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30.12.2016

12:16 Uhr

Schlechte Quoten

RTL landet mit „Winnetou“ einen Flop

VonHans-Peter Siebenhaar

Der dritte Teil des Karl-May-Klassikers „Winnetou” erreicht nicht einmal mehr drei Millionen Zuschauer. In den sozialen Medien machen Zuschauer ihrem Ärger Luft. ARD und ZDF lassen den Kölner Privatsender alt aussehen.

Selbst mit bekannten Schauspielern wie Wotan Wilke Möhring (links) konnte RTL den Quotenrückgang in den drei Teilen nicht vermeiden. RTL

Winnetou-Neuverfilmung

Selbst mit bekannten Schauspielern wie Wotan Wilke Möhring (links) konnte RTL den Quotenrückgang in den drei Teilen nicht vermeiden.

WienDas bittere Ende eines aufwendigen Fernsehdreiteilers: RTL erlebt mit „Winnetou“ eine Quotenschlappe. Die dritte und letzte Folge des Karl-May-Klassikers, „Der letzte Kampf“, wollten am Donnerstagabend nur noch 2,97 Millionen Zuschauer sehen. Den Kampf um das Publikum zur besten Sendezeit hat die Bertelsmann-Fernsehtochter haushoch verloren.

Den Sieg holte mit großem Abstand das ZDF. Die österreichische Krimiserie „Soko Wien“ des Zweiten erreichte stolze 5,90 Millionen Zuschauer. Auf Platz zwei kam die ARD mit der von Günther Jauch produzierten Unterhaltungsshow „2016 – Das Quiz“ mit 5,62 Millionen Zuschauern.

In den sozialen Medien machten viele „Winnetou“-Fans ihrem Unmut über die RTL-Produktion Luft. „Hier gibt es leider keinen Mehrwert gegenüber der Vorlage: keine bessere Action, keine Komik, keine Selbstironie... halt schlecht gemacht. Selbst die Kinder sagen, das Original ist besser. Kein Wunder, dass die Zuschauer ausbleiben“, schreibt Olaf Arndt auf Facebook. „Eigentlich sollte der Sender wissen, dass man mit solchen Literaturverfilmungen nichts mehr reißen kann“, meint Christian Nauendorf vorwurfsvoll. Das sah RTL-Deutschlandchef Frank Hoffmann bei der Programmplanung anders. Er ist das Risiko der Neuverfilmung eingegangen und hat mit dem Projekt nun eine Bauchlandung hingelegt.

Das Quoten-Desaster für Deutschlands größten Privatsender zeichnete sich schon im Vorfeld ab. Bereits den zweiten Teil „Das Geheimnis vom Silbersee“ wollten nur noch 4,3 Millionen Zuschauer sehen. Bitter schon damals für RTL: eine Wiederholung des ARD-Krimis „Nord bei Nordwest – Der wilde Sven“ lockte im Ersten mit annähernd 5,2 Millionen deutlich mehr Zuschauern als „Winnetou“ an.

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Schon der erste Teil der Trilogie, „Winnetou - eine neue Welt”, war mit 5,06 Millionen Zuschauern kein Triumph. Der Auftakt lief sogar ganz ohne Unterbrecherwerbung. So etwas gab es noch nie bei RTL. Der Grund: Der weltgrößte Internethändler Amazon kaufte die gesamte Werbezeit bei RTL und belohnte die Zuschauer mit dem Verzicht auf Unterbrecherwerbung.

Das ließ sich Amazon viel Geld kosten. Denn schließlich kostet die Werbung zur besten Sendezeit an einem solchen Abend bei RTL brutto knapp 2,4 Millionen Euro pro Sendestunde.

Kommentare (4)

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30.12.2016, 12:55 Uhr

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Herr Joe Jansen

30.12.2016, 13:09 Uhr

Leider wurde dies falsch angegangen. Teil 1 und 2 habe ich mir ja noch angesehen war aber enttäuscht. Was übrig war von Karl May waren nur die Namen und das wars schon. Wer die Bücher gelesen hat hat kennt die Handlung und die Charakteren. In den alten Filmen waren ja noch die Handlung grob die Persönlichkeiten vorhanden. Wenn man das auch noch weg nimmt bleibt vom Mythos nichts mehr übrig. Wenn man näher an die Handlung der Bücher und auch die Heldenhaftigkeit von Old Shatterhand und Winnetou richtig herausgestellt hätte und einen Sam Hawkins wie im Buche und nicht so albern wie in den alten Filmen dann wäre wohl was draus geworden. Der Mythos hätte gestärkt werden müssen. Aber man hat sich mehr an den "der mit dem Wolf tanzt" orientiert. Sicher, Karl May hat alles erfunden, aber was er sich ausgedacht hat hat die Menschen fasziniert. Dies sollte man rüberbringen und nicht bis auf ein paar Namen wegnehmen. Sorry für alle die hart am Film arbeiteten, aber so konnte das nur schief gehen. Wenn man sagt man liefert einen Mercedes und bringt nur irgendein Auto mit nem Stern vorne drauf geklebt ist der Kunde enttäuscht. Es muss ein Mercedes sein und man muss wow sagen können. Man hätte vorher mal Karl May Fans fragen sollen was sie von einer Neuverfilmung erwarten. Einen Mythos mit Wow Effekt.

Frau Lana Ebsel

30.12.2016, 15:45 Uhr

Ein Karl May mit Wotan Wilke Möhring als Old Shatterhand kann nur wirken wie ein albernes Laienschauspiel. Nicht weil der Schauspieler schlecht ist, sondern weil er mit zu vielen anderen Rollen assoziiert wird. Man nimmt ihm diese Rolle nicht ab.

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