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02.08.2011

15:35 Uhr

Sender zeigt Udo Foht an

MDR-Chef im Visier der Staatsanwaltschaft

Der MDR hat gegen seinen vom Dienst suspendierten Unterhaltungschef Udo Foht Anzeige wegen Betrug beziehungsweise Untreue erstattet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Der suspendierte MDR-Unterhaltungschef Udo Foht soll seine Position für private Zwecke missbraucht haben. Quelle: dpa

Der suspendierte MDR-Unterhaltungschef Udo Foht soll seine Position für private Zwecke missbraucht haben.

Berlin/ LeipzigDie Staatsanwaltschaft Leipzig hat Ermittlungen gegen den vom Dienst suspendierten MDR-Unterhaltungschef Udo Foht aufgenommen. Ihm wird in einer vom Sender erstatteten Strafanzeige Betrug beziehungsweise Untreue vorgeworfen, wie Oberstaatsanwalt Lutz Lehmann am Dienstag auf dpa-Anfrage mitteilte. „Wir ermitteln zu dieser Anzeige“, sagte der Behördensprecher. Einzelheiten teilte er nicht mit. 

Nach Angaben des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) soll Foht Geschäftspapier mit offiziellem Briefkopf für private Zwecke missbraucht und Dritte zu Zahlungen veranlasst haben. Den entscheidenden Hinweis hatte laut MDR der Chef einer Produktionsfirma gegeben, bei der sich Foht Geld ausgeliehen hatte. 

Medienberichte, denen zufolge es um Beträge von 20.000, 30.000 und mehr als 100.000 Euro ging, wurden weder von der Staatsanwaltschaft noch vom Sender bestätigt. „Wir bearbeiten den Fall aus arbeitsrechtlicher Sicht und überprüfen, ob er gegen MDR-Vorschriften verstoßen hat“, sagte MDR-Sprecher Dirk Thärichen. „Alle strafrechtlichen Fragen hat der MDR an die Staatsanwaltschaft übergeben.“ 

Eine ursprünglich für Donnerstag geplante Anhörung Fohts wurde auf kommende Woche verschoben. Thärichen sagte, der suspendierte Unterhaltungschef habe um den Aufschub gebeten, weil sein Anwalt am Donnerstag verhindert sei. Dass Foht „untergetaucht“ sei, halte er für ein Gerücht, sagte der Sprecher. „Sonst hätte er nicht so reagiert.“ 

Foht war seit 1996 Unterhaltungschef der Dreiländeranstalt. Vergangene Woche hatte der Sender ihn wegen der Vorwürfe von seinen Aufgaben entbunden. 

Der Fall war durch hausinterne Untersuchungen im Zuge des Skandals beim Kinderkanal Ki.Ka aufgeflogen. Dort soll der Herstellungsleiter 8,2 Millionen Euro abgezweigt und unter anderem im Kasino verspielt haben. Anfang Juli verurteilte ihn das Erfurter Landgericht deshalb zu fünf Jahren und drei Monaten Haft.

Von

dpa

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