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18.01.2007

15:59 Uhr

Sharp investiert in neue Anlagen

Japaner setzen auf Flachbildschirme

VonFinn Mayer-Kuckuk

Während der koreanische Samsung-Konzern seine Investitionspläne drosselt, wollen japanische Hersteller ihre Kapazitäten für Flachbildschirme weiter massiv ausbauen. Jüngstes Beispiel für die aktuelle Entwicklung ist der Elektronikkonzern Sharp.

TOKIO. Der Elektronikkonzern Sharp hat für das kommende, im April beginnende Geschäftsjahr Investitionen von 200 Mrd. Yen (1,3 Mrd. Euro) in neue Anlagen zur Herstellung von Flüssigkristall-Bildschirmen angekündigt. „Die weltweite Nachfrage nach LCD-Fernsehgeräten wächst weiter“, sagte Sharps Präsident Katsuhiko Machida in Tokio. Das Unternehmen wies unter anderem auf die Olympischen Spiele 2008 in Peking als Nachfragetreiber hin und prophezeite schon für 2007 einen Anstieg der Verkaufszahlen der ganzen Branche – und parallel dazu für Sharp – von 50 Prozent. Neue Fertigungslinien in Japan und Mexiko sollen die Produktionkapazität vervierfachen. Zwei Tage zuvor hatte Konkurrent Matsushita ebenfalls Milliardeninvestitionen in neue Produktionsanlagen für Flach-Fernseher angekündigt. Matsushita, hauptsächlich bekannt für die Marke Panasonic, setzt dabei aber auf Plasma-Bildschirme, während sich Sharp auf die Flüssigkristall-Technik konzentriert.

Beide Anbieter prognostizieren, dass die Verbraucher künftig immer größere Fernseher nachfragen. Matsushita zufolge wird 2010 jedes dritte Fernsehgerät eine Bilddiagonale von 37 Zoll (88 Zentimetern) oder mehr haben. Die Marktforscher von Sharp gehen für 2007 davon aus, dass der Anteils der LCD-Geräte mit mehr als 40 Zoll Bilddiagonale von 12 Prozent auf 20 Prozent steigen wird. Diesem Trend folgend, will sich Sharp vor allem auf großformatige Geräte konzentrieren. Der Ausbau soll dazu beitragen, den Konzernumsatz um zehn Prozent auf 3 300 Mrd. Yen (21 Mrd. Euro) zu steigern.

Neben Matsushita und Sharp haben auch andere Hersteller die Absatzziele hoch gesteckt und kräftige Investitionen geplant. Sony und Samsung investieren zusammen Milliarden in neue Herstellungsanlagen für LC-Anzeigen in Korea. Das Plasma-Lager stockt gleichfalls auf: Außer Matsushita haben auch Hitachi und Pioneer eine Expansion im Sinn. Plasma und LCD machen je rund die Hälfte des Marktes für Flach-TV aus.

Zudem investieren die Hersteller in die Entwicklung neuer Techniken. Canon und Toshiba haben zurzeit allerrdings Ärger mit ihrem jüngsten Kind, der Anzeigetechnik SED. Da die existierenden Produktionsstraßen nicht für die Herstellung von SE-Displays taugen, muss Canon komplett neue Anlagen errichten. Dafür sollen später die Produktionskosten niedriger liegen. Sony, Toshiba und Samsung arbeiten an neuen Anzeigen aus organischen Leuchtdioden, so genannten OLEDs, die zwar auch den biegsamen Bildschirm ermöglichen, aber eine kürzere Lebensdauer haben.

Während die Konzerne Milliarden in das künftige Geschäft mit flachen Fernsehern stecken, müssen sie in der Gegenwarts bereits gegen einen Verfall der Preise stemmen. Im Laden kosteten LCD-Fernseher Ende vergangenen Jahres rund 20 Prozent weniger als zu Jahresanfang. Die Firmen suchen ihr Heil daher in der Kooperation. Sony produziert gemeinsam mit Samsung, Philips arbeitet mit dem koreanischen Konzern LG zusammen, Matsushita betreibt ein Gemeinschaftsunternehmen mit Hitachi. Dennoch wächst die Furcht vor Überkapazitäten, was Samsung bereits veranlasste, auf die Bremse zu gehen.

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