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30.01.2003

10:13 Uhr

Siebel bei CRM-Systemen überholt

SAP verdrängt US-Konkurrenz

Der Walldorfer Softwarekonzern SAP hat 2002 sein als ehrgeizig geltendes Renditeziel deutlich übertroffen und sich für das laufende Jahr eine weitere Steigerung vorgenommen.

Die SAP-Konzernzentrale in Walldorf. Foto: dpa

Die SAP-Konzernzentrale in Walldorf. Foto: dpa

Reuters WALLDORF. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei im Vergleich zu 2001 um 15 Prozent auf 1,7 (1,5) Milliarden Euro gestiegen, teilte SAP am Donnerstag mit. Die operative Marge, aus der die Kosten für aktienbezogene Vergütungsprogramme und Akquisitionen herausgerechnet sind, habe sich um knapp drei Prozentpunkte auf 22,7 von 20 Prozent verbessert. SAP hatte eine Umsatzrendite von mehr als 21 Prozent angepeilt. 2003 soll sich die Marge nochmals um einen Prozentpunkt auf fast 24 Prozent verbessern, hieß es. Den Umsatz steigerte SAP den vorläufigen Berechnungen zufolge um ein Prozent auf 7,4 (7,3) Milliarden Euro.

„Wir sind sehr zufrieden mit den erreichten Ergebnissen. In einem unsicheren ökonomischen und politischen Umfeld haben wir erfolgreich agiert“, erklärte Vorstandschef Henning Kagermann. Vor allem im Verdrängungswettbewerb mit US-Anbietern habe sich SAP erfolgreich durchgesetzt. Der Marktanteil im Vergleich zu den fünf größten Konkurrenten stieg nach eigenen Berechnungen binnen Jahresfrist auf 50 von 41 Prozent. Und dies soll nach den Vorstellungen von Kagermann noch nicht das Ende der Fahnenstange sein.

Voraussetzung für eine nochmals verbesserte Rendite 2003 sei moderates Umsatzwachstum und ein unverändertes Einkaufsverhalten der Kunden, hieß es. „Trotz des weiterhin nicht vorhersehbaren politischen und wirtschaftlichen Umfelds geht die SAP davon aus, in 2003 ihren Marktanteil auszubauen und die Profitabilität zu verbessern“, erklärte das Unternehmen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll gleichzeitig auf einen Wert zwischen 3,45 und 3,60 Euro steigen. 2002 waren es 3,08 Euro.

SAP hatte das vergangene Jahr mit einem Wachstumsziel von 15 Prozent begonnen. Obwohl die Prognose Stück für Stück zurückgenommen und im Herbst sogar ganz ausgesetzt wurde, hielt SAP an seinem Renditeziel fest. Dazu wurde ein Kostensenkungsprogramm eingeleitet, das nun fortgesetzt werden soll. Auf Massenentlassungen wie viele seiner US-Konkurrenten hat SAP jedoch verzichtet. Hohe Abschreibungen auf die Firmenwerte von Beteiligungen, vor allem auf das US-Internet-Unternehmen Commerce One, ließen das Ergebnis von SAP nach Steuern im vergangenen Jahr auf 509 (581) Millionen Euro zurückgehen. Allein 474 (319) Millionen davon verdiente der Konzern im vierten Quartal.

Schwacher Dollar belastet in den USA

Mit einem Rückgang der Softwareerlöse um elf Prozent auf 2,3 Milliarden Euro hielt sich SAP weiter besser als die Konkurrenz. Die Umsätze aus dem Verkauf weiterer Softwarelizenzen gelten als Grundstein für künftige Wartungs- und Beratungserlöse. Basis für den Erfolg sei der heimische Markt gewesen. In Deutschland baute SAP den Umsatz im vergangenen Jahr um zehn Prozent aus, in der europäischen Region um sieben Prozent. In Amerika belastete SAP der schwache Dollar. Auf dem größten Softwaremarkt der Welt, wo SAP im Juni seinen US-Vertriebschef ausgetauscht hatte, ging der Umsatz in heimischer Währung um zwei Prozent zurück, in Euro musste der Konzern dort ein Minus von acht Prozent hinnehmen.

SAP sei auf Basis der Lizenzumsätze auch in den USA zum größten Anbieter betriebswirtschaftlicher Software avanciert, hieß es. Bei Programmen zur Pflege von Kundenbeziehungen (CRM) überholte SAP im vierten Quartal Marktführer Siebel .

Marktteilnehmer reagierten positiv auf die Ergebnisse. „Die SAP-Zahlen sind ausgezeichnet. Dass SAP die Erwartungen bei der operativen Marge übertroffen hat und die Tatsache, dass auch der Ausblick eher positiv ist, sollte der Aktie helfen“, sagte Marc Osigus, Analyst bei der Berenberg Bank. Im frühen Handel stiegen die Aktien um 1,7 Prozent auf 85 Euro.

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