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22.10.2013

12:21 Uhr

Schwache Verkaufszahlen

Bitkom senkt Prognose

Der Umsatz der ITK-Branche tritt auf der Stelle. War Bitkom im Frühjahr noch von einem Plus ausgegangen, korrigiert der Branchenverband seine Prognose nun nach unten. Immerhin boomen Tablet-Computer weiterhin.

Der Verkauf von Desktop-PCs stagniert. AFP

Der Verkauf von Desktop-PCs stagniert.

BerlinAnhaltend schwache PC-Verkäufe und ein rückläufiges Geschäft mit Flachbild-Fernsehern machen der ITK-Branche in Deutschland zu schaffen. Der Branchenverband Bitkom senkte am Dienstag seine Prognose für das laufende Jahr. Mit einem Umsatz von 152 Milliarden Euro wird die Branche 2013 praktisch auf Vorjahresniveau stagnieren, wie Bitkom-Präsident Dieter Kempf am Dienstag sagte. Im Frühjahr war der Verband noch von einem Plus von 1,4 Prozent ausgegangen. Im kommenden Jahr dürfte der Markt aber wieder anziehen, der Bitkom erwartet einen Zuwachs von 1,6 Prozent.

„Es gibt derzeit eine extreme Spreizung zwischen den einzelnen Segmenten“, sagte Kempf. Während die Umsätze mit Unterhaltungselektronik derzeit um mehr als 10 Prozent fielen, könne das Geschäft mit Smartphones und Mobiltelefonen um fast 8 Prozent zulegen. Die Unterhaltungselektronik werde derzeit besonders von den schwachen Verkaufszahlen bei Flachbildfernsehern belastet. Hier verzeichne die Branche einen Rückgang von fast 20 Prozent. Bei den Spielekonsolen wird aber zum Weihnachtsgeschäft mit dem Start der neuen Geräte von Microsoft und Sony wieder eine deutliche Belebung erwartet.

Welche deutschen TV-Traditionsmarken verschwunden sind

Loewe

Das Traditionsunternehmen aus dem oberfränkischen Kronach positioniert sich im Premiumsegment. Doch die Nachfrage ist eingebrochen, auch wenn die Marke stark ist. Im Juli 2013 beantragte die Firma Gläubigerschutz.

Metz

Seit über 70 Jahren entwickelt und fertigt das Unternehmen Flachbildfernseher und Fotoblitzgeräte am Standort Zirndorf bei Nürnberg. Die Produkte werden über Fachhändler vertrieben. Um nicht nur von der Unterhaltungselektronik abhängig zu sein, ist Metz auch in der Kunststofftechnik tätig.

Grundig

Die Fernseher von Grundig galten lange als Symbol des deutschen Wirtschaftswunders. Doch das Familienunternehmen unterschätzte die Konkurrenz. Nach starken Umsatzeinbußen gepaart mit Verlusten musste die Traditionsfirma 2003 Insolvenz anmelden. Grundig ging später an ausländische Käufer.

Nordmende

Bereits in den 30er-Jahren stieg das Bremer Unternehmen zu einem der führenden deutschen Rundfunkgerätehersteller auf. Später produzierte Nordmende auch Fernseher, Tonbandgeräte und Plattenspieler. Einige Zeit nach dem Verkauf des Unternehmens an den französischen Thomson-Brandt-Konzern wurde die Marke Nordmende aufgegeben.

Telefunken

Der Spezialist für Funk- und Nachrichtentechnik hat in den Jahren seiner Geschäftstätigkeit viele wichtige Patente angemeldet. Gleichwohl hat das Unternehmen in den 80er-Jahren wichtige internationale Entwicklungen verpasst, sodass von dem Unternehmen nur noch die Verwaltung des Markennamens übrig blieb.

Saba

Die Schwarzwälder-Apparate-Bau-Anstalt, kurz Saba, war ein Rundfunkgerätehersteller mit langer Tradition. Zuletzt war das Unternehmen Bestandteil eines chinesisch-französischen Joint Ventures. 2007 meldete Saba Insolvenz an.

Schneider Rundfunkwerke

Der schwäbische Hersteller von Unterhaltungselektronik fertigte einst Musik-Kompaktanlagen, TV-Geräte und sogar Computer. 2002 rutschte Schneider aber in die Insolvenz. Im Zuge dessen wurden die Markenrechte und Produktionsanlagen an den chinesischen TCL-Konzern veräußert.

Der Absatz von Desktop-PCs und Laptops ist ebenfalls weiter rückläufig. Stabilisiert wird das Segment durch den anhaltenden Boom bei Tablet-Computern. Hier dürfte laut Bitkom der Umsatz in diesem Jahr um 48 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro hochschnellen. Im Frühjahr hatte der Verband noch mit einem Plus von rund 11 Prozent gerechnet.

Von

dpa

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