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11.04.2014

12:18 Uhr

Schadhafter Akku

Sony warnt vor Feuergefahr bei Vaio-Computern

Batterie-Panne bei Sonys neuen Vaio-Notebooks: In einigen der neuen Geräte sind schadhafte Batterien verbaut. Der Konzern rät dringend davon ab, die Geräte weiter zu benutzen – sie könnten Feuer fangen.

Ärger für Sony: Das neue Laptop-Modell Vaio Fit 11A hat einen schadhaften Akku. Das Gerät kann überhitzen oder sogar Feuer fangen. Reuters

Ärger für Sony: Das neue Laptop-Modell Vaio Fit 11A hat einen schadhaften Akku. Das Gerät kann überhitzen oder sogar Feuer fangen.

TokioSony hat acht Jahre nach dem Umtausch von Millionen Notebook-Akkus wieder ein Batterie-Problem. Das neue Laptop-Modell Vaio Fit 11A könne überhitzen oder sogar Feuer fangen, warnte das Unternehmen am Freitag. Grund sei ein Defekt bei den eingebauten Batterien, die von einem Drittanbieter aus Japan stammen. Sony rät dringend davon ab, die betroffenen Geräten weiter zu nutzen.

Nach Informationen des „Wall Street Journal“ verkaufte Sony seit Februar insgesamt 25.905 dieser Vaio-Geräte, 7158 Stück davon in Europa. Ob Deutschland überhaupt betroffen ist, sei noch nicht sicher und werde derzeit anhand der Seriennummern geprüft, sagte Sony-Sprecherin Silke Bernhardt. Betroffen seien ausschließlich die Varianten des Geräts mit 11-Zoll-Bildschirm.

Sony in der Dauerkrise

„One Sony“

Sony tut sich seit Jahren schwer. Als Kazuo Hirai Anfang 2012 den Chefposten übernahm, gab er die Devise „One Sony, One Management“ aus. Er will den japanischen Konzern in den drei Kernbereichen Smartphones, Digitalkameras und Computerspiele wieder zu einem schlagkräftigen Wettbewerber machen.

Ohne Partner im Smartphone-Geschäft

Große Hoffnung setzt Sony in das Smartphone-Geschäft. Deswegen übernahm der Konzern 2012 vom schwedischen Partner Ericcson dessen Anteile am schwächelnden Handy-Hersteller Sony Ericsson. Mit einem Angebot aus einer Hand will Sony gegen Wettbewerber wie Apple, Samsung und LG Boden gutmachen. Allerdings wird der Wettbewerb immer härter, chinesische Hersteller drängen mit günstigen Preisen in den Markt.

Eintritt ins Wohnzimmer

Mit seiner Playstation ist Sony unter Computerspielern eine feste Größe. Das neue Gerät, die seit Ende 2013 verkaufte Playstation 4, soll den Verkauf von Hardware und Software wieder ankurbeln. Das Geschäft läuft rund, Sony verkauft deutlich mehr Geräte als der Konkurrent Microsoft mit seiner Xbox One.

Probleme im Kamerageschäft

Das Kamerageschäft ist eine der drei großen Sony-Sparten, und auch hier tut sich der Konzern schwer. Der Absatz von Kameras und Camcordern sinkt, gerade kompakte Geräte leiden unter der Konkurrenz durch Smartphones. Allerdings profitiert Sony von der Nachfrage nach seinen Bildsensoren.

Raus aus dem PC-Markt

Der PC-Markt schrumpft – und Sony will nicht mehr mitschrumpfen: Der Konzern hat 2014 den Geschäftsbereich mit der Marke Vaio an einen Investmentfonds verkauft.

Keine Lösung fürs TV-Geschäft

Der Wettbewerb auf dem TV-Markt ist brutal – darunter leidet auch Sony, der Konzern schreibt mit Fernsehern seit Jahren Verluste. Nun gliedert er die Sparte in eine separate Gesellschaft aus. Was das Unternehmen damit plant, ist derzeit unklar.

Filmstudio leidet unter Cyberangriff

In den traditionellen Geschäftszweigen Film und Musik läuft es bei Sony meistens gut. Allerdings erschütterte Ende 2014 ein Hackerangriff das Hollywood-Studio Sony Pictures. Die Angreifer veröffentlichten zahlreiche vertrauliche Daten im Netz, darunter auch unveröffentlichte Filme und Skripte.

Das Vaio Fit hat ein umklappbares Touch-Display und gilt als sogenanntes Convertible - ein Kombi-Gerät aus Notebook und Tablet. Es könnte das letzte Gerät aus den Entwicklungslabors des japanischen Elektronikkonzerns sein. Sony ist derzeit im Begriff, seine PC-Sparte an den Investmentfonds Japan Industrial Partners aus Tokio zu verkaufen. Der PC-Markt befindet sich seit längerem auf Talfahrt. Mit dem Verkauf will Sony-Chef Kazuo Hirai den Konzern wieder profitabler machen und sich auf das Kerngeschäft mit Unterhaltungselektronik konzentrieren.

Im Jahr 2006 hatte der Konzern mehr als neun Millionen Akkus in Notebooks verschiedener Hersteller wegen Überhitzungsgefahr austauschen müssen. Die Rückrufaktion hatte Sony damals umgerechnet mehr als 340 Millionen Euro gekostet.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

16.04.2014, 11:31 Uhr

Ich habe seit 2 Tagen ein solches (nagelneues ) Gerät. Lt . Sony-Support darf ich dieses nun nicht in Betrieb nehmen. Ein Austausch des Gerätes ist nicht vorgesehen, sondern nur eine Reparatur. Jedoch sind zur Zeit noch keine Austausch-Akkus für dieses Modell erhältlich und bei SONY weiß man auch noch nicht, wenn diese verfügbar sein werden. Es ist hier von mehreren Wochen die Rede! Somit kann ich nun mein neues SONY VAIO Noteboook für unbestimmte Zeit nicht einschalten und es gibt keinen Ersatz...das alles ist doch nur ein schlechter Scherz! Das war dann wohl mein letztes SONY-Gerät!

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