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30.04.2015

12:08 Uhr

Schwäche bei Smartphones

Sony peilt wieder schwarze Zahlen an

Der Elektronik-Riese Sony wird schon seit Jahren saniert – und schreibt trotzdem immer neue Verluste. Nun soll es endlich wieder schwarze Zahlen geben, doch die Schwäche im Smartphone-Geschäft bleibt ein Risiko.

Stellenabbau trotz Umsatzplus

Trotz guter Zahlen: Sony kündigt Umbau an

Stellenabbau trotz Umsatzplus: Trotz guter Zahlen: Sony kündigt Umbau an

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TokioProbleme im Smartphone-Geschäft haben den japanischen Elektronik-Riesen Sony den sechsten Verlust in sieben Jahren beschert. Zugleich fiel das Minus mit 126 Milliarden Yen (960 Millionen Euro) deutlich geringer als ursprünglich erwartet aus. Im vergangenen Oktober hatte Sony noch mit weitaus höheren Verlusten von 230 Milliarden Yen gerechnet. Der als Sanierer angetretene Konzernchef Kazuo Hirai stellte nun für das noch bis Ende März 2016 laufende neue Geschäftsjahr einen Gewinn von 140 Milliarden Yen (gut eine Milliarde Euro) in Aussicht und führte die vor einem Jahr ausgesetzte Dividende wieder ein.

Sony in der Dauerkrise

„One Sony“

Sony tut sich seit Jahren schwer. Als Kazuo Hirai Anfang 2012 den Chefposten übernahm, gab er die Devise „One Sony, One Management“ aus. Er will den japanischen Konzern in den drei Kernbereichen Smartphones, Digitalkameras und Computerspiele wieder zu einem schlagkräftigen Wettbewerber machen.

Ohne Partner im Smartphone-Geschäft

Große Hoffnung setzt Sony in das Smartphone-Geschäft. Deswegen übernahm der Konzern 2012 vom schwedischen Partner Ericcson dessen Anteile am schwächelnden Handy-Hersteller Sony Ericsson. Mit einem Angebot aus einer Hand will Sony gegen Wettbewerber wie Apple, Samsung und LG Boden gutmachen. Allerdings wird der Wettbewerb immer härter, chinesische Hersteller drängen mit günstigen Preisen in den Markt.

Eintritt ins Wohnzimmer

Mit seiner Playstation ist Sony unter Computerspielern eine feste Größe. Das neue Gerät, die seit Ende 2013 verkaufte Playstation 4, soll den Verkauf von Hardware und Software wieder ankurbeln. Das Geschäft läuft rund, Sony verkauft deutlich mehr Geräte als der Konkurrent Microsoft mit seiner Xbox One.

Probleme im Kamerageschäft

Das Kamerageschäft ist eine der drei großen Sony-Sparten, und auch hier tut sich der Konzern schwer. Der Absatz von Kameras und Camcordern sinkt, gerade kompakte Geräte leiden unter der Konkurrenz durch Smartphones. Allerdings profitiert Sony von der Nachfrage nach seinen Bildsensoren.

Raus aus dem PC-Markt

Der PC-Markt schrumpft – und Sony will nicht mehr mitschrumpfen: Der Konzern hat 2014 den Geschäftsbereich mit der Marke Vaio an einen Investmentfonds verkauft.

Keine Lösung fürs TV-Geschäft

Der Wettbewerb auf dem TV-Markt ist brutal – darunter leidet auch Sony, der Konzern schreibt mit Fernsehern seit Jahren Verluste. Nun gliedert er die Sparte in eine separate Gesellschaft aus. Was das Unternehmen damit plant, ist derzeit unklar.

Filmstudio leidet unter Cyberangriff

In den traditionellen Geschäftszweigen Film und Musik läuft es bei Sony meistens gut. Allerdings erschütterte Ende 2014 ein Hackerangriff das Hollywood-Studio Sony Pictures. Die Angreifer veröffentlichten zahlreiche vertrauliche Daten im Netz, darunter auch unveröffentlichte Filme und Skripte.

Der Konzernumsatz stieg im vergangenen Geschäftsjahr um 5,8 Prozent auf gut 8,2 Billionen Yen (62,6 Milliarden Euro). Die starke Nachfrage bei der Spielekonsole Playstation 4 und Kamerasensoren griff Sony im vergangenen Jahr unter die Arme. Zudem schaffte die TV-Geräte-Sparte den ersten operativen Gewinn seit über einem Jahrzehnt – wenn auch nur unter Ausschluss der Sanierungskosten.

Der Smartphone-Bereich riss jedoch mit einem operativen Verlust von 220,4 Milliarden Yen (1,68 Milliarden Euro) erneut ein großes Loch in die Sony-Bilanz. Der hohe Betrag geht vor allem auf eine Abschreibung von 176 Milliarden Yen wegen Absatzproblemen zurück. Sony sitzt im Smartphone-Geschäft zwischen den Stühlen: Bei günstigen Geräten räumen chinesische Hersteller wie Huawei, Lenovo oder Xiaomi ab, am oberen Ende des Marktes sind Apples iPhone und Samsung mit seiner Galaxy-S-Reihe stark.

Im laufenden Geschäftsjahr will Sony sein Angebot stärker auf teurere Modelle ausrichten und hofft den operativen Verlust auf 39 Milliarden Yen drücken. Erste Anzeichen der Besserung gab es bereits im vergangenen Jahr: Ein besserer Produktmix und günstigere Wechselkurse ließen den Umsatz um elf Prozent auf 1,32 Billionen Yen steigen.

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