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24.01.2007

10:13 Uhr

Sinkende Marge

SAP verschreckt abermals die Anleger

Bereits vor einigen Tagen hatte SAP die Anleger mit Zahlen zu seinen Software-Verkäufen im vergangenen Jahr enttäuscht. Nun folgt der nächste Tiefschlag: Der europäische Branchenprimus geht von einer sinkenden Rendite aus. Die Aktie bricht um fast 5 Prozent ein. Dabei bringt SAP gute Gründe für die abgeschwächten Aussichten vor.

Das Gebäude Nummer 1 der Firmenzentrale der SAP. Foto: dpa

Das Gebäude Nummer 1 der Firmenzentrale der SAP. Foto: dpa

HB FRANKFURT. SAP will über den Zeitraum von zwei Jahren zwischen 300 und 400 Mill. Euro in neue Geschäftsfelder und Produkte für den Mittelstand investieren. SAP teilte am Mittwoch in Walldorf bei Heidelberg mit, die Investitionen drückten die operative Marge voraussichtlich um 1 bis 2 Prozentpunkte auf 26 bis 27 Prozent. 2006 betrug diese Renditekennziffer 27,3 Prozent.

Bislang hatte SAP seine Renditekennziffern stets um die Kosten für Akquisitionen und Aktienoptionsprogramm bereinigt mitgeteilt und für 2007 einen Anstieg auf 30 Prozent in Aussicht gestellt. Bereits bei der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal hatte Vorstandschef Henning Kagermann aber vermieden, dieses Ziel zu wiederholen. Die bereinigte operative Marge stieg 2006 um 0,5 Prozentpunkte auf 28,8 Prozent.

Der weltgrößte Hersteller von Unternehmenssoftware verspricht sich langfristig einen Umsatz- und Renditeschub von dem im Aufbau befindlichen Geschäft mit dem Mittelstand. SAp geht von einem Umsatzpotenzial von rund 1 Milliarde Dollar im Jahr 2010 aus. Ab diesem Zeitpunkt sei jährlich mit rund 10 000 neuen Kunden zu rechnen. Zudem werde die Marge des neuen Geschäftsfelds Mittelstand die Rendite des etablierten Geschäftsfeldes mit Großunternehmen ab Ende des Jahrzehnts übertreffen. „Es sind keine Akquisitionen geplant“, sagte Finanzvorstand Werner Brandt in einer Telefonkonferenz.

JP Morgan-Analyst John Segrich zeigte sich in einer ersten Reaktion enttäuscht über die Geschäftsaussichten. „Es lässt sich relativ einfach ausrechnen, dass die Marge sinken wird“, sagte der Branchenexperte. „Schwieriger zu sagen ist, was das künftige Wachstum angeht. Ich denke, es wird geringer ausfallen, als die meisten Leute glauben.“ Dies könne zu Verunsicherung führen.

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