Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.04.2014

10:49 Uhr

„Schmutzige Rechenzentren“

Greenpeace knöpft sich Amazon und Twitter vor

Greenpeace nimmt die IT-Riesen aufs Korn: Die Umweltschutzorganisation wirft Amazon und Twitter vor, ihre Rechenzentren mit Kohle- und Atomstrom zu betreiben. Ein dickes Lob verdiente sich dagegen Apple.

Ohne die Cloud geht in der IT nichts mehr: Doch Kritiker bemängeln, dass viele Betreiber der webbasierten Dienste dabei keinen Ökostrom nutzen. dpa

Ohne die Cloud geht in der IT nichts mehr: Doch Kritiker bemängeln, dass viele Betreiber der webbasierten Dienste dabei keinen Ökostrom nutzen.

WashingtonDie Umweltschutzorganisation Greenpeace hat dem Onlinehändler Amazon den großflächigen Einsatz von „schmutziger Energie“ vorgeworfen. Beim Betrieb der Amazon Web Services (AWS), einem der größten Cloud-Services weltweit, komme vor allem Atomstrom und Energie aus Kohlekraftwerken zum Einsatz. Damit würden auch Clouddienste wie Netflix, Pinterest, Spotify und Vine, die technisch auf AWS aufsetzen, mit „schmutzigem Strom gespeist“, heißt es in einem Greenpeace-Bericht. Ähnlich schlechte Noten wie Amazon erhält der Kurznachrichtendienst Twitter, der im Vergleich zu AWS allerdings deutlich weniger Strom verbraucht.

Als Vorbild für die Branche lobt Greenpeace den US-Konzern Apple. Der Anbieter von iCloud betreibe alle seine Rechenzentren zu 100 Prozent mit Solarenergie oder anderen „grünen“ Energiequellen und sei damit einer der größten Verbraucher von erneuerbarer Energie in den USA. Vor zwei Jahren hatte Greenpeace Apple noch an den Pranger gestellt, weil damals ein Teil der Rechenzentren mit Strom aus Kohle- und Atomanlagen lief.

Fast so gute Noten wie für Apple verteilte Greenpeace an Facebook und Google. Zwar können die beiden Internet-Riesen im Gegensatz zu Apple nicht komplett auf Atom- und Kohlestrom verzichten. Sie hätten aber enorme Anstrengungen unternommen, um auf saubere Energiequellen umzusteigen. Etwas schlechter schnitt Yahoo in dem Vergleich ab. Auch Microsoft landete nur im unteren Mittelfeld, weil die Cloud-Dienste rund um Windows und Xbox nur zu rund 25 Prozent aus „grünen Quellen“ gespeist werden.

Schlechter als Microsoft schneiden in dem Greenpeace-Vergleich eBay, IBM sowie die Cloudanbieter Equinix, Telecity, Dupont Fabros und Digital Reality ab. Neben Amazon und Twitter steckten Dupont Fabros und Digital Reality in der „dreckigen Energie-Vergangenheit“ fest und unternähmen zu wenige Schritte, um auf erneuerbare Energien umzusteigen.

Das Internet der Dinge

Alltägliche Objekte im Netz

Das Internet ist bekannt als Infrastruktur, über die Menschen Daten austauschen – ob mit dem PC, Laptop oder Smartphone. Es geht also letztlich um Computer, die miteinander kommunizieren. Doch heutzutage lassen sich immer mehr Objekte vernetzen: Heizung und Haustür, T-Shirt und Brille, Auto und Heizung.

Eine Sache, viele Begriffe

Den Begriff „Internet der Dinge“ prägten Wissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston Ende der 90er Jahre. Es kursieren aber viele Begriffe. „Industrial Internet“ betont die wirtschaftliche Bedeutung, „Machine to Machine“ (abgekürzt M2M) beschreibt eher technisch, dass Geräte autonom Daten austauschen.

Einsatz in der Wirtschaft

Bislang ist das Internet der Dinge vor allem eine Sache der Wirtschaft: Logistikunternehmen verfolgen beispielsweise den Weg von Lieferungen. Technologie-Hersteller bringen aber zunehmend auch Produkte für Verbraucher auf den Markt, etwa Heizungssteuerungen.

Mini-Computer und Funkantenne

Vernetzte Objekte benötigen eine Art Mini-Computer und eine Funkantenne, außerdem Sensoren – im Fall einer Heizungssteuerung etwa, um die Temperatur zu messen. Diese Komponenten sind in den vergangenen Jahren so geworden, dass immer neue Einsatzgebiete in Frage kommen.

Sextillionen von Adressen

Damit vernetzte Objekte übers Internet gesteuert werden können, muss man sie eindeutig ansprechen können. Ein neuer Standard namens IPv6 soll dafür sorgen, dass auch im Zeitalter vernetzter Autos und Heizungen genügend IP-Adressen vorhanden sind – es sind 340 Sextillionen, also eine 340 mit 36 Nullen.

Markt mit Riesenpotenzial

Es ist schwierig, den Vernetzungstrend in Zahlen zu fassen, der Markt ist noch zu jung. Der Marktforscher Gartner wagt die Prognose, dass bis 2020 rund 26 Milliarden Geräte im Internet der Dinge sind – PCs, Tablets und Smartphones sind darin nicht eingeschlossen. Der Umsatz mit Produkten und Diensten werde auf mehr als 300 Milliarden Dollar wachsen. Noch optimistischer ist der Netzwerkausrüster Cisco, der bis dahin 50 Milliarden vernetzte Geräte erwartet.

Diskussion über Datenschutz

Der Siegeszug der vernetzten Geräte dürfte einige Diskussionen über den Datenschutz nach sich ziehen. Ein Beispiel: Darf eine Versicherung die Bewegungsdaten eines Autobesitzers auswerten, um den Tarif ans Fahrverhalten anzupassen? Oder darf die Polizei nach einem Unfall überprüfen, ob der Fahrer zu schnell war?

Würden die weltweit angebotenen Cloud-Dienste wie eine Nation behandelt, stünden sie mit 684 Milliarden Kilowattstunden hinter China, USA, Japan, Indien und Russland auf Platz sechs der Energieverbraucher - noch vor Deutschland, Kanada, Brasilien, Frankreich und Großbritannien.

Von

dpa

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

03.04.2014, 12:21 Uhr

Grüne Gutmenschen stehen halt eher auf Apple, denn die nutzen politisch korrekt saubere Energie in den USA für ihre Server, während die schicken iPhones in chinesischen Gulags und von zur Zwangsarbeit verpflichteten Studenten entstehen - was natürlich völlig unproblematisch ist. Wo bezieht eigentlich gleich noch Foxconn seine Energie her? Genau: Atomstrom und Kohlekraftwerke...

Account gelöscht!

03.04.2014, 12:35 Uhr

Ein Rechenzentrum, das auf 100%ig verlässlichen Strom angewiesen ist, mit erratischem Flackerstrom zu betreiben, muß einen gewissen Nervenkitzel bewirken.

Diese Grünlinge sollen sich aus Wissenschaft und Technik raushalten, davon verstehen sie nichts. (Sie verstehen ja oft nicht mal was von Umweltschutz mit Sinn und Verstand.)
Außerdem ist Greenpeace für mich seit dieser Geschichte

"Am 5. September 1995 räumte Greenpeace ein, dass ihre Schätzung über die Menge giftiger Ölrückstände im Tank grob fehlerhaft war: Die genannte Zahl von 5.500 Tonnen[9] war viel zu hoch. Laut Prüfungsbericht der norwegischen Schiffsklassifizierungsgesellschaft DNV (Det Norske Veritas) vom 18. Oktober 1995 beliefen sich z. B. die Ölrückstände auf 75 bis 100 Tonnen also etwa 1,37-1,8% des Behaupteten. Die gemessenen Werte entsprachen weitgehend den von Shell vorgelegten Zahlen, welche anfangs auch von Greenpeace benutzt worden waren. Greenpeace hat sich für die falschen Zahlen bei Shell und der Öffentlichkeit entschuldigt."
(Quelle: Wikipedia)

völlig unglaubwürdig und unten durch.

Account gelöscht!

03.04.2014, 12:56 Uhr

Die Erpresser Mafia von Greenpeace schlägt mal wieder zu. Anscheinend brauchen die mal wieder etwas Erpressungs-Bestechnungs Geld.
Schmeißt halt endlich deise Mafiaorganisationen von Greenpeace, WWF, B.U.N.D aus Deutschland und Europa raus.
Mit dem Schutz der Umwelt und der Natur haben diesen Typen nichts mehr gemein!
Energienwende/Erneuerbare Energieerzeuger sind Industrieanlagen, die unser Natur und Umwelt zu Grunde richten. Stromtrassen müssen wegen dieser Mafia Organisationen (Treiber der umweltschädlichen Energiewende) immer weiter und immer mehr durch die deutsche Naturlandschaft geschlagen werden. Betonfundamente werden in die Natur hineingepflanzt, Vögel werden durch diese Industrieanlagen Windmühlen geschrettert, Beton und Stahl werden in Ost- und Nordsee gerammt und die Fisch- und Seewelt komplett der EE-Industrie unterworfen.
Werft diese Greenpeace Mafia der Heuchler, Lügner und Erpresser endlich aus Deutschland/Europa raus.
Danke!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×