 Uhr

"Dann ruhen alle Hoffnungen Microsofts auf dem Smartphone-Betriebssystem Android von Google."

Wie ist das zu verstehen liebe redaktion?

Account gelöscht!

25.04.2014, 11:13 Uhr

@clin
>Wie ist das zu verstehen liebe redaktion?

Na bisher will Windows Phone niemand haben weshalb es bei drei Prozent Weltmarktanteil rumdümpelt. auf der Mobile world in Barcelona im März war laut heise news nocht nicht mal ein einziges ausgestellt.
Die Gewinnsprünge kommen also bisher primär aus den Zwangsmigrationen von Millionen von Firmen- und Behörden-XP-Kunden, die keine Alternativen sehen zu Neuanschaffungen, um ihre IT weiterbetreiben zu können.
Durch die Weigerung Microsofts weiter Updates bereitzustellen, die Sicherheitslücken im aktuellen Windows XP SP3, das in 5/2007 veröffentlicht wurde, zu beheben entsteht ein gewaltiges Haftungsrisiko bei der Weiterverwendung. Da die Bundesrepublik Deutschland derzeit leider von Personen regiert wird die nach Selbstauskunft völlig unbeleckt von jeglicher Sachkenntnis, gibt es bisher auch Niemanden, der hier mal genauer nachfragt ob denn möglicherweise deutsche Gesetze hier irgendeine Handhabe bieten könnten. Schliesslich dürften Millionen von mittels Steuergeldern angeschaffter PCs dadurch unbrauchbar werden. Interessant könnte ein Blick auf das Produkthaftungsgesetz sein, das mindestens zehn Jahre Haftung vorschreibt für Fehler, die bereits beim Inverkehrbringen (hier also 5/2007) vorgelegen haben. Der Produktcharakter von Windows wurde von MS ja extra betont durch die feste Verbindung mit dem PC mittels Lizenzaufkleber und die nach wie vor wirksame Produktaktivierung bzw. -sperre.
Der MS-Aufsichtsrat dürfte dies wohl durchaus im Auge gehabt haben, als er den Ex-CEO Ballmer trotz phenomenaler Umsatz- und Gewinnsprünge rausgeschmissen hat. Für eine weltweit agierende Firma macht es sich so schlecht, wenn der Chef ebenso weltweit als Schutzgeld-Erpresser wahrgenommen wird. Das dürfte wohl auch die Wahl eines Mannes der leisen Töne und der besonderen Betonung von Nicht-windows Betriebssystemen wie iOS und Android sein.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×