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06.02.2014

11:34 Uhr

Schwaches Mobilfunkgeschäft

Vodafone bleibt auf Talfahrt

Der Mobilfunkanbieter Vodafone spürt zwangsweise Gebührensenkungen und den Druck durch Billiganbieter. In Deutschland bringt die Akquise von Kabel Deutschland keinen Aufschwung, weltweit sind die Einbrüche noch größer.

Kommen aktuell einfach nicht gegen die Hürden des Marktes an: Vodafone. dpa

Kommen aktuell einfach nicht gegen die Hürden des Marktes an: Vodafone.

London/FrankfurtVodafone kann die Umsatz-Talfahrt in Deutschland auch nach dem Kauf von Kabel Deutschland nicht stoppen. Im abgelaufenen Quartal sank der Service-Umsatz, bei dem die Subventionen für Handys herausgerechnet sind, um acht Prozent auf 2,44 Milliarden Euro, wie das Düsseldorfer Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Davon stammen 390 Millionen Euro von Kabel Deutschland. Die Geschäfte des mit 8,4 Millionen Kunden größten Kabelnetz-Betreibers des Landes fließen seit Mitte Oktober in die Vodafone-Bilanz ein.

Angaben zur Gewinnentwicklung machte Vodafone nicht. In den zwei Quartalen davor war der operative Gewinn insgesamt um 13 Prozent eingebrochen – auch der Umsatz war stark gesunken. Vodafone hatte zuletzt für Kabel Deutschland inklusive Schulden knapp elf Milliarden Euro auf den Tisch gelegt.

Vodafone kämpft gegen den zunehmenden Preiswettbewerb auf dem Mobilfunkmarkt und von der Regulierungsbehörde angeordnete Gebührensenkungen. Die Rivalen trifft es teils noch härter: Der drittgrößte Mobilfunk-Anbieter in Deutschland, E-Plus, verdiente voriges Jahr operativ ein Viertel weniger.

Das sind die größten Telekommunikationsunternehmen

Platz 10

Deutsche Telekom - 37,05 Milliarden Euro

Platz 9

Telstra (Australien) - 42,84 Milliarden Euro

Platz 8

NTT (Japan) - 43,13 Milliarden Euro

Platz 7

Telefonica (Spanien) - 46,31 Milliarden Euro

Platz 6

NTT Docomo (Japan) - 47,99 Milliarden Euro

Platz 5

America Movil (Mexiko) - 66,96 Milliarden Euro

Platz 4

Verizon (USA) - 93,38 Milliarden Euro

Platz 3

Vodafone (Großbritannien) - 94,26 Milliarden Euro

Platz 2

AT & T (USA) - 145,27 Milliarden Euro

Platz 1

China Mobile - 177,02 Milliarden Euro

Ranking nach Marktkapitalisierung (Dezember 2012) - Quelle: Bloomberg

Um angesichts des Branchen-Tiefs nicht unter die Räder zu kommen, steuert Vodafone gegen und streicht fünf Prozent der 10.500 Stellen in Deutschland. Daneben werden über zwei Jahre vier Milliarden Euro in das hiesige Geschäft gepumpt. Die Offensive zeigte bereits Wirkung. Voriges Quartal zählte der Konzern 15,4 Millionen Vertragskunden – ein Plus von 123.000. „Die Talsohle ist durchschritten: Wir gewinnen so viele Kunden wie seit zwei Jahren nicht mehr“, sagte Vodafone-Deutschland-Chef Jens Schulte-Bockum.

Bei der britischen Mobilfunk- Mutter Vodafone ist das Geschäft im dritten Quartal wegen der schwachen Europasparte ebenfalls geschrumpft. Das operative Kerngeschäft mit Mobilfunk verringerte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,8 Prozent auf 9,8 Milliarden britische Pfund (11,8 Milliarden Euro), wie Vodafone am Donnerstag mitteilte. Am Markt war ein noch etwas tieferer Sturz erwartet worden.

Im Heimatmarkt Großbritannien schrumpfte der Mobilfunkumsatz um 5,1 Prozent und in Italien sogar um 16,6 Prozent. Dagegen stieg er in der Türkei um 3,9 Prozent, und in Indien um 13,2 Prozent.

Insgesamt fiel der Umsatz um 3,6 Prozent auf 10,98 Milliarden Pfund. Vodafone bekräftigte trotzdem den Jahresausblick. Im Geschäftsjahr, das bis Ende März läuft, soll der bereinigte operative Gewinn bei etwa fünf Milliarden Pfund liegen.

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