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18.04.2011

16:58 Uhr

Schadenersatz-Prozess

Unverhoffter Geldsegen für deutsche Banken

Es ist die Zielgerade eines Mammut-Prozesses: 1992 verklagten mehrere deutsche Banken die Wirtschaftsprüfer der zusammengebrochenen Immobilienfirma Castor Holdings. Nun könnte endlich Geld fließen.

Frankfurts Bankenviertel: Einige deutsche Finanzinstitute könnten endlich Schadenersatz erhalten. Quelle: dapd

Frankfurts Bankenviertel: Einige deutsche Finanzinstitute könnten endlich Schadenersatz erhalten.

Frankfurt Den zahlreichen deutschen Banken winkt damit ein unverhoffter Geldsegen aus dem Prozess in Kanada. Ein Gericht in Montreal urteilte nun in einem Musterverfahren in erster Instanz, dass die damalige Coopers & Lybrand die Bilanzen des Unternehmens von 1988, 1989 und 1990 schlampig testiert habe, und sprach einem Kläger Schadenersatz zu.

Insgesamt belaufen sich die Forderungen gegen die schon 1998 in PricewaterhouseCoopers aufgegangene Prüfungsfirma und gegen 240 der damaligen Partner auf mehr als eine Milliarde kanadische Dollar - einschließlich der seit 1992 aufgelaufenen Zinsen. Deutsche Banken, darunter Sal. Oppenheim, HypoVereinsbank, Bankhaus Lampe und BayernLB, fordern allein 190 Millionen kanadische Dollar (138 Millionen Euro) von Coopers & Lybrand, wie der betreuende Rechtsanwalt Eberhard Dach am Montag der Nachrichtenagentur Reuters sagte.

Zwar muss jeder Kläger seine Ansprüche einzeln durchsetzen. "Das Urteil erhöht aber die Chancen für einen Vergleich", sagte Dach. Castor Holding hatte Geld eingesammelt, um in Immobilien in Kanada zu investieren. Bei der Pleite hinterließ Castor einen Schuldenberg von 1,6 Milliarden kanadischen Dollar. Der deutsche Firmengründer wird wegen Betrugs immer noch international gesucht.

Von

rtr

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