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22.10.2015

15:01 Uhr

Shopkick

Prämien-App zieht mehr Kunden in die Geschäfte

VonBritta Weddeling

Eine „Anti-Amazon-Allianz“ will Shopkick mit Einzelhändlern wie Douglas, Saturn und Karstadt bilden. Die App will den Kunden an die Hand – und in die Geschäfte führen. Das scheint offenbar zu funktionieren.

„Vor allem jüngere Nutzer interessiert der spielerische Aspekt“, sagen Marktforscher. Pressefoto shopkick

Shopkick-App

„Vor allem jüngere Nutzer interessiert der spielerische Aspekt“, sagen Marktforscher.

San FranciscoDie App Shopkick, mit der Kunden während des Einkaufsbummels Punkte sammeln und später gegen Prämien eintauschen können, kann die Umsätze von beteiligten Partnern wie Douglas, Saturn, Media Markt oder Karstadt steigern. Das zeigt eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die Shopkick allerdings selbst in Auftrag gegeben hat.

77 Prozent aller befragten Nutzer besuchen demnach teilnehmende Geschäfte häufiger und regelmäßiger, seit sie Shopkick nutzen. Die Hälfte aller Befragten probiert einen neuen Laden zum ersten Mal aus. 76 Prozent ziehen beteiligte Partner anderen Geschäften vor.

Gründer Cyriac Roeding will mit der App das Einkaufen revolutionieren. „Wir wollen die Kunden wieder in die Geschäfte der analogen Welt bringen. Wir sind die Anti-Amazon-Allianz“, so der gebürtige Deutsche, der heute in Redwood City im Silicon Valley lebt. Bislang nutzten 15 Millionen Nutzer die Anwendung weltweit, 1,5 Millionen von ihnen in Deutschland.

Mit der Idee will der 42-Jährige die Rabatt-Aktionen und Treuepunkte ersetzen, mit der viele Geschäfte bislang versuchen, Kunden an sich zu binden. Der Shopkick-Nutzer erhält beim Betreten eines Geschäfts Punkte („Kicks“) auf sein Smartphone, egal ob er etwas kauft oder nicht.

Analysten wie Scott Strawn vom US-Marktforschungsinstitut IDC erkennen einen Trend. „Apps wie Shopkick geben den Menschen einen Grund, mit einer größeren Anzahl von Produkten zu interagieren. Sie steigern das Erlebnis des Einkaufens. Vor allem jüngere Nutzer interessiert der spielerische Aspekt.“ Interaktionen zwischen Kunde und Produkt, wie etwa das Scannen von QR-Codes, kann laut des IDC-Analysten dazu führen, dass mehr Menschen diese oder ähnliche Produkte kaufen.

Laut der GfK-Studie erhöhen Apps wie Shopkick auch den Umsatz. Vier von fünf Shopkick-Nutzern kaufen im Partnergeschäft ein, wenn sie es betreten, und geben durchschnittlich 27 Prozent mehr aus. 52 Prozent der Nutzer kaufen mehr Produkte ein, seit sie die App nutzen. 88 Prozent nutzen den digitalen Ratgeber in der Hosentasche, um Produkte in den Ladenregalen zu scannen und zusätzliche Punkte zu sammeln. Mehr als die Hälfte der Nutzer veranlasst dies auch zum Kauf.

Offenbar suchen Kunden angesichts des Überangebots in der analogen und digitalen Welt verstärkt nach Orientierung. „Die Shopping-Welt wird immer unübersichtlicher. Kunden wollen an die Hand genommen werden“, sagt Roeding. In der GfK-Studie nannten rund 75 Prozent der befragten Shopkick-User die App als wichtigsten Entscheidungsfaktor für ihre Einkäufe.

Wolfgang Kirsch, Geschäftsführer von Media-Saturn Deutschland, einem der beteiligten Unternehmen, sagt: „Die Kunden von Media Markt und Saturn nehmen die App sehr gut an und nutzen sie regelmäßig – diese positive Entwicklung bestätigen uns auch unsere Märkte vor Ort immer wieder.“

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