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04.04.2016

18:09 Uhr

Smart Home

Telekom will das intelligente Zuhause erobern

Das intelligente Zuhause könnte sich zu einem Milliardengeschäft entwickeln. Die Telekom will „den Kuchen nicht den anderen überlassen“ – und wirbt gegen die starke US-Konkurrenz mit einer offenen Plattform um Kunden.

Zum „Smart Home“ gehört auch die Idee des vernetzten Kühlschrankes. In Zukunft, so erträumen sich die Entwickler, sollen Kühlschränke selbstständig Waren bestellen, wenn die Vorräte zur Neige gehen. AFP; Files; Francois Guillot

Der vernetzte Kühlschrank

Zum „Smart Home“ gehört auch die Idee des vernetzten Kühlschrankes. In Zukunft, so erträumen sich die Entwickler, sollen Kühlschränke selbstständig Waren bestellen, wenn die Vorräte zur Neige gehen.

BerlinDie Deutsche Telekom will sich im wachsenden Markt für das intelligente Zuhause im internationalen Wettbewerb mit einer offenen Plattform und einem großen Partner-Netzwerk aufstellen. Vernetzung sei das Kerngeschäft des Unternehmens, sagte Michael Hagspihl, bei der Telekom für das Privatkundengeschäft zuständig, am Montag in Berlin.

„Wir werden den Kuchen nicht den anderen überlassen.“ Vor allem gegen den Wettbewerb aus den USA wie etwa durch Google und die Google-Schwesterfirma Nest wolle der Konzern mit seiner offenen Plattform Qivicon „ein Zeichen setzen“.

Digitale Lösungen zur Steuerung von Haushaltsgeräten, Garagentoren, Heizungsanlagen oder Sicherungssystemen per Smartphone gelten der Branche als nächster großer Trend. Während heute pro Haushalt im Schnitt neun Geräte vernetzt seien, würden es im Jahr 2022 bereits 500 sein, sagte Hagspihl. Vielfach dominieren allerdings Insellösungen einzelner Hersteller.

Smart Home - Das schlaue Zuhause

Ein Begriff, viele Szenarien

Alle reden drüber, aber nicht alle meinen dasselbe: Smart Home ist ein populäres Thema in der  Elektronikbranche. Immer mehr Firmen bringen eigene Lösungen auf den Markt. Die Berater von Deloitte unterscheiden vier Kategorien.

Die eigenen vier Wände im Blick

Viele Lösungen ermöglichen es, Licht und Rollläden automatisch zu steuern. Hinzu kommen Sicherheitsfunktionen wie vernetzte Feuermelder und Sicherheitskameras. Die Auswahl ist bereits groß.

Platz für die Daten

Auch Speichersysteme für Computer und Smartphone zählen die Deloitte-Experten zum Smart Home. Auf diesen Miniservern können Nutzer ihre Daten, aber auch Filme und Musik ablegen und von überall aus im Haus darauf abrufen. 

Hilfe für die Oma

Smart-Home-Systeme können die Pflege älterer Menschen erleichtern, etwa mit einem Hausnotruf. Geräte für die Ferndiagnose sollen bei der Betreuung von Kranken helfen. Für den Bereich Pflege und Gesundheit gibt es bereits etliche Anwendungen. 

Energie und Geld sparen

Licht und Heizung aus, wenn man rausgeht: Intelligente Systeme können für mehr Energieeffizienz sorgen. Perspektivisch könnte auch der Trockner automatisch anspringen, wenn Strom billig ist. Angesichts der hohen Komplexität sei der Bereich "Smart Energy" aber am Anfang, so  Deloitte. 

Komplettpaket oder Standard?

Schon jetzt gibt es Anbieter, die kaufkräftigen Kunden eine Wunschlos-Glücklich-Lösung einbauen – Deloitte definiert das als Luxussegment. Zunehmend kommen aber Pakete auf den Markt, mit denen Käufer relativ günstig smarte Funktionen nachrüsten können.

Die Telekom-Plattform solle deshalb den Partner-Unternehmen als „Spielwiese“ für innovative Lösungen bereitstehen. „Neutralität und Offenheit sind entscheidende Faktoren für den Erfolg“, sagte Hagspihl. Damit soll Qivicon zur führenden Plattform in Europa werden. Inzwischen nutzten die Plattform mehr als 40 Partnerunternehmen.

Neben Miele, Samsung, Logitech, Sonos und Osram sei nun auch Gigaset hinzugekommen. Hersteller wie Bosch setzen dagegen auf eigene Plattformen, die ebenfalls für andere Anbieter offen stehen soll.

Für die Vorzüge des sogenannten Smart Home habe lange der smarte Kühlschrank als Aushängeschild hergehalten, der selbst Waren nachbestellt, sagte Michael Philpott von der Analysefirma Ovum Research in London. Solche Lösungen seien jedoch nicht unbedingt für jeden Nutzer sinnvoll. „Wir brauchen Lösungen, die das Leben der Nutzer signifikant besser, günstiger und einfacher macht.“

Wie Jeanette Huber vom Zukunftsinstitut in Frankfurt betonte, sei Smart Home jedoch auch heute für knapp die Hälfte der Nutzer in Deutschland ein unbekannter Begriff.

Von

dpa

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