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19.01.2006

09:46 Uhr

Scharfe Kritik am Kartellamt

Springer ringt mit Saban um Lösung

VonH.-P. Siebenhaar und K. Stratmann

Der Zeitungskonzern Axel Springer hat im Tauziehen um die Übernahme von Pro Sieben Sat 1 noch keine Einigung mit dem Verkäufer Haim Saban erzielt.

MÜNCHEN/BERLIN. „Das Gespräch verlief aber insgesamt sehr konstruktiv“, hieß es am Abend in Verhandlungskreisen. „Es gibt derzeit keinerlei Anlass davon auszugehen, dass man sich nicht auf ein gemeinsames Vorgehen verständigen könnte.“

Springer-Chef Mathias Döpfner hatte am Mittwoch zum zweiten Mal mit dem Medien-Milliardär Saban und seinem engsten Vertrauten Adam Chesnoff in Berlin verhandelt. Saban führt die Investorengruppe, die Deutschlands größte Sendergruppe für 2,5 Mrd. Euro an den „Bild“-Konzern verkaufen will.

Um ein Scheitern der im August 2005 vereinbarten Übernahme zu verhindern, verlangt Döpfner von Saban den Verzicht auf Verzugszinsen. Ab dem 23. Januar fallen monatlich Zinszahlungen von 25 Mill. Euro an, sollte Springer den Kauf von Pro Sieben Sat 1 bis dahin nicht unter Dach und Fach bekommen. Es blieb auch am zweiten Verhandlungstag offen, ob Saban bereit ist, auf die Verzugszinsen zu verzichten, damit das Geschäft am Ende doch noch zu Stande kommt. Sollte der Investor auf den Zahlungen bestehen, wäre für Springer der Einstieg ins TV-Geschäft gescheitert, hieß es in Berlin.

Springer hatte am Montag seinen Antrag auf Freigabe der Übernahme des Münchener TV-Konzerns beim Kartellamt überraschend zurückgezogen. In der vergangenen Woche hatte der Konzern noch die Herauslösung des Senders Pro Sieben angeboten.

Die Wettbewerbsbehörde wird nun bis 27. Januar die angestrebte Fusion von Springer und Pro Sieben Sat 1 voraussichtlich untersagen. Erst dann könnte Springer einen Antrag auf eine Ministererlaubnis stellen. Springer wiederholte gestern, der Konzern prüfe sowohl eine Ministererlaubnis als auch den Rechtsweg.

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