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14.07.2012

14:48 Uhr

Sinnsuche im Silicon Valley

Den Spaß-Ups droht das Ende

VonAxel Postinett

Das Facebook-Desaster an der Börse hat die Startup-Szene im Silicon Valley verunsichert. Offenbar hat das Geschäftsmodell mit Spaß-Apps ausgedient. Jetzt fordern Investoren weniger Spiele und mehr sinnvolle Ideen.

Game over? Spaß-Apps, die ihr Geschäftsmodell an Facebook gebunden haben, geraten in den Abwärtssog. picture alliance/dpa

Game over? Spaß-Apps, die ihr Geschäftsmodell an Facebook gebunden haben, geraten in den Abwärtssog.

San FranciscoFrank Slootman ist seit wenigen Tagen der neue Liebling des Silicon Valley. Der CEO des Internetunternehmens Servicenow.com hat es als Erster seit dem missglückten Börsengang von Facebook gewagt: Am 29. Juni hat er sein Technologieunternehmen an die Börse geführt. Alles lief reibungslos, die Aktie stieg ebenso wie die Laune bei Investoren und Unternehmensgründern. Es geht wieder was, prostete sich die Internetszene in den Restaurants und Bars im Silicon Valley zu. Der befürchtete Kollaps - bis jetzt ist er ausgeblieben.

Am 18. Mai wurde die Facebook-Aktie erstmals an der Börse gehandelt, für 38 Dollar das Stück. Sofort ging es bergab. In den ersten Tagen sank der Kurs des Papiers bis auf 26 Dollar. Zwar hat er sich wieder etwas erholt, doch mit gut 32 Dollar liegt er immer noch deutlich unterhalb des Ausgabepreises. Ein Schock für viele Start-ups, die früher oder später ebenfalls auf das Parkett wollen.

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Der Erfolg von Servicenow.com gibt Zeit zum Luftholen. Doch die meisten ahnen: Es hat sich was geändert in der Spaß-Oase der Spiele-Apps und Fotofilterprogramme. Das Valley sucht neue Trends, mehr Transparenz und Ernsthaftigkeit. Aydin Senkut, Ex-Google-Manager und jetzt selbst Gründer und Venture-Capital-Investor, bringt die Stimmung auf den Punkt: "Bestimmt 90 Prozent der talentiertesten Leute hier sind damit beschäftigt, nebensächliche Probleme zu lösen", meinte er beim Treffen des Churchill Club, des wohl bekanntesten Forums für Unternehmensgründer im Tal der Innovation. "Die Zeit ist reif für einen Schwenk in elementare Bereiche, in Technologien, mit denen echte Probleme gelöst werden können."

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Vorbei also die Zeit, in der jede noch so simple Spiele-App die Investoren in den Bann zog. Gefragt sind Ideen, die einen tatsächlichen Nutzen stiften. Etwa die von Servicenow.com. 2003 von dem IT-Veteranen Fred Luddy gegründet, stellt das Unternehmen Software über das Internet zur Verfügung, mit der Firmen ihre Geschäftsprozesse standardisieren und automatisieren können. Unternehmenschef Slootman weiß: Viele Prozesse sind in den Unternehmen viel zu komplex geworden für eine moderne IT-Landschaft. Die Investoren wissen das auch.

"Weltweit wollen alle Unternehmen alte und teure IT-Technik loswerden", sagt Slootmann. Das sei der Nährboden für Start-ups, glaubt er, Gründer wie Elasticsales.com aus Mountain View, die eine komplette Infrastruktur für den Vertrieb im Web anbieten.

Kommentare (2)

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TSchmidt

15.07.2012, 20:31 Uhr

Wenn der Hype‬ endet und dann geht’s erst richtig los. Ich freue mich auf die Zeit nach dem Spam. Einige Gedanken dazu <a href="http://www.big-picture-thinking.blogspot.de/2012/06/social-media-der-hype-endet-und-dann.html">hier</a>

Account gelöscht!

20.07.2012, 14:12 Uhr

Deutschlands Start-Up-Szene profitiert vom chinesischen Dissidenten Ai Weiwei: Der digitale Wandel ist essenzieller Bestandteil seiner Kunst.Interssanter Artikel auf http://www.theeuropean.de/alexander-goerlach/11753-ai-weiwei-und-digitale-start-ups

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