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09.10.2012

15:19 Uhr

Schwache Zahlen

Buchhandel hofft aufs Weihnachtsgeschäft

Schwierige Zeiten für die Buchhändler: Der Umsatz sinkt, das Geschäft verlagert sich immer mehr ins Internet. Die Unternehmen wollen deswegen weitere Standorte schließen.

Buchstand dpa

Immer mehr Bücher werden nicht in Geschäften, sondern übers Netz verkauft. Das setzt den stationären Buchhandel unter Druck.

Frankfurt/MainVor der Buchmesse in Frankfurt blickt der deutsche Buchhandel in eine ungewisse Zukunft. Bislang verzeichne die Branche in diesem Jahr im stationären Handel ein Minus von 4,7 Prozent, sagte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder, am Dienstag in Frankfurt. Er hoffe aber auf einen Endspurt im Weihnachtsgeschäft.

Nach einer Studie der Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) verliert der klassische Sortimentsfachhandel gegenüber dem Online-Vertrieb an Bedeutung. Mittlerweile werden 15 Prozent aller Bücher übers Netz verkauft. Insgesamt blieben die Erlöse auf dem Buchmarkt im Vergleich zum Vorjahr stabil, teilte PwC am Dienstag mit. Trotz rückläufiger Geschäfte im ersten Halbjahr erziele die Branche im laufenden Jahr einen Umsatz von 9,6 Milliarden Euro.

Starkes Wachstum erwarten die Experten bei elektronischen Büchern - diese dürften in Deutschland dreistellig zulegen, allerdings von einem niedrigen Niveau aus. Der Absatz von E-Books steigt der Studie zufolge 2012 um mehr als 260 Prozent auf 175 Millionen Euro. „Die Verlagerung von Inhalten und Vertrieb ins Internet verändern den Buchmarkt rasant“, sagte Werner Ballhaus, Bereichsleiter bei PwC. „Die Digitalisierung bleibt der wichtigste Wachstumstreiber für die kommenden Jahre.“ Der Umsatzanteil elektronischer Bücher am Belletristikmarkt werde laut PwC-Prognose 2016 bereits bei 13 Prozent liegen.

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Der nächste Versuch, bitte: Die Chancen stehen gut, dass sich E-Books in Deutschland durchsetzen. Die Geräte werden immer billiger, das Textangebot wächst. Die Branche steht vor einem radikalen Umbruch.

Weltbild-Chef Carel Halff sagte der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag): „Die Zeit der traditionellen Buchhandlung mit vielen zehntausend Titeln geht zu Ende. Diese Vielfalt kann das Internet besser.“ Vor allem in den kommenden drei Jahren werde es bei der gemeinsamen Holding von Weltbild und Hugendubel, DBH, weitere Verkleinerungen und Schließungen geben.

Von

dpa

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