Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.06.2014

13:48 Uhr

Skybox Imaging

Google kauft Spezialisten für Satellitenbilder

Google will seine Karten-Dienste auf dem aktuellen Stand halten. Aus diesem Grund kauft der IT-Konzern einen Satelliten-Spezialisten für 500 Millionen Dollar. Doch Skybox Imaging bietet mehr als nur Satellitenaufnahmen.

Google-Maps-Aufnahmen der US-Botschaft und der britischen Botschaft in Berlin: Skybox bietet mehr als nur klassische Satellitenaufnahmen – die Dienste sollen künftig auch in Google Maps integriert werden. dpa

Google-Maps-Aufnahmen der US-Botschaft und der britischen Botschaft in Berlin: Skybox bietet mehr als nur klassische Satellitenaufnahmen – die Dienste sollen künftig auch in Google Maps integriert werden.

Mountain ViewGoogle stärkt seine digitalen Kartendienste mit dem Kauf des Satelliten-Spezialisten Skybox Imaging, der Bilder aus dem All in hoher Auflösung erstellt. Der Preis liegt bei 500 Millionen Dollar in bar, wie der Internet-Konzern mitteilte. Skybox bietet seinen Kunden das Beobachten gewünschter Gebiete mit detailreichen Fotos und 90 Sekunden langen Videos an.

Als Dienstleistungen nennt Skybox zum Beispiel die Überwachung von Feldern auf Schädlingsbefall und die Aufsicht über Energie-Pipelines. Auch die Auswertung der Container-Bewegungen in Häfen, der Aktivität auf Flughäfen oder der Bestände auf Parkplätzen von Autohändlern ist möglich. Aus dem Abgleich solcher Informationen ließen sich Schlüsse über Geschäftsentwicklung oder sogar die Konjunktur ziehen, argumentiert Skybox. Die Kunst ist nach Einschätzung von Branchenexperten allerdings, die Daten für eine solche Auswertung aufzubereiten und richtig zu interpretieren. Skybox brachte bisher einen von rund zwei Dutzend geplanten Satelliten ins Alll.

Die Satelliten von Skybox sollen helfen, die Google-Karten auf aktuellem Stand zu halten, erklärte der Internet-Konzern am Dienstag. Außerdem hoffe Google, damit die Versorgung mit Internet-Zugängen und die Hilfe bei Unglücken und Naturkatastrophen zu verbessern. Google ist selbst bei der Entwicklung digitaler Satellitenkarten mit seinem Projekt Google Earth weit vorangekommen. Etablierte Anbieter wie DigitalGlobe oder GeoEye haben den Erdball erfasst, Skybox verspricht jedoch frischere Bilder auf Bestellung.

Die Einkaufsliste von Google

DeepMind

Die neueste Errungenschaft von Google ist das britische Start-up DeepMind, das sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Schon seit langem wurde spekuliert, Google könnte zu Methoden der künstlichen Intelligenz greifen, um große Datenbestände besser auszuwerten. Im Januar 2014 hat der Konzern dann zugegriffen.

Motorola

Im Sommer 2011 kaufte Google für 12,5 Milliarden Dollar den Handy-Hersteller Motorola. Es war die erste große Transaktion, um Google auch im Hardware-Geschäft zu etablieren. Nach weniger als zwei Jahren stieß der Konzern das Geschäft aber wieder ab und verkaufte es an den chinesischen Elektronikhersteller Lenovo. Die meisten Patente zum Schutz seines Betriebssystems Android behielt Google indes.

Nest

Erst 2011 ging das Start-up Nest an den Start, überzeugte aber mit seinen elektronischen Haushaltsprodukten wie Thermostaten oder Rauchmeldern. Anfang 2014 schlug Google zu und verleibte sich die Firma für 3,2 Milliarden Dollar ein.

Doubleclick

Im Online-Werbemarkt ist Google ein Gigant. Um die eigene Position zu festigen, griff der Konzern im Jahr 2007 zu und kaufte für 3,1 Milliarden Dollar den Vermarktungsspezialisten Doubleclick.

YouTube

Für damals abenteuerlich erscheinende 1,65 Milliarden Dollar kaufte Google im Oktober 2006 die Online-Videoplattform YouTube. Seit Jahren ist es eine erfolgreiche Plattform zum Vertrieb von Video-Anzeigen.

Waze

Fast eine Milliarde Dollar war Google im Sommer 2013 der israelische Spezialist für Navigationssoftware Waze wert. Mit der Software können von unterwegs in Echtzeit Informationen über Verkehrsstörungen übertragen werden.

Android

Ein Beispiel für einen kleineren Zukauf mit großen folgen, war die Akquisition der Firma Android im August 2005 – für geschätzte 50 Millionen Dollar. Der Name setzte sich durch und wurde zum heute allgegenwätigen Google-Betriebssytem für mobile Geräte.

Zagat

Einer der bekanntesten Herausgeber von Restaurantführern kam im Herbst 2011 unter die Google-Fittiche. Für etwa 150 Millionen Dollar kaufte Google Zagat, eine Firma, die Nutzerkritiken zu Restaurant und Geschäften sammelte und aufbereitete. Die Informationen flossen in den Kartendienst Google Maps ein.

Boston Dynamics

Der Roboter-Hersteller sorgte im Internet für Aufsehen mit einem Roboter, der sich wie eine Katze fortbewegt – und das in respektabler Geschwindigkeit und mit großer Wendigkeit. Seit Ende 2013 gehört das Unternehmen zu Google. Der Kaufpreis ist nicht bekannt.

Skybox Imaging

Google stärkt im Juni 2014 seine digitalen Kartendienste mit dem Kauf des Satelliten-Spezialisten Skybox Imaging, der Bilder aus dem All in hoher Auflösung erstellt. Der Preis liegt bei 500 Millionen Dollar in bar.

Skybox ist einer von mehreren neuen Anbietern, die von drastisch gesunkenen Kosten für Entwicklung und Herstellung von Satelliten profitieren wollen. Sie packen ihre Technik in deutlich kleinere Satelliten als man sie früher baute.

Skybox startete im Jahr 2009. Mitgründer Dan Berkenstock verkündete bereits früh die Vision, man wolle jedem die Möglichkeit geben, jederzeit zu sehen, was überall auf der Welt passiere. Die Skybox-Satelliten sind nach bisherigen Berichten gut 100 Kilogramm schwer. Das macht es auch günstiger, sie ins All zu befördern. Die Kosten eines Satelliten werden auf rund 25 bis 50 Millionen Dollar geschätzt.

Google plant auch den Einsatz von Satelliten, um Internet-Verbindungen in entlegene Regionen zu bringen. Dafür experimentiert der Konzern bereits mit Ballons, die Antennen tragen sollen, und kaufte den Drohnen-Hersteller Titan Aerospace.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

11.06.2014, 08:20 Uhr

Bei GoogleGlas kann man schon ganz gut sehen, dass Google viel ankündigt und nicht ganz so viel realisiert. Es ist nicht so trivial, einfach aus dem All durch simplen Blick nach unten einen Fahrzeugpark eines Autohändlers auf Vollständigkeit seines Bestandes zu überwachen. Sowas gibt's schon, damit haben sich Spezialisten der Sicherheitswirtschaft bereits jede Menge Gedanken gemacht. Eine der bisher besten Lösungen: http://bsg-sicherheit.de/gewerbe/videowache.html.
Das Problem ist der zeitliche Ablauf und die permanenten Änderungen der Geländenutzung. Bei keinem Autohändler ist die Belegung seines Parkraumes rein statisch. Da werden noch am Abend neue Fahrzeuge gebracht, Mitten in der Nacht holen Kunden neue oder instandgesetzte Fahrzeuge wieder ab. Liebe Googler's, macht bitte das, was ihr könnt. Diese Ankündigung ist nicht glaubwürdig.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×