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06.11.2016

11:48 Uhr

Sicherheit

Telekom will Drohnen abwehren

Drohnen werden für Unternehmen und Behörden zum Sicherheitsrisiko. Mit den Fluggeräten kann kritische Infrastruktur ausspioniert oder attackiert werden. Die Telekom will nun ein Abwehrsystem gegen Drohnen anbieten.

Die kleinen Fluggeräte können zum Sicherheitsrisiko werden. dpa

Bedrohung durch Drohne

Die kleinen Fluggeräte können zum Sicherheitsrisiko werden.

BerlinDie Deutsche Telekom will laut einem Zeitungsbericht demnächst Behörden und Unternehmen ein Drohnen-Abwehrsystem anbieten. Die Anti-Drohnen-Technologie des Konzerns solle noch in diesem Jahr an den Start gehen, berichtete die „Welt am Sonntag“. Die Telekom habe die Pläne bestätigt. Der Konzern will demnach die Technologie Behörden und Unternehmen zum Schutz kritischer Infrastrukturen, Flughäfen, Sportstadien, Autoteststrecken und Großereignissen zur Verfügung stellen.

Der Bonner Konzern setzt dabei laut „WamS“ auf Partner, die entsprechende Technologien entwickeln. Ende Juli habe es einen Testlauf auf einem Flugplatz in Tannheim südlich von Ulm gegeben, bei dem mehrere Hersteller eingeladen waren, darunter Dedrone aus den USA, Droneshield aus Australien, Squarehead Technology aus Norwegen, Rohde & Schwarz und Airbus DS Electronics and Border Security (EBS).

Bei dem Test mussten die Anbieter dem Bericht zufolge auf verschiedene Situationen reagieren, darunter das Ausspähen von Personen und das Abwerfen eines Gegenstandes, der beispielsweise eine Bombe darstellen könnte. „Alle Anbieter haben noch Hausaufgaben zu machen“, zitierte die Zeitung ein Fazit der Telekom.

Zehn Tipps für mehr IT-Sicherheit

Geschäftsleitung involvieren

Oft beschneidet das Management aus Renditegründen das Budget. Daher: Informieren und sicherstellen, dass die Firmenlenker die Tragweite des Sicherheitsprojekts erkennen.

Bestandsanalyse durchführen

Geräte und Lösungen sowie ihre Eignung für die Abwehr von Cyberattacken katalogisieren - ebenso Rechteverwaltung, Sicherheitsbewusstsein sowie interne und externe Gefahren.

Einsatzteam aufbauen

Eine zentrale Abteilung stimmt alle sicherheitsrelevanten Punkte aufeinander ab. Silos sind wenig effizient und übersehen Sicherheitslücken. Ratsam: einen Chief Information Security Officers ernennen.

Sicherheitsstrategie entwickeln

Wie viel darf welche Sicherheitsmaßnahme kosten, welche Risiken werden in Kauf genommen? Anschließend Budget- und Personal-Szenarien entwerfen.

Budgets verhandeln

Je früher Führungskräfte in das IT-Sicherheitsprojekt eingebunden sind, desto besser können sie nötige Ausgaben nachvollziehen - und desto konstruktiver gestalten sich Verhandlungen.

Sicherheitsrichtlinien ausarbeiten

Und zwar unternehmensweit: Diese sollten auch alle notwendigen Compliance- und sonstigen gesetzgeberischen Aspekte berücksichtigen.

Systeme und Updates installieren

Nicht nur moderne Systeme und Lösungen, die es mit fortschrittlichen Attacken aufnehmen, sind essenziell - aktuelle Updates sind es ebenfalls.

Schulungen vorsehen

Auf Basis eines mittelfristigen Schulungsplans festlegen: Wer wird wie oft zu welchen Themen aus- beziehungsweise fortgebildet?

Der Geschäftsleitung berichten

Dann bleibt sie dem Sicherheitsprojekt gewogen. Eine grafische Aufbereitung der Sicherheitslogs sensibilisiert nachhaltig.

Kontrollschleife einbeziehen

Regelmäßig die Effizienz neuer Maßnahmen und Strukturen durchleuchten. Dabei neue Gefahren, Lösungen am Markt sowie Organisationsveränderungen berücksichtigen.

Quelle

Schluss mit dem Silodenken: Geht es nach den Experten von Dell, sollten Mittelständler ihre Sicherheitsstrategie im Rahmen eines abteilungsübergreifenden Projekts auf einheitliche Füße stellen - und zwar mit folgenden zehn Schritten (erschienen im Magazin creditreform 06/2016):

Laut „WamS“ laufen Unternehmen und Sicherheitsbehörden der Entwicklung hinterher. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) gehe davon aus, dass es in Deutschland mehr als 400.000 Drohnen gebe, die meisten davon im Besitz von privaten Nutzern. Die Bandbreite reiche von Spielzeug-Quadcoptern bis hin zu Fluggeräten, die in der Lage seien, mehrere Kilogramm Last zu tragen. Neuere Modelle lassen sich spielend leicht steuern und umfliegen sogar automatisch Hindernisse, die von Sensoren erfasst werden.

Bei der Drohnen-Abwehr geht es unter anderem um Personenschutz, Gebäudesicherung und auch den Schutz vor Ausspähung. Dem Bericht zufolge haben bereits Autohersteller bei der Telekom nach einem solchen System gefragt, um Teststrecken zu schützen, auf denen sie Prototypen von neuen Fahrzeugmodellen ausprobieren. Diese Tests finden üblicherweise unter höchster Geheimhaltung statt. Aber auch Rechenzentren und Fußballstadien sollen geschützt werden. Der FC Bayern sieht sich Berichten zufolge nach Abwehrgeräten für sein Stadion um.

Die „WamS“ zählte mehrere Zwischenfälle mit Drohnen in der Vergangenheit aus. Wie hilflos Veranstaltungen Drohnenflügen ausgeliefert seien, habe ein EM-Fußball-Qualifikationsspiel zwischen Serbien und Albanien im Jahr 2014 gezeigt, als ein Qaudrocopter ins Stadion eingeschwebt sei und eine albanische Flagge gezeigt habe. Wegen der politischen Provokation musste das Spiel im Tumult abgebrochen werden.

2013 stürzte dem Bericht zufolge eine Drohne während einer CDU-Wahlkampfveranstaltung in Dresden nur wenige Meter von Bundeskanzlerin Angela Merkel ab. Experten befürchten, dass künftig Terroranschläge mit Drohnen verübt werden könnten. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) setzt die Technologie bereits im Irak ein.

Von

afp

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