Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.01.2012

12:43 Uhr

Schädliche Domains

Wem gehört deutschebanksucks.com?

VonChristian Müßgens

ExklusivWollen Sie Ihrer Bank mit einer Schmäh-Website eins auswischen? Besser schnell. Konzerne wie Blackstone oder die Deutsche Bank reservieren Adressen, die ihnen gefährlich werden könnten. Aber es gibt Lücken.

Internetaktivisten vor einer Filiale der Deutschen Bank. Reuters

Internetaktivisten vor einer Filiale der Deutschen Bank.

DüsseldorfDer Finanzinvestor Blackstone sorgt sich um seinen guten Ruf im Internet: Die weltgrößte börsennotierte Beteiligungsgesellschaft aus den USA, Marktführer in einer Branche, die in Deutschland einst mit dem Begriff „Heuschrecken“ belegt wurde, will offenbar verhindern, dass Kritiker des Unternehmens im Netz zu viel Einfluss bekommen.

Wie die Agentur Reuters berichtet, hat Blackstone sich jetzt die Internetadresse blackstonesucks.com reserviert. „Blackstone sucks“ bedeutet so viel wie „Blackstone ist beschissen“ – eine Adresse wie gemacht für eine Schmäh-Website.

Die Angst vor Angriffen im Internet durch anonyme Nörgler ist groß. Aktivisten richten mitunter solche Seiten ein, um Geschädigten, Lästermäulern und Systemgegnern eine Plattform für Diskussionen zu geben. In manchen Fällen entwickeln die Seiten eine hohe Beliebtheit und drohen die Marke im Internet zu beschädigen.

Die zehn teuersten Domainverkäufe des Jahres 2011

Wertvolle Adressen

Die Domainhandelsbörse Sedo hat die zehn teuersten veröffentlichten Verkäufe von Web-Adressen des vergangenen Jahres zusammengestellt. Handelsblatt Online zeigt das Ranking.

aktien.de

Die Domain wechselte für 500.000 Euro den Besitzer und landete damit im vergangenen Jahr auf Platz 1.

fab.de

Platz 2: Die Seite erzielte beim Verkauf einen Preis von 50.000 Euro.

unterwaesche.de

Die Adresse ging im vergangenen Jahr für 39.999 Euro an einen neuen Besitzer - dritter Platz.

namibia.de

Platz 4: Ein Käufer übernahm die Domain für 35.000 Euro.

frage.de

Für diese Adresse nahm der ehemalige Eigentümer 35.000 Euro - und landete damit auf dem fünften Platz.

hochzeitskleider.de

Mit einem Verkaufspreis von 34.000 Euro landete die Adresse auf Platz 6 des Rankings.

gps.de

Der neue Eigentümer ließ sich die Seite 34.000 Euro kosten. Das war der siebthöchste veröffentlichte Verkaufspreis.

market.de

Achter Platz: Die Adresse erzielte einen Verkaufspreis von 30.000 Euro.

bitcoin.de

Für diese Domain legte ein Käufer laut Sedo 29.750 Euro auf den Tisch. Das war im vergangenen Jahr der neunte Platz.

2.de

Platz 10: Diese Adresse erzielte mit 29.000 Euro den zehnthöchsten Kaufpreis.

Auch unter den deutschen Konzernen ist die Sorge um das Image groß. Wie aus der Website Whois.com hervorgeht, hat sich etwa die Deutsche Bank die Adresse deutschebanksucks.com reserviert. Auf Whois.com können Nutzer Informationen zu Internet-Domains und IP-Adressen und deren Eigentümern abfragen. Den hinterlegten Informationen zufolge hat das Frankfurter Institut sich bereits im November 2003 die Schmähseite gesichert.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×