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01.02.2012

09:19 Uhr

Schrumpfkurs

IBM baut in Deutschland Tausende Stellen ab

VonJens Koenen

ExklusivIBM steht in Deutschland ein massiver Umbruch bevor. Auf Dauer könnten hierzulande bis zu 8000 Stellen gestrichen werden. Viele Projekte sollen künftig extern ausgeschrieben werden. Ein Neustart für das Unternehmen.

IBM-Stand auf der Computermesse CeBIT in Hannover. dapd

IBM-Stand auf der Computermesse CeBIT in Hannover.

FrankfurtEs war ihr erster Auftritt als IBM-Chefin. Selbstbewusst präsentierte Virginia Rometty am 19. Januar in Armonk, Bundesstaat New York, die Bilanz des vierten Quartals: Der operative Gewinn stieg überraschend stark um fünf Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar. Und das Jahr 2012, versprach die seit dem 1. Januar amtierende Konzernlenkerin, werde mit einem Gewinnplus von zehn Prozent noch besser.

Gerade in Zeiten düsterer Konjunkturperspektiven sollte das für die weltweit 427.000 Mitarbeiter des IT-Konzerns eine gute Nachricht sein. Doch von Zuversicht ist zumindest bei den 20.000 IBM-Beschäftigten in Deutschland nicht viel zu spüren. Hier grassiert stattdessen die Angst – die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust.

Denn IBM wird mittelfristig, also in den nächsten Jahren, in Deutschland Tausende Stellen abbauen. Das bestätigen Mitglieder der höchsten Führungsgremien der deutschen IBM dem Handelsblatt. Einige Führungsmitglieder erwarten einen regelrechten Kahlschlag. „Am Ende kann es sein, dass nur noch 12.000 der derzeit 20.000 Jobs in der Landesgesellschaft übrig bleiben“, so ein Mitglied der IBM-Führungsmanschaft.

Die Firma wollte diese Informationen offiziell nicht kommentieren. „Angesichts der wettbewerbsintensiven Natur unseres Geschäfts diskutieren wir die Details unserer Beschäftigungsplanung nicht öffentlich“, teilt das Unternehmen auf Anfrage mit.

Das Projekt ist Teil des bereits laufenden Programms „Liquid“, zu Deutsch „flüssig“, das die alte, starre Arbeitsorganisation weltweit in eine neue, flexiblere oder eben auch flüchtigere Organisation transformieren soll. Das Projekt verfolgt vor allem zwei Ziele: die Produktionskosten zu senken, um den Gewinn pro Aktie weiter zu steigern – von gut zehn Dollar im Jahr 2010 auf 20 Dollar im Jahr 2015.

Zu diesem Zweck sollen künftig Kundenprojekte wie etwa die Beratung bei der Modernisierung von Unternehmenssoftware verstärkt von freien anstelle der bisher fest angestellten Mitarbeitern durchgeführt werden. IBM will solche Projekte auf Internetplattformen ausschreiben, wo sich dann auch die ehemals fest angestellten IT-Entwickler um die Jobs bewerben können. Nicht die Arbeit verschwindet, wohl aber die bisherige Form des festen Arbeitsplatzes. Sollte das Projekt reüssieren, will man es in anderen Landesgesellschaften wiederholen.

Kommentare (49)

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IBMer

01.02.2012, 10:02 Uhr

Geschäftschädigendes dummes Geschwätz. Ich hoffe das IBM den Schwätzer rausschmeisst. Fristlos.

nochunbekannter

01.02.2012, 10:28 Uhr

Mich würde gerne interessieren, auf welcher Basis bzw welchen Insiderwissen Sie diesen Artikel als Geschwätz deklassieren?

weltenbrand

01.02.2012, 10:35 Uhr

IBM goes Tagelöhner


Mit aufrichtiger Schadenfreude und
Endzeitgruß

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