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08.05.2013

11:51 Uhr

Schuldenberg wächst

Umsatz von Telefonica bricht ein

Ungünstige Wechselkurse, schwaches Europa-Geschäft: Die Erlöse des Telekommunikationskonzerns Telefonica sind im ersten Quartal eingebrochen. Obwohl der Gewinn dennoch steigt, hat das Unternehmen mehr Schulden.

Telefonica-Logo in Madrid. Der Konzern hat mit dem Geschäft in Lateinamerika und Europa zu kämpfen. Reuters

Telefonica-Logo in Madrid. Der Konzern hat mit dem Geschäft in Lateinamerika und Europa zu kämpfen.

MadridDer spanische Telekommunikationskonzern Telefonica hat im ersten Quartal einen Umsatzeinbruch hinnehmen müssen. Grund für den Rückgang um neun Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum seien ungünstige Wechselkurse in Lateinamerika und ein schwaches Geschäft in Europa, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Mit 14,1 Milliarden Euro lag der Umsatz im Rahmen der Erwartungen von Analysten. In Lateinamerika, wo Telefonica mehr als die Hälfte seines Umsatzes macht, sanken die Erlöse um vier Prozent. In Europa gingen sie sogar um zwölf Prozent zurück.

Der Gewinn stieg im ersten Quartal um 21 Prozent auf 902 Millionen. Hintergrund sind günstigere Finanzierungskonditionen und die vergleichsweise schwachen Ergebnisse des Vorjahres, in dem Telefonica seinen Anteil an der Telecom Italia abschrieb.

Die größten Mobilfunker in Deutschland

Ein großer Markt

In Deutschland gibt es mehr als 113 Millionen Handyanschlüsse. Welche Marktanteile die Anbieter haben, hat das Statistikportal Statista auf Grundlage von Erhebungen der Marktforschungsinstitute Enigma, Ipsos, Ifak und Marplan ermittelt (Stand: Ende 2012).

T-Mobile

Jeder fünfte Handynutzer geht mit T-Mobile ins Netz (20,9 Prozent). Bei den Vertragskunden hält die Telekom-Tochter sogar einen Marktanteil von 24,3 Prozent.

Vodafone

Der britische Konzern kommt in Deutschland ebenfalls auf einen Marktanteil von 20,9 Prozent. Allerdings hat das Unternehmen weniger Vertragskunden als der Rivale aus Bonn (22,4 Prozent Marktanteil).

O2

Die Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns – seit kurzem an der Börse notiert – ist in Deutschland die Nummer drei, sie hat einen Marktanteil von 13,5 Prozent.

E-Plus

Jeder zehnte Handynutzer (9,5 Prozent) ist Kunde bei E-Plus, einer Tochter des niederländischen KPN-Konzerns.

Aldi Talk

Der Discounter Aldi betreibt kein eigenes Netz, hat aber eine beachtliche Kundenbasis. 8,5 Prozent der Kunden telefonieren mit SIM-Karten des Einzelhändlers.

Base

Base ist die Billigmarke von E-Plus. 5,5 Prozent der Handynutzer telefonieren damit.

Sonstige

Jeweils weniger als 5 Prozent Marktanteil haben 1&1 (3,3 Prozent), Mobilcom-Debitel (2,8 Prozent), Tchibo (1,8 Prozent) und die Telekom-Marke Congstar (1,7 Prozent).

Telefonica will seine Schulden bis Ende dieses Jahres auf weniger als 47 Milliarden Euro drücken. Doch im ersten Quartal wuchs die Schuldenlast abermals. Der Konzern meldete zu Ende März eine Schuldenlast von 51,8 Milliarden Euro, das sind 500 Millionen Euro mehr als noch Ende 2012. Der Konzern erklärte das Wachsen des Schuldenberges mit der Abwertung des Bolivar in Venezuela und Investitionen von 701 Millionen Euro.

Dennoch liege man beim Schuldenabbau im Plan, teilte Telefonica mit. Immerhin seien seit Ende des ersten Quartals 653 Millionen Euro Schulden abgebaut worden, so dass die Last an Verbindlichkeiten aktuell 51,2 Milliarden Euro betrage. (Reporterin: Clare Kane; geschrieben von Sabine Ehrhardt, redigiert von Christina Amann

Von

rtr

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