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04.02.2015

10:52 Uhr

Sky Deutschland

Kundenwachstum in Rekordhöhe

Zwar kann Sky viele neue Kunden für sich gewinnen, dennoch verbucht der Bezahlsender erneut Verluste. Bevor dauerhaft Gewinne geschrieben würden, können nach Konzern-Prognosen noch einige Quartale vergehen.

Sky Deutschland konnte von Oktober bis Dezember 214.000 zusätzliche Kunden anlocken. dpa

Der einzige Kanal, der die Fußball-Bundesliga komplett live zeigt

Sky Deutschland konnte von Oktober bis Dezember 214.000 zusätzliche Kunden anlocken.

KölnTrotz eines Rekordkundenwachstums hat es Sky Deutschland im Weihnachtsgeschäft unter dem Strich nicht in die schwarzen Zahlen geschafft. Im zweiten Geschäftsquartal 2014/2015 verbuchte der Sender, der mittlerweile zur ehemaligen britischen Schwester BSkyB gehört, ein Minus von 37,1 Millionen Euro. Damit verbesserte sich das Ergebnis jedoch deutlich zum Vorjahresquartal, als ein Verlust von 80,4 Millionen Euro angefallen war.

Dank der Übertragung der Fußball-Bundesliga, die Sky als einziger Kanal komplett live zeigt, dem Ausbau seines Online-Angebots für Smartphone, Tablet-Computer und PC lockte Sky von Oktober bis Dezember 214.000 zusätzliche Kunden. Die Gesamtzahl der Abonnenten mit direktem Sky-Vertrag überschritt damit zum Jahresende mit 4,123 Millionen erstmals die Grenze von vier Millionen.

Der Quartalsumsatz stieg um neun Prozent auf 451 Millionen Euro, das Betriebsergebnis (Ebitda) verbesserte sich auf 3,5 Millionen Euro nach einem Verlust von 37 Millionen Euro. Eine konkrete Prognose gab Vorstandschef Brian Sullivan nicht ab.

Sky werde alles daran setzen, dass sich die starke Entwicklung in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres fortsetze. Bislang hatte Sky vorausgesagt, die Kundenzahl netto um 400.000 bis 450.000 und das Betriebsergebnis auf 80 bis 110 Millionen Euro zu steigern. Der Umsatz sollte deutlich zulegen.

Sky Deutschland

Lange Geschichte

Sky Deutschland hat einen vergleichsweise jungen Namen, dafür aber bereits eine lange Geschichte. Seit dem Start des einstigen Senders Premiere 1991 hat der von Medienmogul Leo Kirch aus der Taufe gehobene Kanal fast nur rote Zahlen geschrieben. Diese Verluste waren ein Grund für den Zusammenbruch der Kirch Gruppe 2002, den Premiere nur knapp überlebte.

Murdoch wieder dabei

Nach einem früheren Engagement stieg 2008 erneut der Medienmilliardär Rupert Murdoch ein. Der Name wurde in Sky Deutschland geändert, die Mannschaft neu aufgestellt. Seit 2010 führt Brian Sullivan das Unternehmen.

Rote Zahlen

Sky und dem Vorgänger Premiere gelang fast nie, schwarze Zahlen zu schreiben. 2013 soll der Konzern zumindest vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen Geld verdienen. Was für den Erfolg spricht: Die Firma kann die Abonnentenzahlen steigern.

Schwieriger Markt

Pay-TV hat sich in Deutschland deutlich schlechter entwickelt als anderswo – nicht zuletzt wegen des umfangreichen Gratisangebotes im Fernsehen. Immerhin verzeichnet die Branche seit 2010 deutliche Zuwächse. 2012 machte sie nach Angaben des Privatfernsehen-Verbandes VPRT 1,8 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland, die Zahl der Abonnenten stieg auf 6,1 Millionen.

Immer mehr Sender

Das Wachstum der Branche hat auch mit dem großen Angebot zu tun. 89 Bezahlprogramme gibt es nach Zahlen des VPRT inzwischen, 57 Kanäle strahlen Bilder in HD-Auflösung aus.

Kronschatz Fußball

Die Übertragungsrechte der Fußballbundesliga sind so etwas wie der Kronschatz von Sky Deutschland. Für den Bezahlsender ist Fußball ein wichtiges Verkaufsargument – und dafür ist der seit Jahren in den roten Zahlen steckende Konzern auch bereit, tief in die Tasche zu greifen. 2012 sicherte sich Sender-Chef Brian Sullivan bis 2017 die Rechte für knapp 2 Milliarden Euro.

Handball-WM

Sky zeigt die wichtigsten der 88-WM-Spiele verschlüsselt für seine knapp vier Millionen Kunden, darunter die deutschen Partien. Es ist das erste Mal, dass in Deutschland Handball-Spiele solcher Bedeutung ausschließlich im Bezahlfernsehen übertragen werden.

Handball-Zuschauer

Den Einzug der deutschen Handballer in Viertelfinale schauten 370.000 Zuschauer. Das sei „ein sehr, sehr guter Wert für einen Nachmittag“, sagte Sky-Sprecher Dirk Grosse.

Im Sommerquartal hatte der Pay-TV-Sender erstmals seit sieben Jahren wieder einen Gewinn geschrieben. Sullivan hatte aber zugleich vor Rückschlägen gewarnt. Das einst unter dem Namen Premiere firmende Unternehmen werde wahrscheinlich eine Anzahl von Quartalen mit Verlusten sehen, bevor dauerhaft Gewinne geschrieben würden.

Der Medienmogul Rupert Murdoch hat seine Bezahlsender in Deutschland, Großbritannien und Italien zum größten privaten Fernsehkonzern Europas gebündelt. Sky Deutschland gehört mittlerweile zum britischen Sender Sky, der früher unter dem Namen BSkyB auftrat. Der Anteil liegt bei mehr als 95 Prozent, damit dürfen die Briten die Kleinaktionäre nach deutschem Recht gegen eine Zwangsabfindung herausdrängen.

Von

rtr

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