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29.01.2007

09:42 Uhr

Senkung der Gewinnprognose

Telekom geht es schlechter als gedacht

Die Telekom hat am Sonntag überraschend ihre Gewinnprognose für 2007 gesenkt. Der ehemalige Staatskonzern leidet unter dem harten Wettbewerb: Mehr als 2 Millionen Kunden haben im vergangenen Jahr ihre Festnetzanschlüsse gekündigt. Der neue Konzernchef René Obermann hat darüber hinaus ganz eigene Gründe, die Erwartungen runterzuschrauben.

Der neue Telekom-Chef René Obermann preist die Fehler der Vergangenheit in die neue Prognose ein. Foto: dpa Quelle: dpa

Der neue Telekom-Chef René Obermann preist die Fehler der Vergangenheit in die neue Prognose ein. Foto: dpa

lou/HB DÜSSELDORF. Die Telekom erwartet im laufenden Jahr nur noch ein bereinigtes Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von rund 19 Mrd. Euro. Bislang hatte der Konzern mit bis zu 20,2 Mrd. gerechnet. Wichtigster Grund für die Senkung der Gewinnerwartung sind die verschärfte Konkurrenz und höhere Investitionen. Erst im vergangenen August hatte der damalige Konzernchef Kai-Uwe Ricke die Prognose des Konzerns drastisch gesenkt.

Das Unternehmen gibt die ausführlichen Zahlen zum Geschäftsverlauf erst am 1. März bekannt. Derzeit ist der Vorstand jedoch dabei, eine neue Strategie zu erarbeiten. „Ausgangspunkt hierfür ist eine ungeschminkte Bestandsaufnahme“, sagte Konzernchef René Obermann. Die Publizitätsvorschriften der Deutschen Börse zwingen den Konzern, Prognosekorrekturen sofort zu veröffentlichen. „Obermann nutzt jetzt die Möglichkeit, die schwache Gewinnsituation seinem Vorgänger anzulasten“, urteilt Frank Rothauge von der Privatbank Sal. Oppenheim.

Die Telekom müsse 2007 „angesichts des weiter aufgeheizten Wettbewerbs sowohl im Breitband- als auch im Mobilfunkbereich in Deutschland zusätzlich in den Markt investieren“, sagte Obermann. Dies habe ebenso wie eine ungünstige Entwicklung der Wechselkurse dazu geführt, dass der Konzern seine Erwartungen für 2007 korrigiert habe.

Nach der Gewinnwarnung vom Wochenende ist die T-Aktie zu Beginn der neuen Handelswoche massiv unter Druck geraten. Das Papier verlor am Montagvormittag rund 6 Prozent.

Finanzchef Karl-Gerhard Eick erklärte, dass die Telekom die Investitionen in diesem Jahr um knapp 5 Prozent steigern will. An dem laufenden Sparprogramm will er jedoch weiterhin festhalten. Vorgesehen ist, langfristig 4 bis 5 Mrd. Euro jährlich zu sparen – 2007 sollen es 2 Mrd. sein.

Hohe Dividende

Der Umsatz soll 2007 moderat wachsen. Den Barmittelüberschuss (Free Cash-Flow) will die Telekom auf dem Niveau von 2006 halten und eine Dividende „mindestens in Vorjahreshöhe“ von 72 Cent je Aktie zahlen. Das war die höchste Ausschüttung, die die Telekom je gezahlt hat.

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