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20.01.2005

14:05 Uhr

Sender schreibt erstmals schwarze Zahlen

N24 sieht sich vor n-tv

Erstmals seit seinem Bestehen hat der Nachrichtensender N24 im vergangenen Jahr schwarze Zahlen geschrieben. Der zum Pro Sieben Sat1-Konzern gehörende Nachrichtensender sieht sich zudem mit seinem Hauptkonkurrenten n-tv in einem harten Verdrängungswettbewerb, den am Ende nur einer der beiden Sender überleben werde.

HB MÜNCHEN. Die Marktanteilsentwicklung zeige, dass N24 trotz noch geringerer technischer Reichweite seit vergangenem Herbst vor n-tv liege, sagte N24-Geschäftsführer Torsten Rossmann am Mittwochabend in München. „Wir liefern uns hier einen echten Verdrängungswettbewerb“, ergänzte er. Er verwies darauf, dass sich N24 und n-tv in einem sehr begrenzten Markt bewegten. „Ich bin der festen Überzeugung, dass es auf lange Sicht nur Platz gibt für einen in diesem Segment.“ Konkurrent n-tv widersprach vehement und kritisierte, dass N24 seine Aussagen über Marktanteile nur auf die Altersgruppe von 14 bis 49 Jahren beziehe. Auch gebe es keinen Verdrängungswettbewerb, da sich N24 zunehmend aus dem Nachrichtengeschäft zurückziehe, sagte ein Sprecher.

N24-Chef Rossmann sagte weiter, das Jahr 2004 habe der vor fünf Jahren gestartete Nachrichtensender vor Steuern mit einem deutlich positiven Ergebnis abgeschlossen. Der Netto-Werbeumsatz sei um deutlich über 30 % gewachsen. „Auf dieser Basis haben wir alle Voraussetzungen, unsere Ziele auch für das Jahr 2005 und die folgenden erreichen zu können“, sagte er. Die technische Reichweite soll bis zum Jahresende auf etwa 90 % aller Haushalte steigen und damit zu n-tv aufschließen. Der Marktanteil in der werberelevanten Gruppe zwischen 14 und 49 Jahren, die N24 als Maßstab auch im Vergleich mit n-tv heranzieht, solle auf 0,6 von 0,5 % im vergangenen Jahr steigen.

Gleichzeitig solle N24 weiter schwarze Zahlen schreiben. „Wir wollen N24 nachhaltig in der Gewinnzone verankern“, sagte Rossmann. Ziel sei es, N24 zur ersten Adresse für Information im deutschen Fernsehen zu machen.

n-tv kritisierte, die Betrachtung der Marktanteile anhand der Altersgruppe von 14 bis 49 Jahren sei irreführend. Wenn man die gesamte Gruppe von Zuschauern über 14 Jahre betrachte, habe n-tv im vergangenen Jahr mit einem Anteil von 0,6 % im Vergleich zu 0,4 % bei N24 mit Abstand vorne gelegen. Außerdem ziehe N24 einen großen Teil seiner Zuschauerzahlen aus Dokumentationen am Abend. „Der Verdrängungswettbewerb ist im Grunde entschieden. N24 ist immer weniger unser direkter Konkurrent“, sagte der Sprecher. Es stimme auch nicht, dass N24 Zuschauer von n-tv abziehe. Insbesondere bei Sonderberichterstattungen etwa nach der Flutkatastrophe in Asien oder den Bombenanschlägen von Madrid im vergangenen Jahr liege n-tv weit vorne.

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