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19.06.2014

23:15 Uhr

Schrumpfender Gewinn

Oracle tritt bei Software-Verkäufen auf der Stelle

Galoppierende Kosten und stagnierende Verkäufe neuer Software-Lizenzen machen Oracle zu schaffen. Der Gewinn des SAP-Rivalen schrumpfte in seinem vierten Geschäftsquartal. Die Anleger waren unzufrieden.

Enttäuschte die Anleger: Oracle konnte seine Einnahmen nicht steigern. Reuters

Enttäuschte die Anleger: Oracle konnte seine Einnahmen nicht steigern.

San FranciscoDer Softwarekonzern Oracle hat die Erlöse in seinen zukunftsträchtigen Segmenten nicht steigern können und damit die Anleger enttäuscht. Für das vierte Quartal gab der SAP -Rivale am Donnerstag nach US-Börsenschluss für den Verkauf von neuer Software und Internet-Abos einen unveränderten Wert zum Vorjahr an.

Die Segmente sind von besonderer Bedeutung, weil der Verkauf neuer Programme mit langfristigen und lukrativen Wartungsverträgen einhergeht. Das US-Unternehmen lag damit am unteren Ende der eigenen Erwartungen in einer Spanne, die bis zu einem Plus von zehn Prozent gereicht hatte. Die Anleger waren unzufrieden: Die Oracle-Aktie fiel im nachbörslichen Handel um sechs Prozent.

Experten zeigten sich von den Ergebnissen in ersten Reaktionen verblüfft. "Da fällt einem schon die Kinnlade runter", sagte Dan Ives von FBR. Eigentlich falle das vierte Quartal bei Oracle immer besonders stark aus. "Das ist etwa so, wie Spaniens Ausscheiden aus der Weltmeisterschaft noch in der ersten Woche."

Das ABC des Cloud-Computing

Software as a Service (SaaS)

Bei diesem Konzept laufen Anwendungen – etwa für Textverarbeitung oder Kundenverwaltung –nicht auf dem eigenen Rechner, sondern auf den Servern des Dienstleisters. Aufgerufen werden sie übers Internet. Meist ist nicht mehr als ein Browser nötig. Bezahlt wird in der Regel per Abo. Daher ist auch von Miet-Software die Rede.

 

Infrastructure as a Service (IaaS)

Unternehmen können auch Rechenleistung oder Speicherplatz über die Cloud beziehen – in diesem Fall ist von Infrastructure as a Service die Rede. Gerade Startups können auf diese Weise schnell und unkompliziert ihre Website aufbauen und bei Bedarf die Kapazitäten auf Knopfdruck vergrößern.

Platform as a Service (Paas)

IT-Entwickler können auch eine virtuelle Computer-Plattform über die Cloud nutzen. Das erleichtert die Programmierung, weil sie selbst keine spezielle Hardware aufstellen müssen.

Public Cloud

Wenn Unternehmen ihre Cloud-Dienste öffentlich zugänglich anbieten, ist von der Public Cloud die Rede. Dabei handelt es sich oft um standardisierte und somit günstige Services. Der Zugriff erfolgt übers Internet.

Private Cloud

Wie bei Public-Cloud-Lösungen liegen die Daten oder Anwendungen auf Servern – diese betreibt das Unternehmen jedoch selbst. Der Zugang ist bei der Private Cloud auf die eigenen Mitarbeiter sowie autorisierte Geschäftspartner und Kunden beschränkt. Weil der Betreiber mehr Kontrolle hat, eignet sich diese Lösung für sensible Daten. Vor allem große  Unternehmen und öffentliche Einrichtungen setzen darauf.

 

Hybrid Cloud

Eine Mischung aus Public und Private Cloud – das Unternehmen setzt also beide Elemente ein.

Zwar konnte Oracle Erfolge im Cloud-Computing vorweisen und auch die Verkäufe von leistungsstarken Firmenrechnern liefen besser. Gleichzeitig ging aber der Ausbau des Cloud-Geschäfts mächtig ins Geld. Dabei mietet der Kunde nur noch Programme, die dann zentral in Rechenzentren ausgeführt werden.

Für das Vierteljahr bis Mai gab Oracle einen Gesamtumsatz von 11,3 Milliarden Dollar bekannt, ein Plus von drei Prozent. Von Reuters befragte Analysten hatten jedoch mit 11,48 Milliarden Dollar gerechnet. Der Nettogewinn fiel um vier Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar.

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