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14.07.2014

10:56 Uhr

Scout-Gruppe

KKR verbündet sich mit Ringier

Mit Portalen wie „autoscout24.ch“ erlangte Ringiers Scout-Gruppe Bekanntheit. Nun übernimmt der Finanzinvestor KKR 49 Prozent des Unternehmens. Für Ringier-Chef Walder ist das ein bedeutender Schritt nach vorn.

Henry Kravis: Mastermind der Private-Equity-Gesellschaft KKR. AFP

Henry Kravis: Mastermind der Private-Equity-Gesellschaft KKR.

DüsseldorfNew York ist ein guter Ort für Geschäfte. Das fanden auch der Schweizer Verleger Michael Ringier („Blick“, „Schweizer Illustrierte“) und der ortsansässige Finanzgewaltige Henry Kravis, seines Zeichens Mastermind der Private-Equity-Gesellschaft KKR. Sie trafen sich im November 2013. Das hat Folgen: Gemeinsam wollen das 180-jährige Traditionshaus aus Zürich und die finanzkapitalistische Macht die digitale Zukunft erobern - ein bisschen jedenfalls.

Kravis und seine KKR übernehmen 49 Prozent an der Schweizer Scout24-Gruppe („autoscout24.ch“, „Immoscout24“) und der Vermarktungsfirma Omnimedia, die bisher zu jeweils 100 Prozent zu Ringiers Digital-Holding gehören, wie Ringier am Montag mitteilte. Offenbar flossen rund 160 Millionen Schweizer Franken für dieses Geschäft, wie Finanzkreise berichten.

An dem Deal soll auch der deutsche Medien-Konzern Axel Springer interessiert gewesen sein. Er unterhält in der Schweiz eine kleine Zeitschriftengruppe. Aber offenbar wollte Springer nur ein Joint-Venture, also die Anteile hälftig zuteilen, während Ringier auf die Vormacht bestanden haben soll. Eine Springer-Sprecherin sagt auf Anfrage, dass der eigene Verlag mit Ringier im gemeinsamen Zeitschriftengeschäft in Europa gut harmoniere. Das 2010 gegründete Joint Venture Ringier Axel Springer Media verfügt derzeit über ein Portfolio von mehr als 100 Print- und Online-Produkten in Polen, Serbien und der Slowakei. Darüber hinaus sei „nichts in der Pipeline“, sagte die Sprecherin.

Auch der Züricher Rivale TAMedia („Tagesanzeiger“) sowie die schwedische Beteiligungsfirma EQT sollen an Scout24 interessiert gewesen sein.

Für Ringier-Chef Marc Walder ist das ein bedeutender Schritt nach vorn. Der einstige Tennisprofis hat den Verlag umgebaut und setzt auf neue, digitale Geschäfte. Derzeit macht Ringier 30 Prozent des Gesamtumsatzes von rund einer Milliarde Schweizer Franken  mit Digitalgeschäften. Vorstandschef Walder hat das Ziel, diesen Anteil bis 2017 auf 50 Prozent auszubauen.

Das von KKR erlöste Geld will er offenbar investieren – in Aktivitäten in Afrika, wo das Unternehmen im Mobilfunk sehr aktiv ist, sowie in der Schweiz. Es gehe Walder zunächst um die Konsolidierung auf dem Heimatmarkt, sagt ein Experte. Portale wie Ricardo.de böten sich zur Übernahme an.

Bei KKR hat der europäische Medienchef Philipp Freise das Geschäft maßgeblich angekurbelt. Er  war mit seiner Firma zuvor zusammen mit Bertelsmann bei Musikrechten unterwegs und amtiert als  Aufsichtsratsvizechef beim TV-Konzern Pro Sieben Sat 1 Media AG, wo KKR lange Zeit maßgeblich beteiligt war. Freise spricht gerne vom „unternehmerischen Kapital“, das seine Gruppe einbringe, also von Know-how und Netzwerkkontakten. Den Schweizer Deal sieht er als Fortsetzung der deutschen Geschäfte.

Von

jj

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